Hochwasserschutz an Gennach und Hühnerbach:

In fast trockenen Tüchern

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Der Hochwasserschutz von Gennach und Hühnerbach geht in die letzte Runde. Bis zum Jahr 2019 soll alles fertig sein. Die erste Bewährungsprobe bestand der Hochwasserschutz bereits 2013. Damals war das Rückhaltebecken „Indianer“ bei Bidingen bereits gut gefüllt.

Buchloe – Es geht in die Zielgerade beim Hochwasserschutz an Gennach und Hühnerbach. Die meisten Maßnahmen seien umgesetzt, erläuterte Bertram Mooser vom gleichnamigen Ingenieurbüro den Bürgermeistern der im „Zweckverbandes Hochwasserschutz Gennach und Hühnerbach“ zusammengeschlossenen Gemeinden bei der jährlichen Verbandsversammlung.

Derzeit stehen noch das Hochwasserrückhaltebecken in der zu Jengen gehörenden Gemeinde Eurishofen und der Gerinneausbau in der Gemeinde Westendorf aus. In Eurishofen soll ab Ende 2018 ein 123.000 Quadratmeter großes Rückhaltebecken für rund 3,2 Millionen Euro gebaut werden. Nach Aussage von Bertram Mooser sind die Grunderwerbsverhandlungen alle abgeschlossen und die Entwurfsplanung fertig. Im Moment hakt es nach Aussage des Ingenieurs noch bei der Bearbeitung der naturschutzfachlichen Belange, da die einschlägigen Büros stark ausgelastet seien. Auf jeden Fall sollen der Wasserrechtsantrag und der Förderantrag noch in diesem Jahr eingereicht werden. Baubeginn soll im Herbst/Winter 2018 sein. Mit der Fertigstellung rechnet Bertram Mooser im Jahr 2019.

Der Gerinneausbau in Westendorf wird etwa drei Millionen Euro kosten. Auch hier ist die Entwurfsplanung weitgehend fertiggestellt. Auch die Verhandlungen mit der Regierung von Schwaben, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Straßenbauamt über die Förderung sind abgeschlossen. Hier kann mit Zuschüssen von 75 Prozent der zuschussfähigen Kosten gerechnet werden. Ansonsten ist ein ähnlicher Zeitplan wie in Eurishofen vorgesehen, betonte Mooser.

Während das Hochwasserrückhaltebecken im Gennachhauser Moor an die Gemeinde Stöttwang übergeben wurde, sind bei den Becken „Indianer“ und Engelmaiersee bei Bidingen noch Feinjustierungen beim Trennbauwerk notwendig. Es klingt ein wenig ironisch, aber für die Feinjustierungen fehlt es an Wasser. Erst wenn die Rückhaltebecken wieder gut gefüllt sind, können die Messungen vorgenommen werden.

Die Becken in Weinhausen, Salabeuren, Dillishausen, Thalhofen, Blonhofen sind übergeben. Die notwendigen Unterhalts- und Pflegemaßnahmen würden stattfinden. Hier appellierte Mooser, man möge auf die Einhaltung der in den Planfeststellungsbeschlüssen und Förderbescheiden genannten Pflegemaßnahmen achten, beispielsweise zu welchen Zeitpunkten gemäht werden muss. Die Naturschutzbehörde des Landratsamtes würde sehr genau darauf achten.

Haushalt 2017

Buchloes Kämmerer Dieter Streit, für die Finanzen des Zweckverbandes zuständig, legte den Bürgermeistern die Haushaltssatzung für 2017 vor. Der Verwaltungshaushalt wird demnach mit einem Betrag von 524.000 Euro und der Vermögenshaushalt mit 1,2 Millionen Euro schließen. Für 2017 ist eine Kreditaufnahme von 210.000 Euro vorgesehen. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigen im Vermögenshaushalt wird auf 4,9 Millionen Euro beziffert. Das ist die Summe, die erst in den Folgejahren fällig wird.

Die Jahresrechnung 2016 wurde ebenfalls durch Dieter Streit präsentiert und von den Verbandsmitgliedern abgesegnet. Im letzten Jahr gab es keine Darlehensaufnahmen. Die Ausgaben in Höhe von 260.000 Euro seien den Rücklagen entnommen worden, die dadurch von 347.000 Euro auf 72.000 Euro abgeschmolzen wurden. Der Schuldenstand des Zweckverbandes belief sich Ende 2016 auf 5,1 Millionen Euro. „Das entspricht der Schadenssumme eines halben Hochwassers“ stellte Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger in seiner Funktion als Zweckverbandsvorsitzender fest.

Der Zweckverband Hochwasserschutz an Gennach und Hühnerbach war 2008 auf Initiative von Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger gegründet worden. Auslöser waren die heftigen Überschwemmungen auch in Buchloe in den Jahren 1999 und 2001 entlang der Gennach und des Hühnerbaches. Untersuchungen hatten in den Folgejahren ergeben, dass ein wirksamer Hochwasserschutz nur auf Grundlage eines fundierten Hochwasserschutzkonzeptes geschaffen werden kann. Bayern fördert Hochwasserschutzmaßnahmen landesweit mit dem „Aktionsprogramm 2020 plus“.

Wirksame Maßnahme

Die ersten große Bewährungsprobe bestanden die Rückhaltebecken im Juni 2013. Nach langanhaltendem Regen waren viele Gemeinde in Bayern vom Hochwasser betroffen, nicht aber die Gemeinden an Gennach und Hühnerbach. Genau in diesen Zeitraum fiel die Einweihung des „Rückhaltebeckens Indianer“. Die Ehrengäste konnten sich so ein Bild von der Wirksamkeit der Maßnahmen machen.

Mitglieder des Zweckverbandes sind neben der Stadt Buchloe die Gemeinden Bidingen, Hiltenfingen, Jengen, Lamerdingen, Langerringen, Oberostendorf, Osterzell, Stöttwang, Westendorf und Markt Kaltental.

von Siegfried Spörer

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