Um das Marktoberdorfer Stadtbild verdient gemacht

Städtebauliche Vorzeigeprojekte

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Die Preisträger der Emmi-Fendt-Preise 2017: (v. li.) Thomas Traut, Architekt des Mohrenhauses, Magnus Lipp, Architekt des Gasthofes Zum Sailer, Xaver und (im Vordergrund) Christine Stocker, Eigentümer des Mohrenhauses, Carl Singer, Dr. Berthold Fourné und Dr. Hans Breitruck, Gesellschafter des Ärztehauses medicum, sowie Architekt Peter Ossenberg und Manfred Rietzler, Eigentümer des Königswirt, und Projektleiterin Birgit Karle.

Marktoberdorf – In einer kleinen Feierstunde hat die Initiative Stadtentwicklung Marktoberdorf ISM vergangene Woche in mehreren Kategorien den Emmi-Fendt-Preis verliehen. Dieser Preis geht an Bauherren, die sich 2016 durch ihre baulichen Aktivitäten um das Stadtbild verdient gemacht hatten.

Vor mehr als 14 Jahren hatte Emmi Fendt, Ehefrau des Turm­uhrmachers Clemens Fendt, der Stadt als großzügige Spende einige Gebäude vererbt, verbunden mit einem Wunsch: „Macht’s was draus“. 2007 saß dann der Vorstand des ISM zusammen und überlegte, wie man ohne großes Vereinskapital die Bürger von Marktoberdorf unterstützen könnte, das Stadtbild zu erhalten oder weiter zu entwickeln. Man fand den Weg, durch Lob in der Öffentlichkeit möglichst viele Nachahmer zu finden und hob den Emmi-Fendt-Preis aus der Taufe. Der Preis ist eine Bronzefigur des Künstlers Bruno Wank, einem Kind der Stadt Marktoberdorf. Das Werk stellt ein Stück Seil dar und soll ein Symbol für Zugkraft und Zusammenhalt sein. Alle bisherigen und zukünftigen Preisträger sollen damit symbolisch an einem Strang ziehen. In diesem Jahr verlieh der ISM-Vorsitzende Franz-Josef Fendt die Preise in vier Kategorien. Architekt Hermann Schuder verlas die Laudationen.

Mohrenhaus, Eberle-Kögel-Straße


In der Kategorie Neubau/Gewerbe erhielten Christine und Xaver Stocker die Ehrung für die mutige Entscheidung, ein stattliches Geschäftshaus an Stelle des ehemaligen Gasthauses zum Mohren zu errichten. Damit wurde eine Baulücke geschlossen, das Haus bereichert nun mit modern, eleganter Fassadengestaltung das Straßenbild.

Zum Sailer, Marktplatz


In der Kategorie Renovierung Gastronomie wurde das Wirtshaus Zum Sailer geehrt. Nachdem vor Jahren die ehemalige Brauerei ausgegliedert worden war, blieb das ehrwürdige Wirtshaus an beherrschender Stelle stehen und wurde in mehreren Abschnitten renoviert und umgebaut. Dabei wurde der Baukörper belassen und das modernisierte Erscheinungsbild fügt sich gut in die gute Stube von Marktoberdorf ein. Man ehrt mit dem Preis die Beharrlichkeit und den Einsatz der Eigentümer Rita und Gerd Borges.

Ärztehaus Medicum, Ruderatshofener Straße


Das neue Ärztehaus wurde in der Kategorie Gesundheitswesen Neubau gewürdigt, der Dank gebührt Dr. Hans Breitruck und seinen Gesellschaftern. Der moderne Gebäudewürfel mit fünf Facharztpraxen, Physiotherapie, Apotheke, Sanitätsbedarf, Café und Räumen des Landratsamtes bildet einen städtebaulichen Akzent zum gegenüberliegenden, raumprägenden Baukörper des Landratsamtes. Dadurch ergibt sich eine Torsituation für den nördlichen Stadtteil Moos.

Königswirt, Bertoldshofen

Der Sonderpreis wurde an Manfred Rietzler verliehen für die komplette und liebevolle Sanierung des Königswirtes in Bertoldshofen und die Wiederbelebung, auch im Außenbereich mit Biergarten und Salettl. Der Architekt Peter Ossenberg erläuterte dazu: „Ein Dorf ohne Wirtschaft darf es eigentlich nicht geben. Das ist wie ein Donut: außen rum ist was und in der Mitte Luft. Wir haben wieder einen Krapfen daraus gemacht, innen mit einer herrlichen Füllung“.

von Wolfgang Krusche

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