Informieren und handeln wie Profis

Startschuss zum „Planspiel Börse“ der Sparkasse ist gefallen

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Der eigene Nachwuchs ist beim Planspiel Börse dabei: Die Sparkassen-Azubis Jasmina Gentile, Kristina Steckmeier und Tim Seelinger mit Angelo Picierro, Michael Sambeth und Tobias Philipp.

Kaufbeuren – Am Montag ist der Startschuss zum „Planspiel Börse“ der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren gefallen. Rund 95 Schülerinnen und Schüler sowie einige Lehrkräfte waren der Einladung in die Sparkasse gefolgt, um sich zu informieren und ihre Zugangsberechtigung zur Teilnahme persönlich zu empfangen. Damit kann das Eintauchen in die Welt der Börse für die Jugendlichen beginnen. 

In der Auftaktveranstaltung erhielten sie nicht nur das Spiel erklärt, sondern bekamen auch Informationen und Tipps zum Handeln an der virtuellen Börse. Das Spiel gibt es seit 36 Jahren und auch in diesem Jahr beteiligen sich in ganz Europa zahlreiche Teams an dem Wettbewerb, bei dem für die Sieger attraktive Preise zu gewinnen sind.

Bereits seit 1983 ist das Planspiel Börse ein europaweit von den Sparkassen organisiertes Planspiel, wie Sparkassenvorstand Angelo Picierro in seiner Begrüßung erläuterte und sich über die rege Teilnahme der Jugendlichen freute. „Damit soll Ihnen“, so der Vorstand an die Jugendlichen, „die Möglichkeit gegeben werden, mit virtuellem Geld am Börsengeschehen teilzunehmen.“ Auf diese Weise werde Wertpapierwissen spielerisch vermittelt und die Funktionsweise der Börse näher gebracht. Der Zeitraum sei allerdings kurz und das Spiel daher anspruchsvoll.

Er machte deutlich, dass man die Aktie als Vermögensanlage heute nicht mehr wegdenken könne und sprach von einer „verrückten Zeit“ mit dem Einfluss von Ereignissen auf den Börsenhandel. Dabei bezog er sich insbesondere auf die in diesem Jahr starken politischen Einflüsse durch einen möglichen Brexit ebenso wie die durch Präsident Trump initiierten Nachrichten über mögliche Handelsstreitigkeiten mit Europa. „Sie haben als Team viele Möglichkeiten der Informationsgewinnung“, ermunterte Picierro die Jugendlichen.

Tobias Philipp, der in der Sparkasse für Vermögensmanagement, Börse und Wertpapierhandel zuständig ist, erklärte einige Grundlagen des Börsenhandels, der mit einem Marktplatz vergleichbar sei und wo statt mit Waren mit fiskalischen Beteiligungen an Unternehmen gehandelt werde. Der Börsenfachmann machte eingangs klar, dass es kein Patentrezept gebe. Er erläuterte Begriffe aus dem Börsengeschehen wie beispielsweise DAX, Indizes sowie die verschiedenen Wertpapierformen und gab Informationen über die nationalen und internationalen Börsenplätze einschließlich des Ablaufs bei An- und Verkauf einer Aktie.

Sein Rat an die Spielteilnehmer: „Beachten Sie Nachrichten, die Auswirkungen auf Unternehmen im Einzelnen und die Wirtschaft insgesamt haben könnten. Der Austausch der Informationen in der Gruppe und die Beschäftigung mit diesen Ereignissen sind wichtig für den Erfolg!“ Philipp, der seit vielen Jahren das Planspiel Börse begleitet, endete mit dem Zitat von André Kostolany, einem amerikanischen Börsen- und Finanzexperten: „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier ‚G‘: Geld, Gedanken, Geduld und Glück. Wer die ersten drei befolgt, hat früher oder später auch das notwendige Glück.“

Startkapital und Nachhaltigkeit

Michael Sambeth, Leiter Marketing, informierte über die Spielregeln und das Anmeldeverfahren, für das Minderjährige unter 16 Jahren die Einwilligung der Eltern benötigen. Jedes der aus zwei bis vier Spielern bestehenden Teams erhält ein Startkapital von 50.000 Euro. Sie können maximal 20.000 Euro in eines der 175 handelbaren nationalen und internationalen Wertpapiere investieren. Er verwies insbesondere auch auf besonders nachhaltig eingestufte Wertpapiere, die mit einem Symbol extra gekennzeichnet sind. Für die Wertsteigerung der Anlagen in dieser Kategorie gibt es eine eigene Bewertung, da soziales Engagement und ökologisches Handeln auch in der Wirtschaft immer wichtiger werden. So lernen die Teilnehmer, zukunftsorientiert und verantwortungsvoll zu investieren. Die Spieler können mittels einer App per Smartphone, Tablet oder PC jederzeit bequem auf alle Infos und das Depot zugreifen. „Die Zusammenarbeit und Entscheidung im Team ist ganz wichtig“, so der abschließende Tipp von Sambeth.

Auf die Sieger im virtuellen Handel warten wertvolle Geld- und Sachpreise. Die deutschlandweit besten fünf Teams in der Depotgesamtwertung reisen für drei Tage zum „European Event“ nach Berlin. Auf die „TOP 5“ aus Kaufbeuren und Buchloe warten ebenfalls attraktive Preise. Laut Sambeth haben aktuell 115 Spielgruppen mit rund 460 Teilnehmern aus zwölf Schulen in der Region ihre Teilnahme angekündigt. Bis 6. November sind noch Anmeldungen möglich und am 11. Dezember endet die Spielrunde.

Am Planspiel Börse nehmen teil die Staatliche Realschule Buchloe, die Sophie-La-Roche-Realschule, das Jakob-Brucker-Gymnasium, die Wirtschaftsschule Frenzel, die FOSBOS Kaufbeuren, das Marien-Gymnasium, die Grund- und Mittelschule Germaringen sowie das Gymnasium Buchloe.

von Wolfgang Becker

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