Mehr Naturverbundenheit

+
Von den Jagdhornbläsern umrahmt, nahm die Jägervereinigung Marktoberdorf durch desssen Vorsitzenden Alois Altmann (v. li.) folgende Ehrungen vor: Helmut Heel (Lengenwang, Goldene Ehrennadel der JV MOD), Frau Weinbrenner (Begrüßung als neue Dirigentin der Jagdhornbläser), 1. Bürgermeister von Lengenwang Josef Keller (Silberne Ehrennadel), Erwin Schreyer (Wanderpokal des Hegerings Geltnachtal), Arbeitskreisleiterin der Jägerinnen Schwaben Paula Wölfle (Dank für die Gestaltung des Festsaals), Altbürgermeister Lorenz Fischer (Silberne Ehrennadel) und Barbara Ostwald (Dank für Gestaltung des Festsaals). Nicht mit auf dem Foto sind Georg Sontheim vom BBV (Silberne Ehrennadel) und Irmtraud Wahl (60-jährige Mitgliedschaft in der JV).

Marktoberdorf – Schon einige Tage vor dem eigentlichen Hubertustag am 3. November feierte die Jägervereinigung Marktoberdorf ihre Hubertusmesse in Lengenwang bei Marktoberdorf – mit anschließender Feier im Gasthof Adler und etwas „verzagtem Herzen”, wie Alois Altmann, Vorsitzender der Jägervereinigung, in seiner Ansprache betonte.

Die Natur und damit auch der Wald als Lebensraum des Wildes verändere sich immer mehr durch „radikale Nutzung“, erklärte Altmann. Anlässlich des Hubertustages wolle er die Menschen dazu ermutigen, wieder zurück zur Natur zu finden und appellierte an die Bürger, auch die Jagd als wichtigen Teil der traditionellen Naturverbundenheit zu sehen. 

An die Forstwirte, die wegen des sogenannten „Verbisses“, den Pflanzenschäden durch Wild, meist höhere Abschusszahlen fordern, richtete er die Worte: „Nicht Wald vor Wild sondern Wald mit Wild!“ 

Jäger, Landwirte, Forstwirte, Behörden und Grundstücksbesitzer seien eine Verantwortungsgemeinschaft. Die Zusammenarbeit angesichts der oft unterschiedlichen Interessen funktioniere aber im Landkreis grundsätzlich gut, so Altmann weiter. Lobend äußerte sich der Vorsitzende über die jüngste Entscheidung des Bundeskriminalamtes, den Einsatz von Nachtzielgeräten abzulehnen. Bei Besitz und Einsatz drohten Freiheits- und Geldstrafen sowie der Verlust des Jagdscheins. 

Auch dass eine Schallreduzierung aus medizinischen Gründen in Bayern mittlerweile genehmigungsfähig sei, sei eine gute Nachricht für Jäger und nicht zuletzt die Jagdhunde. 

Vehement sprach sich Altmann gegen den aktuellen Vorstoß des Forstausschusses im Bayerischen Städtetag aus, der jagdrechtliche Forderungen des Waldbesitzerverbandes unterhalb der Gesetzesschwelle umsetzen wolle. Darin enthalten seien unter anderem Verlängerungen der Abschuss- zeiten für weibliches Rehwild, Zulassung des Schrotschusses auf Rehwild und eine Abschaffung des Jagdberaters. „Das ist ideologisch motiviert und geht gegen 160 Jahre erfolgreiches Reviersystem“, so Altmann. 

Anwesend waren unter anderem auch der Amtsleiter des Forstamtes Füssen Robert Berchtold sowie Alfons Hindelang, der sich als 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Marktoberdorf (FBG) vorstellte. 

Er nutzte die Gelegenheit, nach Altmanns Plädoyer für das Wild eine Lanze für die „Pflanzen im Wald“ zu brechen. „Nicht nur die Tiere, auch die Pflanzen gehören zur Schöpfung“, sagte Hindelang. Genau deshalb, so Altmann, könne man die Konflikte zwischen den Interessen nur „im Gespräch lösen“.

von Michaela Frisch

Meistgelesen

Eiskalt durch den Dreck
Eiskalt durch den Dreck
Taliban-Kommandeur im Ostallgäu festgenommen
Taliban-Kommandeur im Ostallgäu festgenommen
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Frau klettert auf Laterne und kommt nicht mehr herunter
Kinotipp: "Die versunkene Stadt Z"
Kinotipp: "Die versunkene Stadt Z"

Kommentare