20 Jahre König-Ludwig-Verein Germaringen-Mauerstetten: tief verwurzelte Patrioten

Identifikation mit Bayern

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Seit 20 Jahren fast der gleiche Vorstand beim König-Ludwig-Verein Germaringen-Mauerstetten: Gerhard Reggel (Kassier, v. li.), Claudia Paulus (Beisitzerin), Anton Barnsteiner (Beisitzer), Markus Barnsteiner (1. Vorstand), Stephan Zink (Schriftführer), Hugo Bracht (2. Vorstand).

Germaringen – Der König-Ludwig-Verein Germaringen-Mauerstetten feierte mit der Ausrichtung des 39. Bayerischen Patriotentreffens sein 20-jähriges Jubiläum mit einem Feldgottesdienst und Standartensegnung. Aus ganz Bayern und auch aus Germersheim in Rheinland-Pfalz waren Patrioten in die Wallfahrtskirche St. Wendelin angereist, um bayerisches Brauchtum und Tradition zu pflegen.

Mit den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches, gespielt von der vereinseigenen Königlich-Bayerischen Hofkapelle, begrüßte der Erste Vorstand Markus Barnsteiner die zahlreichen Ehrengäste, Fahnenabordnungen und Delegationen der bayerischen Patriotenvereine. Für die vergangenen 20 Jahre dankte er den inzwischen 100 Mitgliedern und seinem Mitbegründer und aktuellen zweiten Vorstand, Hugo Bracht. Patriotismus zeige sich auch in der Beständigkeit: Bis auf einen Wechsel beim Kassier blieb der Vorstand in 20 Jahren unverändert.

Martin Angerstorfer, 2. Vorsitzender des Verbandes der Königstreuen in Bayern, versicherte in seinen Grußworten: „Auch das diesjährige Patriotentreffen wird seinen Beitrag leisten, das Bayern so bleibt, wie wir es lieben: bodenständig, traditionsbewusst und stolz auf seine eigene Identität“.

Im „wunderbaren Ostallgäu“ hieß Landrätin Maria Rita Zinnecker die Gäste willkommen. Dass so viele gekommen seien, zeige die große Verehrung für König Ludwig II. „Er war nicht nur ein Träumer, sondern auch ein Umsetzer und wir sehen das, in Stein gemeißelt, mit unserem Schloss Neuschwanstein, das uns weltbekannt macht“. Im hintersten China werde man vielleicht unsere Bundeskanzlerin noch nicht kennen, wohl aber unser Schloss Neuschwanstein. Immerhin kämen jährlich 1,5 Millionen Besucher ins Ostallgäu, um den Prachtbau zu besichtigen, so Zinnecker. Bei den Einwohnern und Mitbürgern erlebe man inzwischen eine Sehnsucht nach Heimat und Orientierung. Ermutigend rief sie den Gästen zu: „Bleiben Sie tief verwurzelt auf dem Boden Bayerns“.

Germaringens Bürgermeister Helmut Bucher ergänzte: „Heimat ist da, wo man sich zuhause fühlt“ und war überwältigt von der Anzahl der Teilnehmer. Mit auf den Weg gab er ihnen ein Zitat aus der „König­strophe” der Bayernhymne: „Denn mit seinem Volk in Frieden, wahrt er dessen heilig Recht“. Mit dem Ausruf: „Bayern ist einzigartig“ grüßte auch Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. Er lobte die Patrioten als „Tiefwurzler“, aus der die Identifikation mit Bayern erwachse.

Anschließend spielte die Königlich-Bayerische Hofkapelle für die anwesenden Gäste den „Patriotenmarsch“. Der Vorstand des Patenvereines aus Dösingen, Karlheinz Rüffer, erinnerte an die Standartensegnung am Vormittag: „Wer hinter einer Standarte geht, bekennt sich zu den Ideen des Vereines und im König-Ludwig-Verein besonders, zu seiner Liebe zur Heimat“.

Regina (10) und Julia (13) waren freiwillig mit bei der Veranstaltung. Auf die Frage nach dem Sinn der Veranstaltung meinten sie: „Das Patriotentreffen hat was mit König Ludwig zu tun, genaueres wissen wir nicht. Aber Brauchtum hat man vor vielen Jahren gemacht und macht es noch heute“.

Auch Stefan und Sonja, beide Anfang 30, bestätigten: „Wir sind seit Kinderbeinen an im Trachtenverein fest verwurzelt. Da wächst man mit Tradition, Brauchtum und Geselligkeit auf, das passt auch zum König-Ludwig-Verein“.

Abschließend verabschiedete Barnsteiner die Gäste mit einem Zitat von Georg Lohmeier: „Wir brauchen keinen König, aber schöner wär’s schon“. Traditionsgemäß wurde die Veranstaltung geschlossen mit der Bayernhymne. Der ganze Saal stand auf, nahm den gamsbart-bewehrten Hut vom Kopf und sang aus voller Brust: „…und erhalte dir die Farben seines Himmels, weiß und blau“.

von Wolfgang Krusche

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