Investitionen in Industrie 4.0

Wirtschaftsminister überreicht Förderbescheid für Neubau bei Pro-micron

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Vor dem Entwurf für das neue Pro-micron-Gebäude überreicht der Bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (2. v. li.) den Förderbescheid an die Geschäftsführer Hubertus von Zastrow (li.) und Dr. Rainer Wunderlich (re.). Auch die Stadt Kaufbeuren und Oberbürgermeister Stefan Bosse (2. v. re.) unterstützen die Aktivitäten.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Seinen zweiten Besuch in Kaufbeuren in einer Woche nutzte der bayerische Wirtschaftsminister Franz-Josef Pschierer für die persönliche Überreichung eines Förderbescheides für einen Neubau an die Firma Pro-micron GmbH und Co. KG.

Die Kaufbeurer Firma Pro-micron war 2002 von Allgäuer Kommunen, Unternehmen und Einrichtungen im Rahmen der bayerischen Hightech-Offensive gegründet worden. Inzwischen hat der Spezialist im Innovapark Kaufbeuren die Gründungsförderung verlassen und ist wirtschaftlich erfolgreich. Pro-micron entwickelt und produziert mit 33 Mitarbeitern aus sieben Nationen innovative Lösungen für drahtlose Sensorik im Maschinenbau. Namhafte Kunden nutzen beispielsweise das drahtlose Messsystem zur Zerspankraftmessung direkt am Werkzeug. Dazu hält Pro-micron enge Beziehungen zu HAWE-Hydraulik und zur Berger-Gruppe, einem der weltweit größten Hersteller von Präzisionsdreh- und Frästeilen.

Christof Gilnhammer von HAWE-Hydraulik beschrieb die gute Unterstützung durch Hochschulen und Forschung und dankte in seinem Grußwort auch Oberbürgermeister Stefan Bosse für die „umarmende, gastfreundliche Unterstützung durch die Stadt Kaufbeuren“ bei der Ansiedlung. Robin Berger von der Alois Berger GmbH erläuterte kurz, dass durch Nutzung drahtloser Sensorik das Metall mit mehr Intelligenz bearbeitet werden könne, man genauere Daten für Analysen habe und damit die Taktzeiten an den Maschinen reduziert werden könnten.

Pro-micron Geschäftsführer Hubertus von Zastrow kündigte den Neubau eines Büro- und Produktionsgebäudes an und stellte einen ersten Entwurf vor. Auf einer Grundfläche von 3.800 Quadratmetern soll ein vierstöckiges Gebäude mit rund 3.000 Quadratmetern Nutzfläche direkt an der B12 entstehen. Geschäftsführer Dr. Rainer Wunderlich erklärte: „Wir platzen aus allen Nähten“. Im Erdgeschoss solle eine Modellfertigung entstehen, in der der Gesamtprozess einer modernen Fertigung unter Industrie 4.0 aufgezeigt werden könne.

Für diesen Neubau überreichte Wirtschaftsminister Pschierer einen Förderbescheid in Höhe von 815.000 Euro. Durch seinen Besuch bei der Firma wollte der Wirtschaftsminister zeigen, „Industrie 4.0 findet nicht nur in München oder Nürnberg statt“. Man wolle in Zukunft die Ansiedlung von Unternehmen nicht nur durch Förderprogramme wie „Bayern International“ unterstützen oder mit „Bayern Innovativ“ ein Netzwerk bieten, sondern auch Kontakte zu Hochschulen und Forschung zur Verfügung stellen. „Für ein ,Invest daheim‘ wollen wir auch die positiven Faktoren der Region aufzeigen“, sagte Pschierer.

Unter dem Dach der Pro-micron sollen in Zukunft auch Hochschulprojekte und Innovationen zum Thema Industrie 4.0 entstehen. Der Begriff „Industrie 4.0“ beschreibt, dass eine vierte industrielle Revolution eingeleitet wird, um mit umfassender Vernetzung und Digitalisierung die industrielle Produktion noch besser für die Zukunft vorzubereiten. Deshalb fördert der Freistaat Bayern auch ein Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in Kaufbeuren. Professor Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule Kempten, betonte in seinem Grußwort, dass an Hochschulen nicht nur Ausbildung stattfinde, sondern auch Forschung. „Dieses Wissen und die Technologien müssen in die Gesellschaft transferiert werden und wieder zurückkommen“, sagte Schmidt. Zusammen mit den anderen Technologie-Transfer-Zentren in Kempten und Memmingen biete sich die Zusammenarbeit mit Unternehmen im Allgäu zum Thema Prozessdatenoptimierung an. Das neue TTZ wird rund ein Viertel der Fläche im neuen Pro-micron-Gebäude einnehmen. Die Stadt Kaufbeuren fördert ebenfalls die Initiative und übernimmt für fünf Jahre die Miete. Oberbürgermeister Bosse: „Das TTZ hat Bedeutung über Kaufbeuren hinaus“.

von Wolfgang Krusche

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