Große Teile der Hirschvogel-Chronik sind am Jakob-Brucker-Gymnasium entstanden

Schüler gehen unter die Autoren

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Auch Bayerns Finanzminister nahm ein Exemplar der Hirschvogel-Chronik von der Jubiläumsfeier der Firma mit nach Hause. An der Chronik hatten acht Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des Jakob-Brucker-Gymnasiums zu erheblichen Teilen mitgearbeitet: OStR Michaela Dullak (v.li.), Abdullah Gül, Jakob Ringler, Daniel Lukas, Michael Knauer, Maximilian Neumann, Michael Elstner, Aylin Yildirim, Sebastian Frank, StD Dr. Claudia Kalbas und Finanzminister Markus Söder.

Kaufbeuren – An einem „richtigen Buch“ mitzuarbeiten, das bedeutet Spaß, aber auch viel Arbeit. Diese Erkenntnis durften eine Schülerin und sieben Schüler des Kaufbeurer Jakob-Brucker-Gymnasiums mitnehmen. Sie hatten im Rahmen eines Schulprojekts an der Chronik des Autozulieferers Hirschvogel mitgewirkt.

Stolz präsentierten die Schüler des Jakob-Brucker-Gymnasiums  jüngst „ihr Werk“, nämlich die Firmenchronik des Autozuliferers  Hirschvogel, auf der Jubiläumsfeier des Unternehmens in Denklingen. Jeder der mehr oder weniger prominenten Gäste bekam ein Exemplar als Andenken mit auf den Weg, unter ihnen Bayerns Finanzminister Markus Söder, die Landräte Walter Eichner (Landsberg), Johann Fleschhut (Ostallgäu) und Dr. Friedrich Zeller (Weilheim Schongau). Auch Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse ist stolzer Besitzer des 160-seitigen Buchs. 

Dr. Claudia Kalbas ist Studiendirektorin und unterrichtet Biologie und Chemie am Jakob- Brucker-Gymnasium in Kaufbeuren. Bei ihr und ihrer Kollegin Oberstudienrätin Michaela Dullak, die Sport und Deutsch unterrichtet, stellten sich vor zwei Jahren Mitarbeiter der Frank-Hirschvogel-Stiftung vor, um über mögliche Kooperationen zu sprechen. Aus diesen Gesprächen entstand dann das Projekt „Chronik“, denn die Firma stand vor ihrem 75-jährigen Jubiläum. 

Die 2007 gegründete „Frank Hirschvogel Stiftung“ ist Gesellschafterin der Hirschvogel Holding und hat sich zum Ziel gesetzt, Schüler und Jugendliche in Bildung und Beruf zu unterstützen sowie Projekte und Aktivitäten in Wissenschaft und Forschung im Hochschul- und Universitätsbereich zu fördern. „Wir haben in unseren damaligen zehnten Klassen abgefragt, wer Interesse an dem Projekt hat“, erzählt Michaela Dullak. Es blieben acht junge Leute, die anfingen, sich mit Massivumformung und Schmiedetechnik zu beschäftigen. „Weder wir noch unsere Schüler hatten damals große Ahnung von der Materie“, geben Michaela Dullak und Claudia Kalbas im Gespräch mit dem Kreisboten unumwunden zu. Dem konnten aber die zugewiesenen „Seniorpartner“ des Unternehmens schnell abhelfen. Schüler und Lehrerinnen wurden eingeladen, das Werk ausführlich zu besichtigen. 

"Kistenweise Akten" 

Dann kamen die Akten. Hirschvogel lieferte kistenweise Ordner mit Bildern, Presseberichten und internen Unterlagen, die für die Chronik wichtig sind. Die Schüler bildeten Arbeitsgruppen, die sich den einzelnen Themenbereichen wie Zeitleiste, Firmengeschichte, Anekdoten, Technik und letztendlich auch dem sozialen Engagement, wofür Hirschvogel in der Region bekannt ist, widmeten. Ein reger E-Mail-Austausch setzte ein und die Firma Hirschvogel richtete bei Bedarf sogar einen Fahrdienst zwischen Kaufbeuren und Denklingen ein, um die Schüler zu Redaktionssitzungen zu bringen. Auch so manches Wochenende im PC-Raum der Schule sei „draufgegangen“, erinnern sich die Lehrerinnen. Und eine Klausurtagung, ebenfalls über ein ganzes Wochenende in Bad Wörishofen, brachte alle Beteiligten nochmal an einen Tisch. „Wir hatten eigentlich mehr beratende Funktion“ sagen die beiden Lehrerinnen bescheiden – „manchmal mussten wir auch ein wenig anschieben“. Anders die Schüler bei ihrer Präsentation vor den geladenen Gästen: „Auch bei Grammatik und Orthografie“ hätten Frau Kalbas und Frau Dullak „schon mal mitgeholfen“. 

Aylin Yildirim als einzige Schülerin im Team und ihre sieben Mitschüler mussten sich mit Recherchetätigkeiten und der richtigen Auswahl von Material beschäftigen. Sie mussten lernen, Schwerpunkte zu setzen, Texte zu formulieren, zu kürzen oder umzuformulieren. So mancher mit viel Mühe erstellte Text landete dann auch schon mal im Papierkorb, wenn sich die Vorgaben für die Chronik geändert hatten. „Das gehört einfach dazu“, meint Dr. Claudia Kalbas. Dazu kam, unter tausenden von Bildern die aussagefähigsten Fotos zur Firmenhistorie herauszusuchen. Michaela Dullak und Dr. Claudia Kalbas sind jedenfalls stolz auf ihr Chronik-Team. Es habe für die Jugendlichen, so sagen die beiden Pädagoginnen, einen tiefen Einblick in das Berufsleben und die Anforderungen der modernen Arbeitswelt gebracht. Auch das Zusammenarbeiten im Team mit den erfahrenen Seniorpartnern von Hirschvogel bewerten sie positiv. „Da hat sich so mancher Kontakt entwickelt“, resümieren Dr. Claudia Kalbas und Michaela Dullak. 

Kontakte aufgebaut 

Viel Beifall von den Ehrengästen der Jubiläums-Veranstaltung erhielten die jungen Leute auch für ihre Power-Point-Präsentation über die Geschichte des Unternehmens. Und nicht zu vergessen: Die Mitarbeit an der Chronik hat auch die Kontakte der Schule zur Stiftung vertieft. „Weitere Projekte sind nicht ausgeschlossen“, sagen Kalbas und Dullak. von Siegfried Spörer

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