Ein Neuanfang

Hotels und Pensionen haben wieder geöffnet - Hoteliers aus dem Ostallgäu berichten 

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Auch sie sind auf den Neustart vorbereitet: Erich und Martin Hiemer (rechts), Inhaber des Café-Hotels Greinwald aus Markt­oberdorf. Foto: Hotel Greinwald/Hiemer

Landkreis – Die Hotellerie im Landkreis darf wieder aufatmen: Wochenlang waren Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels geschlossen. Seit heute – also pünktlich zum Start der Pfingstferien – sind wieder Gäste erlaubt. Allerdings sorgt der Neustart bei Unternehmern nicht überall für große Jubelstürme.

Unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen versuchen alle wieder zurück zu etwas Normalität zu gelangen.

„Wir haben viel investiert und haben gegenüber Lieferanten, Banken, Mitarbeitern und auch den Gästen jede Menge Verantwortung. Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt Wolfgang Sommer, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Bayern im Kreis Ostallgäu. Eigentlich hatten sich viele Hotels und Pensionen auf ein verlängertes Pfingstwochenende eingestellt. Statt für Freitag gab es von Seiten der bayerischen Staatsregierung erst für heute grünes Licht.

Zum Neustart sind zum Teil viele Zimmer leer geblieben. „Reisende hatten überhaupt keine Planungssicherheit“, sagte Martin Hiemer, Juniorchef des Café-Hotels Greinwald in Marktoberdorf. Schon die Wiederaufnahme der Gastronomie sei nicht so gut angelaufen wie man es sich erhofft habe. Der große Ansturm blieb aus. Dabei dürfte das Tragen einer Maske die kleinste Hürde sein. „Im Supermarkt muss ich mich ja genauso an die Regeln halten“, machte Hiemer deutlich. Auch in seinem Hotel müssen Personal und Gäste die neuen Regeln einhalten. Die Kontakte beim Check-in sollen auf das Notwendigste reduziert werden. Die Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen Personen in allen Räumlichkeiten muss eingehalten werden. „Masken auf“ heißt es beim Betreten und Verlassen der Zimmer, auf Fluren, Gängen, Treppen und im Außenbereich.

„Für uns sind die Auflagen haarsträubend“, sagt Wolfgang Sommer. Der Füssener Hotelier hat für dem Neustart einen enormen Aufwand betrieben, was sich auch finanziell niederschlägt. Für Plexiglas-Scheiben, Mundschutz und sämtliche Hygienemaßnahmen wurden tausende Euro investiert. Geld, das erst einmal in der Kasse fehlt. „Jeder Gast erhält von uns im Vorfeld einen Fragebogen, den er ausfüllen muss. Zusätzlich wird bei Ankunft Fieber gemessen“, so Sommer. Im Restaurant, im Bereich des Parkplatzes, auch im Wellnessbereich gibt es Einschränkungen. „Wir haben einen weitaus höheren Personaleinsatz bei niedrigem Umsatz“, ergänzt der Unternehmer. Der fehlende Gewinn der vergangenen Wochen wird sich in der Jahresbilanz gravierend niederschlagen. „Viele Betriebe werden schließen müssen“, sieht Sommer erst einmal keine rosigen Zeiten auf die Hoteliers zukommen. Der lange Überlebenskampf dieser Branche steht erst am Anfang.

Stefan Günter

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