"mauke – DIE BAND" präsentiert ihr neues Programm "Jesolo"

"Die Adria – der Strand von Gablonz"

+
„mauke – DIE BAND“ in Concert. Im Hintergrund Italienfahrt-Impressionen einschließlich des „Hässlichen Deutschen“ in kurzen Hosen mit weißen Socken in den Sandalen...

Blonhofen – Sie machen sich ein bisschen rar. Allerhöchstens einmal im Jahr präsentieren sie an zwei Abenden ein neues Programm. Aber das dürfte sicher nicht der einzige Grund dafür sein, dass diese Konzerte schon im Vorverkauf immer blitzschnell restlos ausverkauft sind und bereits lange vor Beginn eine riesige Schlange vor Zitts Theaterstadel in Blonhofen auf Einlass wartet, um einen der begehrten vorderen Plätze zu ergattern. Die Rede ist von „mauke – DIE BAND“, die kürzlich im Theaterstadl ihr neues Programm „Jesolo“ vorgestellt hat.

Diesmal haben sich die sechs hochmusikalischen Mundartkabarettisten mit dem schon im alten Gablonz gern geübten und auch von Heinz Kleinert besungenen Brauch beschäftigt, im Urlaub in den Süden zu reisen. Nicht ohne Grund wurde die nördliche Adria-Küste auch „der Strand von Gablonz“ genannt.

13 „neue“ Lieder und – wegen des Wiedererkennungswerts – auch einige Erfolgsstücke aus früheren Programmen enthält das aktuelle Programm. Natürlich ist keine der Melodien wirklich neu, vielmehr wurden wieder Klassiker – für „Jesolo“ vorwiegend aus der italienischen Schlagerszene – von „mauke“ in bewährter Manier mit zwerchfellerschütternden paurischen Texten unterlegt. „Buona Sera, Signorina“ wurde zu „Habe die Ehre, Diener, Diener“, „Strada del Sole“ heißt „Strouße zun Brenner“ und „Arturo“ (nach „Azurro“) erzählt von schwarzgelockten südländischen Strand-Adonissen.

Neben neuen Liedern kommen immer auch frühere Mauke-Renner wie die Geschichte vom Badetag oder vom Pilzgericht oder von der Sensibilität des Mannes zu Ehren, der Erkennungssong „Mauke, Mauke“ („Icecream“) darf nicht fehlen und das im Original gesungene „Please release me“ wird zum Gaudium des Publikums dreisprachig vorgetragen mit hochdeutscher und sehr eigenwilliger paurischer Übersetzung („Mach kej Thiatr, Ale!“). Die Zuhörer im Saal, allen voran die Maukianer vom Mauke-Fan-Club in grün-weißen Fan-Shirts, singen und klatschen auch diesmal begeistert mit.

Und selbstverständlich verwandelt sich O. Michael Siegmund bei „Wenn de Glasl hell erklingen“ mit einem „olejbschn“ rosa „Kouptichl“ wieder in Michaela und zetert und keift in kreischendem Falsett „nej, nej, nej, du alr Sifflich!“, bevor der betrunken heimgekehrte Gatte eins mit der „Pletsche“ verpasst bekommt. Dieses Paradestück reißt das Publikum jedes Mal zuverlässig zu Lachstürmen hin.

Beim tragischen Lied von der Erfindung des Snowboards („Angie“ als „Ejn Schi“), mit dem Michael Jäger und seine „Rollenden Steine“ später ihre Karriere begründet haben sollen, kann „Fast Finger“ Sven Siegmund am Synthesizer seine Pianistenqualitäten so richtig entfalten. Bassist Dieter Schaurich und E-Gitarrist „Professor Dr. Dr.“ Herbert Stumpe, „die Intelligenz der Band“ steuern die richtigen Unter- und Obertöne bei und „Der Bezaubernde“ Björn Siegmund sorgt auch dann für Gesang, wenn Leadsänger Wolfgang Klemm eine Instrumental-Einlage bringt: Er beherrscht auch Trompete, Akkordeon und Akustikgitarre.

Dem zu einem nicht geringen Teil allgäuerischen Publikum zuliebe moderiert Wolfgang Klemm die einzelnen Songs größtenteils „nouch dr Schröft“, sprich: auf Hochdeutsch. Die Einleitung der meisten Lieder von Band-Poet und Schlagzeuger O. Michael Siegmund erfolgt jedoch nach wie vor mit einem paurischen „Stickl“ – das gehört einfach dazu wie „dr Senft zur Rejchrworscht“. Die Stickl gibt es übrigens neuerdings auch in gedruckter Form und sind unter dem Titel „Paurisch ös ne ömzubreng“ zu kaufen.

Und wer beim Kartenverkauf diesmal leer ausgegangen ist, hat im nächsten Frühjahr eine weitere Chance, Mauke mit „Jesolo“ zu erleben. Der Vorverkauf für das Frühjahrskonzert soll Mitte Dezember starten (der genaue Termin wird noch bekannt gegeben), damit der eine oder andere noch eine Karte unterm Weihnachtsbaum finden kann.

von Ingrid Zasche

Auch interessant

Meistgelesen

Blitzschlag zerstört Windrad
Blitzschlag zerstört Windrad
Zwei konträre Ansichten zum Tierheim Beckstetten
Zwei konträre Ansichten zum Tierheim Beckstetten
„Ein Europa von unten“
„Ein Europa von unten“
Einzelpraxis bald ein Auslaufmodell?
Einzelpraxis bald ein Auslaufmodell?

Kommentare