Waldnutzung und Naturschutz vereint: Bezirk Schwaben realisiert vorbildliches Projekt am Höllweg

Neuer Forstweg durch die "Hölle"

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Bei einem kurzen Spaziergang konnten sich die Teilnehmern der offiziellen Eröffnung des neu ausgebauten Forstweges im Bereich der „Hölle“ von den naturschonenden Erschließungsmaßnahmen bei diesem Projekt überzeugen

Irsee-Bickenried – Ein möglichst schattiges, gut „anzusteuerndes“ Plätzchen in diesen heißen Sommertagen derzeit zufinden – und das dann ausgerechnet noch in der „Hölle“ – dürfte für die Organisatoren der Einweihungsfeier des neu ausgebauten „Höllwegs“ bei Bickenried bestimmt nicht einfach gewesen sein.

In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und am Ausbau beteiligter Personen, konnte kürzlich dieser Forstweg, der sich auch teilweise mit dem „Crescentia-Pilgerweg“ überschneidet, wieder offiziell nach rund zehnmonatiger Bauzeit eröffnet werden.

Der Bezirk Schwaben als Waldeigentümer trägt, wie der Stellvertretende Bezirkstagspräsident Alfons Weber, zu Beginn der Feierstunde erklärte, eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieses wertvollen Naturerbes bei Bickenried. Um die Waldflächen künftig noch besser bewirtschaften zu können, wurde der im Laufe der Jahre stark in Mitleidenschaft gezogene Forstweg im Bereich der „Hölle“, seit Oktober vorigen Jahres neu ausgebaut.

An einem hübschen Plätzchen am Waldrand waren Bänke und Tische für die erschienenen Gäste aufgestellt. Neben dem 1. Bürgermeister von Irsee, Andreas Lieb, waren noch erschienen: Martina Müller von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ostallgäu - der Bauleiter des Weges, Winfried Schweiger von der Baufirma Ernst Höbel GmbH, der 1. Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Kaufbeuren, Karl-Heinz Sobek, der 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Kaufbeuren-Ostallgäu im BUND Naturschutz, Josef Kreuzer, Simon Östreicher, Betriebsleiter für Waldflächen des Bezirkes Schwaben, Frank Kroll, der zuständige Planer vom AELF Kaufbeuren, der Forstliche Gebietsbetreuer NATURA 2000, Mathias Burkhard und der Pächter der angrenzenden Ackerflächen, Bio-Landwirt Rudolf Bartenschlager, der umsichtig mit Rat und Tat die Baumaßnahme begleitete. Ein ganz besonderes „Grüßgott“ gab es für Toni Reisach, der die Anwesenden zu einem gemeinsam gesungenen Lied: „Hoch auf dem gelben Wagen“ animierte und den 85-jährigen Adi Hausmann, langjährige ehrenamtliche Betreuer des Crescentia-Pilgerweges.

Alfons Weber dankte in seiner Rede vor allem dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren (AELF), das im Auftrag des Bezirks Schwaben dieses Waldstück pflegt. Es sei hier beispielhaft gelungen, im wahrsten Sinne des Wortes „wegweisende“ Umweltschutzmaßnahmen geplant und realisiert zu haben. Man habe bei dieser Baumaßnahme nicht nur auf eine bedarfsgerechte und naturschonende Erschließung zur Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffs „Holz“ geachtet, sondern auch überdurchschnittlich und umfassend Rücksicht auf die Belange der Natur und des Landschaftsschutzes durch verschiedene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen genommen. So wurde eine einreihige Lindenallee angelegt, die vorhandene Birklenallee am Crescentia-Pilgerweg um vier Birken ergänzt, ein Trockenbiotop am südlichen Wegsaum angelegt und über 3.000 Quadratmeter Grünland mit Bio-Saatgut eingesät. Nahe am Kemnatbach wurde für die unter Schutz stehende Gelbbauchunke ein Aufenthaltsgewässer geschaffen, von dem auch noch weitere Amphibien, wie Grasfrösche und Molche, profitieren können.

So konnten durch die Herstellung von rund 700 Metern LKW-befahrbaren Forstwegs und etwa 300 Metern befestigter Holrückwege rund zehn Hektar Waldfläche erschlossen werden. Das Ganze endet nun an der Ortsverbindungsstraße zwischen Kleinkemnat und Bickenried. Rund 130.000 Euro kostete das Bauprojekt das aus Mitteln der Bayerischen Forstverwaltung gefördert wurde.

Anschließend führten Martina Müller und Simon Östreicher ihre interessierten Gäste zu lohnenden Stationen am Wegesrand, so zum neu geschaffenen Lebensraum für die Gelbbauchunke, der Lindenallee und zum Trockenbiotop. Zu guter Letzt bedankte sich 1. Bürgermeister Andreas Lieb für das Geschaffene und ludt anläßlich der Neueröffnung des „Höllweges“ zu einen Imbiss ein.

Von Klaus Dieter Körber

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