Integrationsbeirat des Stadt Kaufbeuren vergibt Projektmittel für 2018

Projekte, die Brücken bauen

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Kräftig auf die Pauke hauen wird die multikulturelle Trommelgruppe des Asylkreises auch im neuen Jahr

Kaufbeuren – Der Integrationsbeirat der Stadt hatte sich kürzlich mit der Vergabe von Förderanträgen zu befassen. Eigentlich kann das Gremium aus einem Topf von jährlich 20.000 Euro schöpfen, jedoch belief sich die beantragte Summe für zwölf Projekte auf 24.400 Euro. Leicht nachvollziehbar, dass Konflikte zwischen den Interessensvertretern vorprogrammiert waren, da Kürzungen bei dem ein oder andern Projekt unvermeidbar waren.

Der Bericht der Geschäftsstelle vom zuständigen Amtsleiter Alfred Riermeier bot zunächst noch wenig Stoff zur Diskussion, schließlich handelt es sich um die Darstellung der derzeitigen Entwicklung. Da berichtete Riermeier zum Beispiel über die Verlängerung der Stelle von Jürgen Schick, der als Bildungskoordinator für Flüchtlingsprojekte zuständig ist.

Vergangene und geplante Projekte

Die Darstellung der durchgeführten Projekte im laufenden Geschäftsjahr 2017 durch die jeweils verantwortlichen Vertreter fand zustimmende Anerkennung. Diesen ruhig gelassene Verlauf gab es dann nur noch phasenweise, als die zwölf Anträge vorgestellt wurden. Bei langjährigen Projekten wie dem Festival der Vielfalt brauchte es allerdings nur kurze Zeit, zumal das neue Thema und der genaue Termin noch nicht festgelegt sind. Einhellige Meinung bestand, dass das bewährte Konzept von Kaufbeuren Aktiv im Jahr 2018 in seine 15. Runde gehen kann.

Ein ganz neues Konzept stellte die freie evangelische Gemeinde Kaufbeuren vor. Für die Einrichtung eines Winterspielplatzes beantragte Pfarrer Rainer Meier 3000 Euro. Nach einigen Verhandlungen wurden 2000 Euro bewilligt. Meier hatte in seiner früheren Stelle bereits eine solche Einrichtung aufgebaut. Kinder bis sechs Jahren sind mit Begleitpersonen dazu eingeladen. Neben den attraktiven Spielgeräten und Spielangeboten für die Kinder hätten auch Eltern aller Nationen und Religionen die Möglichkeit miteinander in Kontakt zu kommen. Ab Aschermittwoch wird es dreimal einen Testlauf in den Gemeinderäumen neben dem Stadtsaal geben.

Günter Kamleiter, Leiter des ortsansässigen Asylkreises, vertrat gleich vier Anträge. So verwies er ausdrücklich auf das Projekt „Rhythmus verbindet“. Die durch viele öffentliche Auftritte bekannte Trommelgruppe des Asylkreises fand mit William Thomason eine neue musikalische Leitung. Der Halb-Brite und Halb-Südafrikaner weiß, wie sehr das gemeinsame Trommeln verbindet. Sein Ziel ist es, schnell wieder eine feste, musikalisch anspruchsvolle Gruppe aufzubauen. Auftritte sollen im neuen Jahr wieder das kulturelle Leben Kaufbeurens bereichern. Mittel in Höhe von 1500 Euro wurden bewilligt.

Zweitausend Euro wurden nach einiger Diskussion den beiden Teestuben in Kaufbeuren und Neugablonz zugestanden. Kamleiter, der 2400 Euro beantragt hatte, machte darauf aufmerksam, dass diese wöchentlich stattfindenden Begegnungsstätten für viele Flüchtlinge lebenswichtige Anlaufstellen seien, um mit den ehrenamtlichen Helfern ihre Probleme klären zu können.

Beherzt aber sachlich

Einen hohen Diskussionsbedarf gab es dann beim vorgeschlagenen Projekt des Bündnisses für Flüchtlinge „Der Vielfalt Raum geben“. Kamleiter vertrat die beantragten 2000 Euro mit dem Hinweis, dass erst durch ein vertieftes Verständnis der Situation in typischen Flüchtlingsländern eine echte Integration der Betroffenen in unserem Land möglich sei. Oberbürgermeister Stefan Bosse hielt dem entgegen, dass eine Veranstaltungsreihe von Vorträgen und sachbezogenen Filmen eher dem Bedürfnis des deutschen Bildungsbürgertums entgegen käme. Die tatsächlichen Betroffenen würden diese Veranstaltungen kaum besuchen. Sein Vorschlag: Diese Veranstaltungsreihe sollte nicht gefördert werden, bis geklärt sei, inwieweit diese Angebote tatsächlich zur Integration beitrügen. Hier konnte sich das Gremium nach lebhaften Diskussionen auf 800 Euro einigen.

Rege diskutiert wurden ebenfalls die Anträge des Vereins der Deutschen aus Russland und des Vereins Türkischer Elternbeiräte, wobei sachlich, aber auch beherzt an mancher Stelle um die Bewilligungssummen gefeilscht wurde. Am Ende wurden 19.000 von 20.000 Euro bewilligt. Damit stehen noch 1000 Euro für zweckgebundene Projekte in 2018 zur Verfügung.

von Peter Suska-Zerbes

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