„Immer wieder angespannt“: Die aktuelle Lage in den Kliniken des KU Ostallgäu-Kaufbeuren

Klinikum Kaufbeuren
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Die Lage auf den Covid-Stationen ist angespannt.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Die Corona-Infektionszahlen steigen auch in Kaufbeuren und dem Ostallgäu. Am Donnerstag lag der 7-Tage-Inzidenzwert in Kauf­beuren bei 220,7. Das bedeutet, die Kaufbeurer dürfen vorerst die nächsten sieben Tage ihre Wohnungen zwischen 21 und 5 Uhr nur mit „triftigem Grund“ verlassen.

Mit den steigenden Zahlen an Infizierten fällt auch ein besorgter Blick auf die Situation der Krankenhäuser des Klinikverbundes Ostallgäu-Kauf­beuren (KU) mit seinen Häusern in Füssen, Buchloe und Kaufbeuren. Wann stößt man hier an die Kapazitätsgrenzen? Wir haben bei Klinikchefin Ute Sperling nachgehakt.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Intensivstation des Landsberger Klinikums komplett ausgelastet ist. Für zwei leere Intensivbetten stehe kein Personal mehr zur Verfügung. Jetzt werden alle planbaren OPs abgesagt sowie Schmerztagesklinik und ambulantes OP-Zentrum geschlossen. Wie ist die Lage in den drei Krankenhäusern des KU?

Sperling: Der aktuelle Stand in den Kliniken Kaufbeuren, Füssen und Buchloe ist auf den Covid-Stationen immer wieder angespannt, da die Zahl der Covid-positiven Patienten, die stationär versorgt werden müssen, nach wie vor steigt.

Können basierend auf diesen Zahlen Rückschlüsse gezogen werden, ob und wann die Kliniken an den Rand der Belastungsgrenze kommen?

Sperling: Aus den aktuellen Zahlen können nur bedingt Rückschlüsse auf die absolute Belastungsgrenze gezogen werden. Ein genauer Zeitpunkt kann nicht vorhergesehen werden, da ja auch die Versorgung von Covid-negativen Patienten mit schweren und schwersten Erkrankungen gewährleistet wird.

Wie ist der aktuelle Stand in den Häusern Kaufbeuren, Füssen und Buchloe?

Sperling: Am Mittwochmorgen hatten wir in den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (Kaufbeuren, Füssen, Buchloe) neun Covid-positive Patienten auf der Intensivstation sowie 51 Covid-positive Patienten auf den extra eingerichteten separaten Covid-Isolations-Stationen.

Wir haben in Anbetracht der Entwicklung der „ersten Welle“ bereits Vorkehrungen getroffen um, je nach Bedarf, nacheinander mehrere Stationen in den Häusern für die Versorgungen von Covid-positiven Patienten herzurichten.

Gleichzeitig legen wir Wert darauf, dass selbstverständlich alle Nicht-Covid-positiven Patienten mit anderen Erkrankungen jederzeit in unseren Häusern separiert und geschützt versorgt werden.

Ist darüber hinaus genügend Personal da, um die ­vorhandenen Intensivbetten zu betreuen?

Sperling: Im Rahmen der Ausweitung der intensivmedizinischen Betreuung von Covid-positiven wie auch Covid-negativen Patienten sind im Laufe des Jahres weitere Mitarbeiter aus anderen pflegerischen Bereichen speziell geschult worden, die die Intensiv-Pflegekräfte bei Bedarf unterstützen können.

Klar ist, dass es in der heutigen Zeit, und das nicht nur zu Covid-Zeiten, einen absoluten Engpass bei Mitarbeitern in der Pflege gibt. Daher legen wir verstärkt Wert auf Ausbildung und Qualifizierung, verbunden mit gleichzeitig höchsten Hygienestandards.

Trotz aller dieser Aktivitäten kann natürlich zu keiner Zeit komplett ausgeschlossen werden, dass Mitarbeiter auch außerhalb der Kliniken mit dem Virus in Kontakt kommen, erkranken und für die Versorgung der Patienten ausfallen. Unsere Mitarbeiter sind ein besonderes wertvolles Gut, dem wir höchste Anerkennung zollen. Und natürlich versuchen diese auch in der „Freizeit“ jedwede Infektionsgefahr zu meiden.

von Kai Lorenz

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