Schorenbach könnte bei Starkregen zu reißendem Fluss werden

Hochwasserschutz für Hausen und Honsolgen in Planung

+
Die zu niedrigen Brücken über den Schorenbach in Hausen sind nach Ansicht von Stadtrat Franz Lang ein Problem. Bei extremen Starkregen bremsen sie die Flutwelle und leiten das Wasser in den Ort.

Buchloe – Die Buchloer Ortsteile Hausen und Honsolgen sind, was den Hochwasserschutz anbelangt, nicht im Konzept des „Zweckverband Hochwasserschutz Gennach - Hühnerbach“ enthalten. Der Grund ist simpel. Beide Ortsteile liegen nicht an der Gennach oder dem Hühnerbach. Der Bachlauf, der sich durch beide Orte zieht, heißt Schorenbach, entspringt in Hausen und mündet bei Holzhausen in die Singold. Auf den ersten Blick ein harmloses Bächlein. Bei Starkregen aber droht Überschwemmungsgefahr für Hausen und auch für Honsolgen.

Für den obersten Hochwasserschützer in Buchloe, Bürgermeister Josef Schweinberger, und den in Honsolgen lebenden Stadtrat Franz Lang ein Grund mehr, sich auch über Schutzmaßnahmen in den Ortsteilen Gedanken zu machen und einen entsprechenden Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Mooser zu erteilen. In der Stadtratssitzung konnte Thomas Konter dem Gremium ein Schutzkonzept vorlegen, das dann auch die Billigung des Stadtrates fand. Das Büro Mooser hat einen Namen im Hochwasserschutz. Die Ingenieure hatten in den letzten Jahren den größten Teil der Hochwasserschutzmaßnahmen an Gennach und Hühnerbach geplant und umgesetzt.

Die Maßnahmen in Honsolgen und Hausen seien nicht mit den Planungen an Gennach und Hühnerbach vergleichbar, sagte Thomas Konter. Hier bestünden die Hochwasserschutzmaßnahmen aus einem Bündel von kleineren Einzelmaßnahmen. Größte Baumaßnahme für Honsolgen sei die Errichtung eines 320 Meter langen Erddammes an der alten unbefestigten Straße von Honsolgen nach Hausen. Dadurch entsteht eine Art kleines Rückhaltebecken, genannt „Speicher 2“.

Für Hausen sieht die Planung viele kleinere Maßnahmen vor. So soll die Versickerung von Regenwasser beispielsweise durch die Entsieglung von Hofflächen gefördert werden. Dadurch kann Regenwasser auf den Privatgrundstücken gehalten werden. Die Experten raten auch, Regenwasser aufzufangen und als Brauchwasser nutzen.

Südlich von Hausen könnte eine aktive Renaturierung der grabenartigen Bereiche im Oberlauf betrieben werden. Im Ort schlagen die Ingenieure den Aufbau von Gewässerrandstreifen und den Rückbau von Drainagen vor. Der Schorenbach soll einen Schutzstreifen mit entsprechender Uferrandhöhe als Überflutungsschutz für bestimmte Bereiche erhalten. Einzelne Gebäude müssen im Sinne des Objektschutzes gesichert werden und die Umlegung eines Regenwasserkanals zur Entlastung des Zuflusses an der Brücke St.-Andreas-Straße sollte nach Ansicht der Experten helfen, die Auswirkungen von Starkregen zu mindern.

Bislang hatten Honsolgen und Hausen Glück. Die letzte größere Überschwemmung war Anfang August 2000. Einige Höfe in Hausen waren überschwemmt, erzählte Landwirt Gerhard Lang unserer Zeitung.

„Die Brücken in Hausen über den Schorenbach sind zu niedrig“, betonte Stadtrat Franz Lang bei einer Ortsbesichtigung gegenüber dem Kreisbote. Bei extremen Starkregen könne aus dem Schorenbach ein reißender Fluss werden. Dann würden die Brücken wie Bremsen wirken und das Wasser aus dem Bachbett in den Ort umleiten.

Natürlich seien früher auch Fehler gemacht worden, sagte Franz Lang unserer Zeitung. In Honsolgen sei beispielsweise der Bach begradigt und eingeengt worden. Auch seien früher an den Feldern Gräben gewesen, die Wasser aufnehmen konnten.

Das Hochwasserschutzkonzept für Honsolgen und Hausen wird nach einer ersten groben Kostenschätzung mehr als 600.000 Euro kosten. Eine Förderung durch den Freistaat ist möglich und soll beantragt werden.

von Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Radler beleben Stadtbild
Radler beleben Stadtbild
Viele Fragen, keine Antworten
Viele Fragen, keine Antworten
Ist Ihr Kind fit für das neue Schuljahr?
Ist Ihr Kind fit für das neue Schuljahr?
Tippen Sie, ob sich Argentinien gegen Kroatien behaupten kann und gewinnen Sie tolle Preise!
Tippen Sie, ob sich Argentinien gegen Kroatien behaupten kann und gewinnen Sie tolle Preise!

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.