Das Wasser wird teurer

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Die Investitionen für den Neubau des Buchloer Wasserwerkes (Foto) werden zu 50 Prozent über Gebühren und zu 50 Prozent über einen sogenannten Verbesserungsbeitrag finanziert. Im Hintergrund ist der alten Wasserturm zu sehen, dessen Kapazität nicht mehr ausreichte

Buchloe – Die Stadt wird ab 2016 die Wassergebühren erhöhen und darüber hinaus noch einen einmaligen sogenannten „Verbesserungsbeitrag“ von ihren Bürgern erheben. Das beschloss der Werkausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Allerdings muss der Stadtrat noch zustimmen.

Die Gebührenerhöhung und die Erhebung des Verbesserungsbeitrages war zu erwarten und auch angekündigt worden. Der Grund ist der Neubau des Wasserwerkes in den Jahren 2013 bis 2015.

Bürgermeister Josef Schweinberger begründete im Werkausschuss noch einmal die Notwenigkeit der Investitionen. Der Neubau des Wasserwerkes sei für die langfristige Versorgungssicherheit notwendig gewesen. Er hoffe und sei sicher, dass für die nächsten 50 Jahre die Wasserversorgung gesichert sei. Die vorgelegte Beitrags- und Gebührensatzung hat eine Laufzeit von 2016 bis 2019.

Die Gebühren für einen Kubikmeter Wasser steigen von bisher 75 auf 94 Cent. Hört sich nach viel an, relativiert sich aber bei den Beispielrechnungen. Knapp 18 Euro mehr im Jahr mehr müsste ein Zweipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 90 Kubikmeter bezahlen.

Im Vergleich zu anderen Kommunen steht Buchloe nicht schlecht da, befanden Schweinberger und die Stadträte im Werkausschuss. So kosten beispielsweise ein Kubikmeter Wasser in Augsburg 1,46 Euro, im benachbarten Landsberg sogar 1,67 Euro. Kämmerer Dieter Streit mahnte aber, die Gebühren ließen sich nicht immer vergleichen.

Bei der Finanzierung für das neue Wasserwerk hatte Buchloes Stadtrat bereits 2012 beschlossen, dass 50 Prozent der Herstellkosten über Gebühren und die anderen 50 Prozent über sogenannte Verbesserungsbeiträge finanziert werden sollen. Zu den Herstellkosten zählen die Grunderwerbskosten sowie die Bau- und Nebenkosten in Höhe von 3,82 Millionen Euro. Die endgültige Schlussrechnung fehlt zwar noch, deshalb wurden 1,9 Millionen Euro als vorläufiger Kalkulationsbetrag angesetzt. Dieser Betrag wird als einmaliger Betrag, der allerdings auf zwei Jahre verteilt werden kann, zu 60 Prozent auf die Geschossflächen und zu 40 Prozent auf die Grundstücksflächen umgelegt.

Konkret bedeutet dies, dass je Quadratmeter beitragspflichtiger Geschossfläche 69 Cent und je Quadratmeter beitragspflichtiger Grundstücksfläche 20 Cent bezahlt werden müssen. Ein Beispiel hilft hier weiter. Der Besitzer eines Einfamilienhauses mit 350 Quadratmeter Geschossfläche und einem 800 Quadratmeter großen Grundstück kommt auf 401,50 Euro. Der Besitzer eines Reihenhauses mit 200 Quadratmeter Geschossfläche und einem 200 Quadratmeter großen Grundstück muss 178 Euro berappen.

Im Gegensatz zu den Kanalgebühren wird auf die Wassergebühr der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Dazu kommen noch die Grundgebühren, die sich nach dem so genannten Dauerdurchfluss der verwendeten Wasserzähler richten. Zähler mit einer Durchflussmenge von 16 Kubikmeter pro Stunde sollen aber unverändert bei 96 Euro pro Jahr bleiben.

Bereits vor einigen Wochen hatte der Stadtrat beschlossen, die Abwassergebühren zu erhöhen (wir berichteten). Bislang mussten Buchloes Haushalte 1,01 Euro pro Kubikmeter bezahlen, wenn sie so genannte Volleinleiter waren und sowohl Schmutz- als auch Regenwasser in das Kanalsystem einleiten. Ab 2016 werden dann 1,16 Euro fällig. Für Haushalte, die nur Schmutzwasser einleiten, beträgt die zukünftige Gebühr 83 Cent pro Kubikmeter. Die Gebühren gelten ebenfalls vier Jahre.

Hauptgrund für die Steigerung sind die Kosten für die Kanalsanierungen. In den nächsten Jahren wird die Stadt allein für die Reparatur ihres Kanalsystems rund 260.000 Euro auf den Tisch legen müssen. Insgesamt muss Buchloe zwischen 2016 und 2019 im Schnitt pro Jahr 1,8 Millionen Euro für die Abwasserbeseitigung bereitstellen. Der größte Kostenblock ist die Kläranlage, die 1,1 Millionen Euro jährlich benötigt. Im Langfristvergleich kann man feststellen, dass in früheren Jahrzehnten schon erheblich höhere Gebühren bezahlt werden mussten.

von Siegfried Spörer

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