Jubiläumskonzert der Stadtkapelle Kaufbeuren im Stadtsaal 

Hervorragende Repräsentanten

+
Wolfgang „Waggi“ Wagner dirigiert seit 2003 die Stadtkapelle Kaufbeuren und ist damit von allen bisherigen Dirigenten am längsten dabei.

Kaufbeuren – Schier zu klein für die aktuell 62 aktiven Musiker und Musikerinnen der Stadtkapelle Kaufbeuren war die Bühne des Stadtsaals, wo im Rahmen des alljährlichen Herbstkonzerts am vergangenen Samstag das 50-jährige Jubiläum seit der Wiedergründung der Kapelle gefeiert wurde.

Nachwuchssorgen hat die Kapelle jedenfalls keine mehr, da ihre Leitung und die Leitung der Tänzelfestknabenkapelle unter Dirigent Wolfgang „Waggi“ Wagner seit 2003 wieder in einer Hand liegen. Dadurch werden viele der jungen, musikalisch exzellent ausgebildeten Musiker aus der Knabenkapelle, wenn sie spätestens mit 25 Jahren definitiv keine Knaben mehr sind, in der Stadtkapelle aufgefangen.

Auch nicht wirklich eine Sorge, eher ein Anliegen, ist für Tobias Zeitler – seit 2013 Vorsitzender des Vereins Stadtkapelle e. V. und 2017 für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt – die Beschaffung der notwendigen Mittel für die Erneuerung der Tracht. Nachdem die Damen des Orchesters bereits 2014 wegen des Zuwachses an Musikerinnen neue Dirndl bekommen hatten, beschlossen die männlichen Kollegen, sich anlässlich des 50-jährigen Jubiläums nach fast 40 Jahren ebenfalls neu einzukleiden, wieder in traditionell schwäbischer Art. Trotz der großzügigen Förderung der Stadt (wir berichteten) und vieler bereits eingegangener Spenden fehle jedoch immer noch ein gehöriger Betrag, so Zeitler. Diesen wolle der Verein durch drei Spendenaktionen aufbringen: Seit einer Satzungsänderung könne man erstens nun auch Fördermitglied werden. Zusammen mit der VR-Bank habe man zweitens außerdem ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Und schließlich, drittens, werden Jubiläumsartikel verkauft – eine Magnumflasche Jubiläumsbier oder ein Jubiläumsglas oder beides im Set.

Der abschließende Höhepunkt im Jubiläumsjahr wird am 17. Dezember das traditionelle Weihnachtskonzert in der Dreifaltigkeitskirche sein. Im Juni 2018 steht die Uraufführung des von Georg Stich komponierten Crescentia-Musicals in Kooperation mit den Schülerinnen des Marien-Gymnasiums auf dem Plan.

Grußworte kamen von OB Stefan Bosse, Monika Fleschhut, stellvertretende Präsidentin des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes und Bezirksdirigentin vom ASM-Bezirk 05 Kaufbeuren, sowie von MdL Bernhard Pohl (FW). Bosse bescheinigte der Stadtkapelle, sie seien hervorragende Repräsentanten der Stadt. Ihre Einsätze beim Tänzelfest-Lagerleben, beim jährlichen Herbst- und Weihnachtskonzert und anderen Veranstaltungen seien „Meilensteine im Kaufbeurer Jahresablauf, die keiner missen möchte... Thank you for the Music!“.

Monika Fleschhut wünschte der mit etlichen vordersten Rängen bei Wertungsspielen und Musikwettbewerben sowie dem Kaufbeurer Kulturpreis (1993) und der Plakette „Pro Musica“ (1994) prämierten Kapelle weiterhin viel Erfolg. MdL Pohl überbrachte als Jubiläumsgeschenk eine Einladung in den Bayerischen Landtag mit anschließendem Stadtbummel.

Ehrungen

Ehrungen dürfen bei Jubiläen natürlich auch nicht fehlen, und so erhielten Heinrich Haggenmiller für 14 Jahre und Bernhard Pressl für 41 Jahre „musikalische Tätigkeit und unermüdlichen Einsatz im Vereinsleben“ zu ihrem Ausscheiden aus Altersgründen je eine gerahmte Ehrenurkunde.

Ehrenurkunden für die Ausscheidenden (von links): Vorsitzender Tobias Zeitler, Bernhard Pressl (41 Jahre), Heinrich Haggenmiller (14 Jahre), Dirigent Wolfgang „Waggi“Wagner.

Die Moderation des Abends oblag vor der Pause Herbert Lachenmayer, der zwischen den einzelnen, gewohnt schmissig, schwungvoll und akzentuiert dargebrachten Musikstücken mit launigen Kommentaren alte Fotos projizierte. Er zeigte Bilder von den legendären Waldfesten, die zwischen 1972 und 1997 stattgefunden hatten, von Lagerleben-Sketchen und Auslandsreisen. Dabei soll manch einer der Musiker ein gerührtes Tränchen unterdrückt haben.

Nach der Pause übernahm Anja Lippert-Blümlein charmant und humorvoll-frech die Vorstellung der drei noch lebenden ehemaligen Dirigenten der Stadtkapelle, die sich ohne zu Zögern als Gastdirigenten zur Verfügung gestellt hatten: Freek Mestrini, Albert Steidele und Jürgen Lehmann dirigierten je ein Stück aus ihrer aktiven Stadtkapellenzeit und ernteten stürmischen Beifall. Nach dem letzten Stück im Programm applaudierte das überaus begeisterte Publikum so lange, bis es sich noch zwei Zugaben erklatscht hatte.

von Ingrid Zasche

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Neues Konzept für alten Friedhof
Neues Konzept für alten Friedhof
Einschränkung für Bahnfahrer
Einschränkung für Bahnfahrer
Heimat für begrenzte Zeit
Heimat für begrenzte Zeit

Kommentare