"Am Hohen Weg": Landratsamt muss nun entscheiden

Anwohner wehren sich weiter

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Das Bauvorhaben „Am Hohen Weg“ in Buchloe passt nach Ansicht der Anwohner nicht ins gewachsene Ortsbild. Das Grundstück (Foto) ist inzwischen total zugewuchert.

Buchloe – Der Streit mit den Anwohnern „Am Hohen Weg“ geht in eine neue Runde. Sie wehren sich weiterhin gegen die ihrer Meinung nach zu große Bebauung auf einem Nachbargrundstück.

Mit Schreiben an den Bauausschuss der Stadt Buchloe und an die zuständige Baubehörde des Landratsamtes in Marktoberdorf erhoben sie erneut Einspruch. Auf die jüngste Entscheidung im Buchloer Bauausschuss hatte das Schreiben jedoch keine Auswirkungen. Der Ausschuss erteilte das gemeindliche Einvernehmen, da die Planungen der Bauträgerfirma mit dem gültigen Bebauungsplan in Übereinstimmung sei. Nunmehr liegt die endgültige Entscheidung beim Landratsamt in Marktoberdorf.

Nicht immer hilft ein gültiger Bebauungsplan weiter. Der Bebauungsplan für die aus den 1960er Jahren durch Ein- und Zweifamilienhäusern geprägte Siedlung war vor zwei Jahren geändert worden, weil ein Bauträger eine kleine Wohnanlage mit zwei Doppelhäusern und einem Einfamilienhaus geplant war. Dazu hatten die Anwohner ihr Einverständnis gegeben. Dann wurde aus der kleinen Wohnanlage mit fünf Wohneinheiten eine Anlage mit 13 Wohneinheiten.

Anwohnerin Christa Godeck kritisiert in einem Schreiben vom 23. Juli an das Landratsamt und die Stadt Buchloe, dass der Bebauungsplan „Buchloe Südost II“ gemäß den Vorgaben des Bauträgers, der Firma Tahedl, 2015 durch den Stadtrat geändert worden sei. Das sei für die Anwohner eindeutig eine Überschreitung der gesetzlichen Lage gewesen. Christa Godeck schreibt weiter, „sie werden sicherlich verstehen, dass wir, die Anwohner des Hohen Wegs diese minimale Reduzierung als gerade lächerlich empfinden und wir keinerlei Entgegenkommen oder gar Berücksichtigung unserer Einwände in der Sache erkennen können“.

Der Bauträger hatte nach den ersten Protesten der Anwohner im März dieses Jahres seine Planung überarbeitet. Statt 13 sind es jetzt nur noch zwölf Wohneinheiten in zwei Mehrfamilienhäusern, die mitten im Ein- und Zweifamilienhausgebiet errichtet werden sollen. Ein Verbindungsbau zwischen den beiden Mehrfamilienhäusern mit einer Wohnung ist weggefallen.

Christa Godeck und ihre Nachbarn lehnen die verdichtete Bebauung unter anderem deswegen ab, weil die vorgesehenen Baukörper nicht in die Umgebung passen und damit den gewachsenen Charakter des Hohen Wegs vollkommen zerstören würden. Weiter sei der Hohe Weg ein Fußweg, der von Kindern und Jugendlichen stark frequentiert werde. Das durch die Verdichtung entstehende zusätzliche Verkehrsaufkommen stelle für alle Fußgänger und Radfahrer ein erhebliches Gefahrenpotential dar.

von Siegfried Spörer

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