Alienkracher

Kinokritik: "Die 5. Welle"

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Immer gut auf die Frau aufpassen! Evan (Alex Roe) und Cassie (Chloë Grace Moretz) kommen sich näher.

Der Trailer verspricht einen wahren Super-Gau an Zerstörung. Totaler Stromausfall, Sintflut und ein tödliches Virus bedrohen die Menschheit. Mit dem Alien-Kracher „Die 5. Welle“, inszeniert von J Blakeson, nach einem Drehbuch von Susannah Grant („Erin Brockovich“) und Akiva Goldsman („Die Bestimmung – „The Da Vinci Code – Sakrileg“), will sich das Filmstudio einerseits an großen Kassen-Schlagern wie „Independence Day“ orientieren aber zeitgleich am sehr jungen Publikum – im Stil der „Twilight-Reihe“.

Die 5. Welle basiert auf der gleichnamigen, weltweit erfolgreichen Romanvorlage von Rick Yancey. Die Hauptrollen in diesem bildgewaltigen Film spielen Chloë Grace Moretz („The Equalizer“, „Kick-Ass“), Nick Robinson („Jurassic World“), Ron Livingston („Conjuring – Die Heimsuchung“), Maggie Siff („Michael Clayton“), Alex Roe („The Calling“), Maria Bello („World Trade Center“), Maika Monroe („The Bling Ring“) und Liev Schreiber („Salt“, „Unbeugsam“).

Inhalt 

Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie (Chloë Grace Moretz) lernen müssen, denn seit der Ankunft der „Anderen“ hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen.

Das Wenige, das sie noch besitzt, passt in einen Rucksack. Und dann begegnet sie Evan Walker (Alex Roe). Er rettet sie, nachdem sie auf der Flucht vor den Anderen angeschossen wurde. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und wird schon bald mit der Grausamkeit der fünften Welle konfrontiert.

Rezension 

Es geht schon mal gut los. Ganz im Stil von „Dead Man Walking“ rennt die Hauptdarstellerin durch einen Wald und sucht nach Essbarem in einer gottverlassenen Tankstelle. Hier erwartet den kino-eifrigen Zuschauer schon die erste Überraschung, denn die Handlung weicht vom Trailer völlig ab! Im Erzählstil (Eintragungen im Tagebuch) erklärt Cassie wie es zum, „Ende der Welt“ gekommen ist.

Die ziemlich jung besetzte Chloë Grace Moretz spielt ihren Part mit voller Überzeugung und schönen Emotionen, sieht aber mit einer professionellen, schweren Feuerwaffe etwas hilflos aus.

Die Eroberung des blauen Planeten gehört zu den Höhepunkten des Films. Stromausfall und die weltweiten Folgen, Springfluten, die ganze Küsten-Städte fast ausradieren und eine tödliche Epidemie rafft gefühlte 95 Prozent der Erdbevölkerung dahin. Bleiben die Kakerlaken, die nach der Vergiftung eines Hauses übrig geblieben sind, wie es einer der Protagonisten treffend ausdrückt. Die Aliens schlüpfen also als Wirte in die Körper der Menschen und starten einen blutigen Guerilla Krieg.

Spätestens hier verharmlost sich der Film auf lange Sicht und die cleveren Außerirdischen wirken in ihren Methoden sehr umständlich. Auch die Begegnung „Evan-Cassie“ ist mehr für Teenager als Erwachsene im Drehbuch vorgesehen. Der eine oder andere Logik-Fehler in der Story erweist sich allerdings als schlau gemachte Überraschung, die den Film gegen Ende nochmal ins Positive kippen lässt.

Den Tiefgang überleben auch kritische Augen. Je länger sich die Story hinzieht, desto mehr wird eine Frage unausweichlich: Wie soll sich die Menschheit in den letzten fünfzehn Filmminuten erfolgreich wehren? Die Antwort ist ganz einfach. Wenn nicht ein Wunder passiert, überhaupt nicht. Die Fortsetzung ist also unausweichlich, ob nochmal im Kino oder als Serie, die Produzenten werden es wohl bald verkünden. Je nachdem, wie die Kinokassen klingeln.

von Michael Denks

Zum Film:

Originaltitel: The 5th Wave

Land: USA

FSK: 12

Regisseur: J Blakeson

Darsteller: Chloë Grace Moretz, Nick Robinson, Ron Livingston, Maggie Siff, Maria Bello, Maika Monroe, Liev Schreiber u.a.

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