100 Jahre Diakonieverein

Sichtlich gerührt nahm Peter Morgenroth die Auszeichnung in Gold entgegen. Foto: Frisch

Peter Morgenroth, Pfarrer in Ruhestand, bekam im Rahmen des großen Geburtagsfestes „100 Jahre Diakonieverein“ vergangene Woche von seinem Nachfolger Pfarrer Thomas Kretschmar im Namen der bayerischen Diakonie eine ganz besondere Ehrung zugedacht: Kretschmar heftete ihm das Kronenkreuz in Gold ans Revers. Dieses ist eine hohe Auszeichnung der evangelischen Kirche für langjährige Dienste in Kirche und Diakonie.

Damit wird der ehemalige Stadtpfarrer an der Dreifaltigkeitskirche für sein Engagement nicht nur in Kaufbeuren, sondern auch in seiner ehemaligen Pfarrei Puchheim bei München gewürdigt. Insgesamt hatte Morgenroth rund 25 Jahre in der evangelischen Diakoniearbeit gewirkt. Die Urkunde zur goldenen Anstecknadel hatten der Vizepräsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Dr. Wolfgang Teske, und der Präsident des bayerischen Diakonischen Werkes, Dr. Ludwig Markert, unterzeichnet. In seiner Laudatio betonte Pfarrer Kretschmar vor allem Morgenroths Engagement für den Neubau des Heinzelmannstiftes als Seniorenheim im Jahr 2005. Auch dem Espachstift und den Kaufbeurer Kindergärten Matthias-Lauber und Valentin-Heider hatte der Geistliche große Dienste erwiesen. Der Geehrte war sichtlich überrascht von seiner Auszeichnung, da alle Beteiligten im Vorfeld Stillschweigen bewahrt hatten. Das Geburtstagsfest des Diakonievereins, welches der Geehrte selbst maßgeblich mit vorbereitet hatte, ging somit auch für ihn mit einem besonderen Geschenk zu Ende. Zuvor war in einem bunten Bildbogen die hundertjährige Geschichte des Diakonievereins lebendig geworden, der 1910 unter dem Namen „Verein für innere Mission e.V. Kaufbeuren“ gegründet worden war. Besonders heiter wurde es bei den Geschichten von Zeitzeugen, die erzählen konnten, wie es früher im „alten“ Heinzelmannstift zuging. Denn dieser hatte seit seinem Neubau im Jahre 1915 im Wechsel der Zeiten auch schon als Weisenhaus und Schülerheim gedient. Die Seniorin Agathe Schmid erzählte von Ernte-Umzügen mit Leiterwagen zum Waisenhaus und erntete mit viel trockenem Humor so manchen Lacher des Publikums. Die Kaufbeurer Bürger Karin Klinger, Otto Nüßlein und Siegfried Griesinger berichteten danach von ihrer Jugend im Schülerwohnheim, als der Heimleitung so manche Streiche gespielt wurden. Bereits 1965 wurde das Haus dann zu einer Wohnstätte für ältere Menschen umgebaut und danach stetig in Richtung Senioren- und Pflegeheim erweitert. Im Jahre 2004 genügte das historische Gebäude den Ansprüchen moderner Pflege nicht mehr und wurde zugunsten des nur 12 Monate später eingeweihten Neubausweichen. Eine begleitende Ausstellung zur spannenden und wechselvollen Geschichte des Diakonievereins ist bis zum 10. Januar 2011 im Heinzelmannstift zu sehen.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Frauen in der Leitungsebene
Frauen in der Leitungsebene
Gnadenfrist fürs Eisstadion?
Gnadenfrist fürs Eisstadion?

Kommentare