Hirschzell: B12 ist vorherrschendes Thema bei Bürgerversammlung

Angst vor der Abfahrt

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Eine mögliche Abfahrt an der Frankenrieder Straße steht im Moment laut OB Stefan Bosse völlig in den Sternen.

Kaufbeuren-Hirschzell – Bezüglich einer eventuell möglichen B12-Abfahrt im Bereich der Frankenrieder Straße traten bei der Bürgerversammlung in Hirschzell andere Themen in den Hintergrund. In mehreren Wortmeldungen äußerten die Bewohner des südlichen Kaufbeurer Stadtteils ihre Bedenken über eine ausufernde Verkehrsbelastung. Doch es gab auch andere Stimmen, die durchaus Vorteile sahen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse blieb keine Antwort schuldig und erläuterte die aus seiner Sicht damit verbundenen positiven Auswirkungen für die Stadt. Er informierte außerdem über den Stand für das zukünftige „Dorfgemeinschaftshaus“. Auch bei weiteren Anfragen der Bürger drehte es sich – mit einer Ausnahme – um Straßenverkehrsprobleme.

Bei der Bürgerversammlung am vergangenen Montag in dem mit über 200 Besuchern voll besetztem Schneiderstadl ging es fast ausschließlich um ein Thema: den Ausbau der B12 und einer im Raum stehenden zusätzlichen Abfahrt im Kaufbeu­rer Süden nahe der Frankenrieder Straße. Der Ortsteil mit seiner dörflich geprägten Struktur liegt unterhalb der B12 und ist an die Frankenrieder Straße angebunden. Kindergarten und Grundschule befinden sich in unmittelbarer Nähe der Straße. Die Bewohner befürchten, dass mit einer Anbindung an die B12 in diesem Bereich die vom OB auf Grundlage eines Gutachtens zitierte Erhöhung um 900 auf 3.800 Fahrzeuge in 24 Stunden überschritten wird und damit zu einer deutlichen Mehrbelastung sowie einhergehenden Einbußen in der Lebensqualität führe. In diesem Zusammenhang überreichte Petra Echtler als Akteurin weitere Unterschriften gegen das Vorhaben. Der Gemeinderat Mauerstetten hatte sich kürzlich mehrheitlich ebenfalls gegen eine Abfahrt positioniert (wir berichteten), was es laut OB für die Stadt „nicht leichter macht“.

Bosse zeigte die Hintergründe auf und machte deutlich, dass eine solche Anbindung nicht nur eine innerörtliche Entlastung, sondern für die Stadt Kaufbeuren auch Chancen der Ansiedlung von Gewerbe biete und sagte: „Wir muten Ihnen nicht mehr zu als Anwohnern in anderen Straßen.“ Beispielhaft nannte er die Straße am Hang (8.400 Kfz/24 Std.) und die Neugablonzer Straße (20.000 Kfz/24 Std.). Die Stadt Marktoberdorf werde wohl vier Abfahrten erhalten, weitere Kommunen seien um die Anbindung bemüht, damit andere Verkehrsströme sowie neue Gewerbegebiete entstehen könnten. Letzteres sei auch Ziel der Stadt. Auch der Lärmschutz werde „komplett auf neue Beine gestellt“ und zöge automatisch Lärmschutzmaßnahmen nach sich.

Pro und Kontra

Anita Diebolder-Ziemke und Michael Schneider befürchteten die Versiegelung und Vergeudung neuer Flächen sowie den möglichen Wegfall des Sportplatzes. Detlef Steinfeld und Hans Pohl sahen eine Entlastung durch die Zufahrt Richtung Süden und Norden und positionierten sich klar für eine Anbindung. Die Stadtspitze stellte auch klar, dass die Abfahrt – wenn überhaupt – frühestens in sieben bis acht Jahren kommen könnte und ermunterte die Bürger, „sich einzubringen, Alternativen zu entwickeln“ oder auch ein „Bürgerbegehren zu initiieren“ und versprach: „Wir nehmen Sie ernst.“

Weitere Themen

Bosse informierte auch über den Stand für ein Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte. Das Projekt befinde sich in der Planungsphase und könne Fördermittel aus der EU erhalten, wenn die Kommune als Bauherr auftrete. Zudem müsse die Stadt 600.000 Euro beisteuern und zwei Millionen Euro Gesamtkosten dürften nicht überschritten werden. Er sei „guter Dinge“, so der OB, dass das Haus neben einem nicht gewerblich betriebenen Gastraum eventuell ab 2020 auch eine neue Heimat für die Schützen und den Musikverein bieten könne.

Detlef Steinfeld sprach die Sichtbehinderung durch Büsche an der Einmündung der Bärenseestraße in die Frankenrieder Straße an. Eine ähnliche Situation gibt es laut Erich Pfeifer auch bei der Kreuzung Wiesenstraße/Reifträgerweg. Ein Bürger fragte, ob die in der Edelweißstraße installierten Schwellen insbesondere mit Blick auf Krankentransporte noch sinnhaft seien. Für alle angesprochenen Probleme sagte der OB eine Prüfung zu.

von Wolfgang Becker

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