Von Technik und Tieren

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Der Vorsitzende der Jägervereinigung Marktoberdorf, Alois Altmann (rechts), mit den Referenten Dr. Christine Miller und Peter Beer.

Marktoberdorf – Beim Stammtisch der Jägervereinigung Marktoberdorf im Gasthaus Vogler in Leuterschach konnte kürzlich dessen Vorsitzender Alois Altmann zwei hochkarätige Referenten begrüßen. Sie sprachen über zwei aktuell vieldiskutierte Themen.

So stellte sich der Unternehmer Peter Beer aus Kempten der Diskussion rund um Nachtzieltechnik und Schalldämpfer und die Wildbiologin Dr. Christine Miller informierte die Jäger über die Wiederkehr von Wolf, Luchs und Wildkatze in unsere heimische Wälder. 

Beim Thema Nachtzieltechnik und Schalldämpfer gebe es laut Beer Befürworter und Gegner. Ein Nachtzielgerät auf einem Gewehr fest montiert sei in Deutschland verboten und falle unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Mobile Nachtsichtgeräte seien hingegen erlaubt und stellen wie ein Fernglas ein weiteres Werkzeug für den Jäger dar, so der Waffenexperte. 

Vor allem bei der Jagd auf Schwarzwild wäre ein Nachtzielgerät von Vorteil, denn diese Tiere kämen nur noch nachts vor die Flinte und seien so gut wie nicht sichtbar. Nachtsichtgeräte hingegen mit Wärmebildtechnik hätten zudem den Vorteil, dass man sich schnell einen Überblick verschaffen könnte, was sich im Wald oder auf der Wiese bewegt. Bei der Nachtzieltechnik für Jäger wird der Gesetzgeber jedoch auch in den kommenden Jahren keine Genehmigung verhängen, glaubt Beer. 

Bei der Nutzung von Schalldämpfern sieht es etwas anders aus. So seien diese in Bayern verboten, in Hessen würden Jäger diese nutzen dürfen. Rechtlich gesehen sei ein Schalldämpfer zwar keine Waffe, dennoch falle er unter das Waffengesetz. Damit sei ein Besitz ohne Erlaubnis strafbar, betonte Beer. 

Der Grund, warum Jäger gerne einen Schalldämpfer nutzen würden, liege an der Lautstärke des Gewehrs. Entgegen dem Irrglauben, mit einem Schalldämpfer mache das Gewehr nur noch „Plopp“, liege der Schalldruck am Ohr des Schützen bei circa 160 bis 185 Dezibel, mit Schalldämpfer sind es nur etwa 30 Dezibel weniger. 

Im Vergleich dazu hat ein Düsenjäger in sieben Meter Abstand einen Schalldruck von 130 Dezibel. Dieser Lärm führt unweigerlich zu irreparablen Gehörschäden. Deshalb der Wunsch vieler Jäger nach Schalldämpfern, so Beer. 

Dr. Christine Miller aus Rottach-Egern ist Wildbiologin und informierte die anwesenden über Wolf, Luchs, Wildkatze und Bären. Alle diese Tierarten könnten in Bayern zuwandern. So sei die Wildkatze von anderen Katzenarten optisch nicht zu unterscheiden, sicheren Nachweis bringe nur eine genetische Untersuchung. 

Mit Blick auf den Wolf sei die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er im Ostallgäu auftaucht, „denn Bayern liegt in einem Überschneidungsgebiet der Aktionsradien aller europäischen, expandierenden Wolfspopulationen”. Eine Gefahr für den Menschen sieht die Biologin aber nicht. Junge Wölfe wandern bevorzugt in Landschaftstypen, die sie von Zuhause kennen. Der Wolf jagt hauptsächlich alte, kranke und junge Tiere, einen merklichen Rückgang von Wild wird es aus Millers Sicht nicht geben. 

Auch der Luchs wird im Alpenraum wieder angesiedelt, nachdem er fast ausgerottet war. Er ist ein Einzelgänger und vor allem nachts unterwegs. Ein weiterer Gast könnte der Bär werden, vor allem junge Bären, die ähnlich wie der Wolf große Reviere durchstreifen. Dass in Bayern eine Bärenfamilie dauerhaft bleibt, ist für die Wildbiologin eher unwahrscheinlich. „Menschen mag er nicht, süßer Waldhonig ist ihm lieber“, so Miller.

von Werner Wolf

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