Tour durch Schwaben

Im Handwerk erfolgreich: Kammerpräsident überbringt Besten-Urkunden persönlich

Nino Mestroni (li.) mit dem Autositz als Gesellenstück und Hans-Peter Rauch (re.) sowie Hans-Joachim Scupin.
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Freude über den Preis: Nino Mestroni (li.) mit dem Autositz als Gesellenstück und Hans-Peter Rauch (re.) sowie Hans-Joachim Scupin.

Kaufbeuren – Das Handwerk ist generell die wesentliche Stütze einer Wirtschaftsregion. Das gilt auch im schwäbischen Raum, wo sich besonders kleine und mittelständische Handwerksbetriebe für ihre Auszubildenden engagieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass alljährlich aus allen Innungen großartige Leistungen von jungen Menschen bei den Abschlussprüfungen erbracht werden. Doch die Coronakrise erfordert besondere Maßnahmen: Statt einer großen Feier überbringt Hans-Peter Rauch als Kammerpräsident der Handwerkskammer Schwaben (HWK) dieses Jahr erstmalig allen 57 Preisträgern ihre Siegerurkunden in den Betrieben persönlich im Rahmen einer zehntägigen Tour durch Schwaben.

„Unsere Kammersieger sind wirklich tolle Vorbilder und haben super Leistungen erbracht. Das muss gewürdigt werden“, erklärte Rauch die Beweggründe der Aktion. Die Kammersieger und ihre Ausbilder sind dem Präsidenten wichtig. Die Liste der Sieger 2020 zeigt die ganze Bandbreite der handwerklichen Berufe, bei denen sich im Praktischen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 23 junge Damen und 34 Herren durchgesetzt haben. Sie sind „die Besten“ in ihrem Gewerk. In der Theorie ist mindestens ein befriedigender Abschluss erforderlich.

Als Sattler in der Fachrichtung Fahrzeugsattlerei wurde Nino Mestroni nach der dreijährigen Ausbildung bei der Sattlerei Scupin in Kaufbeuren Kammersieger. „Natürlich hat man während der Ausbildung den Wunsch zu den Besten zu gehören im Hinterkopf“, sagte der 21-Jährige dem Kreisbote. „Ich war aber sehr überrascht, als der Brief kam.“ Im Landeswettbewerb wurde er Zweiter. „Ich habe mich sehr für den praktisch begabten Nino gefreut und ich finde es toll, dass sich der Präsident die Zeit für die Ehrung in dieser Form nimmt“, so Hans-Joachim Scupin, Inhaber des Ausbildungsbetriebes. Der Betrieb mit zwölf Mitarbeitern für Autosattlerei, Polsterei und Planen hat nach seinen Worten immer zwischen ein bis drei Azubis und schon öfter Sieger hervorgebracht, darunter mit Theresa Steiner 2017 auch eine Bundessiegerin. Ebenfalls in Kaufbeuren ist Lukas Immanuel Strodel von der Fielmann AG im Beruf Augenoptiker Kammersieger in Schwaben geworden. Weitere Sieger aus dem Ostallgäu sind Automobilkauffrau Patrizia Modosch vom Autohaus Harald Kraus in Marktoberdorf, Glaser Elias Dopfer von Dopfer Fenstertechnik OHG in Roßhaupten, Spengler Jonas Manuel Blösch von der Spenglerei Blösch, Germaringen, Raumausstatterin Teresa Waibl von der Raumausstattung Wörz in Rettenberg, Schneidwerkzeugmechanikerin Sonja Heiligensetzer von der Boerboom Sonderwerkzeuge GmbH in Nesselwang und Straßenbauer Jonas Ruhfaut von der Hans Gabriel Bauunternehmen GmbH in Buchloe.

Kontakt mit Betrieben

„Wir wollten das Paket nicht einfach mit der Post schicken“, erläutert Rauch. „Und so lerne ich jetzt auch Betriebe kennen, mit denen man sonst weniger Kontakt hat“, lautet die positive Erkenntnis von Rauch nach fünf Tagestouren. „Dabei ist es etwas ganz Besonderes und faszinierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft sich Betriebe um ihre Auszubildenden kümmern und ihren Nachwuchs heranziehen.“ Er könne sich auch in Zukunft vorstellen, die Preisübergabe in dieser Form zu gestalten.

von Wolfgang Becker

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