It‘s Showtime in Marktoberdorf

2018 war Fendts bestes Traktorenjahr – Jahres-Neuheiten in Szene gesetzt

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Eine Produkt-Neuheit: die Großtraktoren-Baureihe 900 Vario.

Marktoberdorf – Zugegeben, sie verstehen nicht nur etwas von Landwirtschaft. Sie verstehen auch etwas von großem Kino. Die internationale Jahrespressekonferenz des Ostallgäuer Landtechnikherstellers AGCO/Fendt setzte auf Showeffekt und beeindruckte mit dramatischen Momenten und starken Maschinen.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand die Vorstellung neuer Produkte und Features, die das Full-Line-Angebot von Fendt erweitern und vervollständigen werden, allen voran die neu aufgesetzte Großtraktoren-Baureihe 900 Vario mit ihrem Topmodell, dem 942 Vario, der erstmals die 400 PS-Marke sprengt. Neu war in diesem Jahr auch der Claim, mit dem sich Fendt per 360 Grad-Werbefilm, Ton- und Lichteffekten den rund 150 weltweit angereisten Journalisten präsentierte. „It‘s Fendt“, heißt dieser Slogan. „Weil wir Landwirtschaft verstehen.“

Alles im grünen Bereich: Fendt-Chef Peter-Josef Paffen zeigte sich mit der Entwicklung auf dem Traktorenmarkt zufrieden. Er peilt immer noch den Absatz von 20.000 Schleppern im kommenden Jahr an.

Die Pressevertreter konnten gleichzeitig auch die 2.400 Quadratmeter große, frisch aufgestellte Ausstellungshalle bewundern, die Peter-Josef Paffen, Vorsitzender der AGCO/Fendt Geschäftsführung, just am Tag der Pressekonferenz offiziell eröffnete. Sie soll der Präsentation des Full-Line-Programms dienen, also Maschinen und Dienste vorstellen, die sich an der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette orientieren. Alles, was der Bauer braucht, vom Säen bis zum Ernten, erhält er künftig aus einer Hand und einer Marke. So erklärte Dr. Rob Smith, Senior Vice President von AGCO für Europa und den Nahen Osten, die seit rund drei Jahren mit Nachdruck betriebene Strategie des Konzerns.

Erfolgreichstes Fendt-Jahr

Diese Strategie trägt erstmals Früchte. So verzeichnete Fendt im vergangenen Jahr immerhin das erfolgreichste seiner bald 90-jährigen Geschichte, wie Paffen sagte. „Den Traktorenabsatz konnten wir um weitere zwölf Prozent auf 16.806 Einheiten erhöhen. Der Exportanteil blieb mit 66 Prozent in etwa auf Vorjahreshöhe. Das Wachstum hält weiter an“, so der Fendt-Chef. Im Jahr 2017 waren noch 15.020 Schlepper verkauft worden. Paffen betonte daher, an dem Ziel 20.000 Traktoren im Jahr 2020 abzusetzen, weiter festzuhalten. „ Aktuell rechnen wir mit einem einen Absatz von 18.000 Fendt Traktoren plus X im Jahr 2019. Damit kommen wir unserem Ziel mit 20.000 Traktoren im Jahr 2020 wieder einen großen Schritt näher.“ Gesteigerte Stückzahlen verzeichnete der Landtechnikhersteller auch im Full-Line-Angebot, also bei Mähdreschern, Ballenpressen, Schwadern, Mähwerken und Ladewagen.

Noch liegt Bühnennebel in der Luft, als sich der Schleier über den ausgestellten Traktorneuheiten lüftet.

Mit der aktuellen Entwicklung auf dem deutschen Traktorenmarkt zeigte sich Paffen denn auch sehr zufrieden. Dies bestätigten die offiziellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamts zu den Traktorzulassungen von Januar bis Mai 2019. 21,7 Prozent mehr als im Vorjahr und insgesamt 12.038 Schlepper waren in der ersten Jahreshälfte in Deutschland zugelassen worden. Fendt stehe dabei, so Paffen, in den ersten fünf Monaten auf dem Gesamttraktorenmarkt ab Null PS mit 23,9 Prozent, ab 51 PS mit 29,4 Prozent und ab 201 PS mit 42,6 Prozent Marktanteil jeweils an erster Stelle. „Der deutsche Traktorenmarkt läuft derzeit auf einem relativ verlässlichen Niveau. Unser Ziel ist, bis zum Jahresende die sehr gute Marktposition von Fendt in Deutschland weiter zu verbessern.“

Mitarbeiterzahl gestiegen

Mit den wachsenden Produktions- und Absatzzahlen an allen sechs AGCO Standorten in Deutschland (Marktoberdorf, Asbach-Bäumenheim, Feucht, Hohenmölsen, Waldstetten und Wolfenbüttel) sei auch ein Aufbau der Beschäftigung verbunden, wie Fendt-Chef Paffen weiter ausführte. Ende Dezember 2018 beschäftigte AGCO/Fendt insgesamt 5.398 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 3.622 am Hauptsitz in Markt­oberdorf. Insgesamt sind das 461 Stellen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Bis Ende Mai 2019 habe die Mitarbeiterzahl auf 5.571 weiter zugenommen, 173 Beschäftigte mehr als Ende 2018. Für Forschung und Entwicklung plant Fendt ein Budget von 73 Millionen Euro für das Jahr 2019 ein.

Neu im Portfolio

So früh wie noch nie, nämlich Monate vor der weltgrößten Landwirtschaftsmesse Agritechnica, präsentierte Fendt seine Produkt-Neuheiten. Highlights sind dabei die neue Großtraktoren-Baureihe 900 Vario und Fendts größter Mähdrescher Ideal mit Joystick statt einem Lenkrad.

Fendt-Marketing-Chef Roland Schmidt lüftete Fendts bestgehütetes Geheimnis und stellte den neuen 900er als Schlepper für den globalen Einsatz vor. Vom neuen Fendt 900 Vario wird es fünf Modelle geben, die laut Angaben des Herstellers vor allem für die Aufgaben in Großbetrieben oder bei Lohn­unternehmen weltweit getrimmt sind. Neben satten PS-Zahlen gehört dazu auch die spezielle 60 Zoll Rad-Reifen-Kombination, die im nordamerikanischen Markt gefragt ist. Das große Paket an Produktneuheiten machen das neue Topmodell unter den Mähdreschern, der Fendt Ideal 10, das komplett neu entwickelte Frontmähwerk Fendt Slicer FQ, der Feldhäcksler Katana als Modell 650 mit einer Schleif­einrichtung am Messerblock, der neue Fendt 314 Vario sowie die Erweiterung der Fendt Tigo Ladewagen-Palette um drei Modelle aus.

Intensiv arbeite Fendt auch an der Optimierung agrarwirtschaftlicher Prozesse, sagte Paffen. Smart Farming sei das Stichwort, das die Vernetzung von Maschine, Gespann, Landwirt, Service und Hersteller im Blick habe. „Die Möglichkeiten der Datenerhebung und der Auswertung schreiten rasch voran“, erklärte Paffen und betonte dabei, dass diese Daten dem Landwirt gehörten und er allein bestimme, was damit geschehe. Der Nutzen und das besondere Kundenerlebnis stünden bei aller digitaler Performance im Vordergrund: „Wir als Landtechnikhersteller erschließen mit unserem DCX Programm (Digital Customer Experience) ganz neue Geschäftsfelder, um den gestiegenen Anforderungen von modernen Landwirten gerecht zu werden“, gab Paffen die Devise aus.

von Angelika Hirschberg

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