Kein Skating-Oval auf dem Modeon-Platz

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Der Skate Club Allgäu ist der einzige Verein weit und breit, der sich dem Inline-Skaten widmet. Es ist seit Jahren auf der Suche nach einer optimalen Trainingsstrecke. Auch der letzte Vorstoß, ein Oval auf dem Modeon-Parkplatz zu bauen, scheiterte an der Finanzierbarkeit des Projekts.

Marktoberdorf – Die Idee an sich stieß auf viel Gegenliebe, allein das liebe Geld ist auch in der Kreisstadt knapp. Zu knapp, lautete letztendlich die Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses. Er beriet über den Vorschlag des Skate Clubs Allgäu, auf dem Kiesparkplatz des Modeons ein professionelles Skating-Oval zu bauen.

Tatsächlich sieht sich der Stadtrat nach einer Ermahnung der Kommunalaufsicht im Landratsamt dazu gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen – und damit die Idee des Skate Clubs auf die ferne Zukunft zu verschieben. Schweren Herzens, wie mehrere Stadträte dem Vorsitzenden des Clubs, Frank Kopp, beschieden.

Multifunktionsbahn

Tatsächlich konnte sich der Vorschlag einer asphaltierten Multifunktionsstrecke auf dem Modeon-Parkplatz sehen lassen. Eine Idee, die für beide Seiten, Stadt wie Verein, einige Vorteile gebracht hätte, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell anhand einer Präsentation erklärte. Der jetzige Parkplatz sei nun wahrlich „kein Schmuckstück“, stimmte auch Erich Nieberle (SPD) zu. Entwürfe der Stadt sahen vor, den Platz zu asphaltieren und die einzelnen Stellplätze aufzuwerten. Die gewünschte ovale Skating-Laufstrecke entlang der Parkplatzgrenzen hätte dem ­Skate Club die lang ersehnte Trainingsstrecke gebracht, die auch den Leistungssportlern des Vereins eine wettkampfgerechte Vorbereitung ermöglicht hätte. Noch dazu hätte der Festplatz Freizeitsportlern, Modellautofans und anderen die Möglichkeit der Nutzung eröffnet.

Teures Projekt

Nun wird aber nichts daraus, weil die Stadt angesichts einer Rekordverschuldung besonnen haushalten muss. Erste Kostenschätzungen von Seiten der Verwaltung ergaben nämlich, dass die Aufwertung des Platzes mitsamt asphaltierter Rundstrecke und eines frostsicheren Unterbaus zwischen 600.000 Euro und 740.000 Euro kosten würde. Außerdem würden auf dem Platz 30 bis 40 Parkplätze wegfallen, die dann in der näheren Umgebung gebaut werden müssten. In der Finanzierung der Anlage sah Bürgermeister Hell denn auch das größte Problem und der Ausschuss bestätigte dies. So gern man einen geschätzten und in der Jugendarbeit engagierten Verein unterstützen wolle, sagte Nieberle, sei dennoch dieser Weg nicht zu gehen. Der Vorsitzende des Skate Clubs, Frank Kopp, zeigte angesichts der hohen Investitionssumme Verständnis, er appellierte jedoch an das Gremium bei zukünftigen Bauprojekten oder Flächensanierungen, die Bedürfnisse der Skater in der Stadt nicht aus dem Blick zu verlieren und gegebenenfalls Kontakt mit dem Verein aufzunehmen.

Speed-Skating

Der Skate Club Allgäu ist der einzige Verein im Allgäu, der sich dem Inline-Skaten widmet. Momentan sind 142 Mitglieder eingeschrieben, davon 59 aus Markt­oberdorf. Als Wettkampfsport betreiben insgesamt zehn Skater aus Marktoberdorf und Umgebung das so genannte Speed-Skating. Inline-Skaten ist ein reiner Sommersport. Die Jugend des Skate Clubs trainiere aktuell auf dem Gelände des Eissportplatzes, so Kopp. Für eine Vorbereitung auf große Wettkämpfe sei der Platz allerdings zu klein und nicht optimal glatt asphaltiert.

von Angelika Hirschberg

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