Über 30 Hektar in der Kernstadt ungenutzt

In Marktoberdorf Flächen sparen und nachverdichten

Nachverdichtung unterhalb des Kirchbergs an der Kaufbeurener Straße in Marktoberdorf
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Erfolgreiche Nachverdichtung fand beispielsweise hier unterhalb des Kirchbergs an der Kaufbeurener Straße statt. Wo überall noch ungenutzte Potentiale gehoben werden können, erläuterte das Beratungsbüro Lars Consult dem Stadtrat.

Marktoberdorf – „Wenn Markt­oberdorf so weiter wachsen würde wie in den letzten 100 Jahren, dann wäre in wiederum 100 Jahren kein Stückchen Wiese mehr zwischen Kernstadt und Ortsteilen“, mahnte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in der jüngsten Stadtratssitzung und führte so in eine Maßnahmenstudie zur Nachverdichtung ein. Diese will Potentiale zur Entwicklung der Innenstadt aufdecken und helfen, Flächen im Außenbereich zu sparen.

Tatsächlich könnten mehr als 30 Hektar Fläche für Wohnen und Gewerbe innerhalb der Kernstadt zur Verfügung stehen, wie Monika Beltinger, Geschäftsführerin der Memminger Beratungsfirma Lars Consult dem Stadtrat erklärte. Allerdings seien nur gut zwei Hektar tatsächlich kurzfristig aktivierbar. Und bei über 29 Grundstücken (rund 7,5 Hektar) sei derzeit nicht bekannt, was mit ihnen überhaupt geschehen solle. Der größte Teil dieser unbebauter Flächen, nämlich über 20 Hektar könnten mittelfristig, also bis in spätestens zehn Jahren verfügbar sein.

Nachverdichtung anstoßen

Rasch Baulücken zu schließen und Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung zu erschließen, sei Anliegen der Stadt, wie Bürgermeister und mehrere Stadträte betonten. Monika Beltinger empfahl, den Kontakt zu den Grundstückseigentümern zu suchen, um eine Entwicklung der ungenutzten Flächen anzuregen. Allerdings, so Bauamtsleiter Ralf Baur, zögerten viele Besitzer eine Veräußerung oder eine Entwicklung ihrer Flächen hinaus, weil deren Wert in den letzten Jahren stets gewachsen sei. Es gebe zwar keine Patentrezepte, gab auch Beltinger zu. Die Stadt könne aber auch durch Bebauungsplanänderungen eine qualifizierte Nachverdichtung anstoßen, beispielsweise wenn Vorgaben zu Geschosshöhen oder Baufenstern erweitert würden. Und sollten etwa größere Flächen nicht länger ungenutzt bleiben, könnte die Stadt selbst ein städtebauliches Konzept als Anreiz für eine Entwicklung erstellen.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell zeigte sich am Ende der Präsentation dennoch zuversichtlich. Das Glas sei mehr als halbvoll: Kontakte zu vielen Eigentümern seien da und zuletzt habe es sehr viel Nachverdichtungen gegeben. Etwa ein Hotel, das auf der Fläche einer Gewerbebrache entstanden ist. Außerdem moderne Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Kaufbeurener Straße und der Eberle-Kögl-Straße. „Glücklicherweise haben wir noch viele Potentiale, die wir in Zukunft nutzen können“, schloss das Stadtoberhaupt.

von Angelika Hirschberg

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