Fachmarktzentrum soll "Märzenpark" heißen

So sollen die Unternehmen im „Märzenpark“ unterkommen.Foto: Mauer+Höß Architekten BDA

Kaufbeuren – Alle sprechen vom Forettle-Center, doch was ist eigentlich mit dem geplanten Fachmarktzentrum (FMZ) an der Mindelheimer Straße? In der öffentlichen Wahrnehmung offenbar nicht viel! Doch der Schein trügt gewaltig, denn der Kaufbeurer Unternehmer Josef Scheibel hat seine Pläne fix und fertig und zur Prüfung bei der Bauverwaltung liegen.

Der Kaufbeurer Investor rechnet damit, dass noch im Februar die Baugenehmigung erteilt wird. „Alle Auflagen wurden erfüllt, nichts spricht gegen eine Genehmigung“, so der Investor. Anders als beim Forettle-Center, hat Scheibel mit allen seinen Mietern die Mietverträge bereits unterschrieben. Drei neue Angebote wird es damit in Kaufbeuren geben, ein Lebensmittelmarkt wechselt seinen Standort. Scheibel investiert in sein Projekt rund zehn Millionen Euro.

„Märzenpark“ – so soll das Fachmarktzentrum an der Mindelheimer Straße auf dem Areal des ehemaligen Baumarktes „toom“ heißen, erklärte Scheibel im Redaktionsgespräch. Der Name ist als Anlehnung an den Märzenbach zu verstehen, der früher offen über besagtes Grundstück verlief.

Wichtig ist Scheibel, dass der alte Baumarkt nicht abgerissen wird, da sein Vater 1986 „sehr solide und qualitativ gut“ gebaut habe. Daher werde das Gebäude komplett saniert und umgebaut. Alle angrenzenden älteren Bauten werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bei der Umsetzung des Projektes steht die Revitalisierung der bestehenden Bausubstanz im Vordergrund. Diese wird um einen Neubau von rund 100 Meter Länge und 20 Meter Breite über drei Ebenen ergänzt. Dabei legt Scheibel wert auf Nachhaltigkeit, „so dass wir uns in Passivhausstandards bewegen“. Darüber hinaus wird der gesamte Gebäudekomplex, also Alt- und Neubau, klimatisiert.

Anders, als das beim Forettle-Center der Fall sei, habe sich Scheibel bei der Bemessung der einzelnen Verkaufsflächen an die einstigen Vorgaben der Verwaltung gehalten. Diese schreiben laut Scheibel eine Größe von mindestens 600 Quadratmeter vor (wie berichtet, lässt der Durchführungsvertrag beim Forettle-Center zwei Ausnahmen zu). Scheibel wollte bewusst keine Ausnahmen, da er nur an Unternehmen vermieten wolle, die aufgrund der benötigten Größe nicht in der Innenstadt unterkommen würden.

Wer zieht ein in den "Märzenpark"? 

So zieht jetzt Feneberg von der Alten Weberei auf 1200 Quadratmeter in den „Märzenpark“ um, neu sind „dm“ (700 Quadratmeter), Depot (Wohnaccessoires, 650 Quadratmeter) und Futterhaus (Tiernahrung, 600 Quadratmeter). Weitere Nutzer sind laut Scheibel die Post, die in den Eingangsbereich von Feneberg mit ihren Schließfächern von der Heinzelmannstraße umzieht. Darüber hinaus soll auch ein kleiner Service-Schalter eingerichtet werden, an dem kleine Postgeschäfte erledigt werden können. In einem separaten Bereich seien zudem Selbstbedienungs-Automaten der beiden großen örtlichen Banken (VR Bank und Sparkasse) vorgesehen. Die Entscheidung der beiden Geldinstitute stehe laut Scheibel aber noch aus.

Ferner seien im ersten Obergeschoss über 1800 Quadratmeter Büroflächen geplant, die bereits zu 60 Prozent vermietet sind. Im Untergeschoss entstehen zu den bereist vorhandenen 30 Parkplätzen 60 neue großzügig angelegte Tiefgaragen-Stellplätze, die auch für Innenstadtbewohner zur Verfügung stehen sollen.

Gute Erreichbarkeit des Fachmarktzentrums

Um den „Märzenpark“ auch gut per Rad oder zu Fuß erreichen zu können, wird eine Anbindung über den Grünstreifen bei Rofu-Spielwaren zur Kemptener Straße realisiert.

Die Verkehrsanbindung erfolgt über zwei Ein- und Ausfahrten zur Mindelheimer Straße (siehe auch Grafik). Insgesamt rund zehn Millionen Euro will Josef Scheibel in das Fachmarktzentrum „Märzenpark“ investieren. Der Baubeginn erfolgt sofort nach der Genehmigung im Frühjahr 2016. Die gemeinsame Eröffnung aller Geschäfte ist für Herbst 2017 vorgesehen, so der Investor.

von Kai Lorenz

Die Chronik "Märzenpark":

Fachmarktzentrum „Märzenpark“ Mindelheimer Straße:

• 2007: Vertrag mit Baumarkt „toom“ läuft aus, Übergangsmieter bis 2010

• 2010: Fertiger Bauantrag mit Feneberg, dm, Getränkemarkt und Zoowaren, wurde seitens Stadt abgelehnt

• 2011: Versuch mit OBI klappte ebenfalls nicht, OBI wollte nicht umziehen.

• 2012: Erneuter Versuch nach Vorgabe der Stadt, FMZ Forettle kam ins Spiel, Stadtrat stimmt beiden FMZ zu

• 2016: alle Mieter gemäß Vorgaben der Stadt unter Vertrag

• 2017: geplante Eröffnung im Herbst

von Wolfgang Becker

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