Hilfe bei Erziehungsfragen

Eine Partnerschaft für Kaufbeurens Kinder und Jugendliche: Jörg Mohring und Birgit Weiss-Brandt haben „Rent a Päd“ ins Leben gerufen. Foto: Frisch

„Wie oft stoßen Sie bei der Erziehung an Ihre Grenzen?“ – Eine Frage, die viele Eltern nur noch mit einem großen Seufzer beantworten. Laut einer Studie der Uni Bern, dem Beobachter – Familienmonitor, erklären 33 Prozent der Befragten, bei der Erziehung „manchmal“, „oft“ (elf Prozent) oder „sehr oft“ (ein Prozent) nicht mehr weiter zu wissen.

Dabei geht es meistens gar nicht um schwere Fälle wie Jugendkriminalität, sondern häufig um den ganz normalen „Familienzirkus“. Aber wer holt sich schon Hilfe beim Jugendamt oder beim Jugendpsychologen, nur weil es in der Schule nicht klappt oder der Nachwuchs partout nicht hören will, bei Mobbing, Lernblockaden oder Aggressionen? Zu groß sei häufig die Angst, stigmatisiert zu werden oder von behördlicher Seite „unter Beobachtung zu stehen“, erklärt Birgit Weiss-Brandt von Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Kaufbeuren e.V., die zusammen mit ihrem Kollegen und Sozialpädagogen Jörg Mohring das Projekt „Rent a Päd“ ins Leben gerufen hat. Hier kann jeder sich schnell, auf Wunsch anonym, kostenlos und unbürokratisch erzieherische Hilfe bei dem aus verschiedenen Fachkräften zusammengestellten Team holen, ohne dass öffentliche Stellen hinzugezogen werden. Je nach Fall werde dann gemeinsam mit den Eltern oder anderen Hilfesuchenden das weitere Vorgehen entschieden, häufig reiche ein einmaliger Ratschlag aus, so Jörg Mohring. Die Initiative soll eine Lücke im Bereich Erziehungsberatung füllen, denn auch Vereine und Schulen sowie Kirchen oder Arbeitgeber und Ausbilder können sich bei „Rent a Päd“ mit Problemen melden. „Es wurde Zeit, dass hier ein weiteres Standbein geschaffen wurde“, weiß Birgit Weiss-Brandt. Denn „Rent a Päd“ setzt eben keinen Mangel an Erziehungskompetenz voraus, sondern möchte jeden, situationsbezogen mit Fachkompetenz unterstützen. OB Stefan Bosse ist einer der Mitinitiatoren und hat das Projekt in vielerlei Hinsicht gefördert und mitgestaltet, auch im Hinblick auf das „Familienziel“ Kaufbeuren. 6000 Euro stellt die Stadt als Förderung bis Jahresende zur Verfügung. Birgit Weiss-Brandt freut sich: „Dass ein Projekt dieser Art gemeinsam auf die Beine gestellt und problemlos umgesetzt wird, ist schon eine Besonderheit der Stadt Kaufbeuren.“ Wir freuen uns jedenfalls über die gute Zusammenarbeit!"

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