50 Jahre Krankenhaus

Am 5. Januar 1962 wurde der Neubau an der Dr.-Gutermann-Straße offiziell eröffnet. Das Gebäude entsprach damals modernsten Standards.

Vor ziemlich genau 50 Jahren, am 5. Januar 1962, wurde auf dem Kaufbeurer Reichelsberg ein großer Schritt in Richtung moderner medizinischer Versorgung für die Wertachstadt getan. Eingeweiht wurde an diesem Tag nämlich das neue Haus des Städtischen Krankenhauses Kaufbeuren. „Dr.-Gutermann-Straße 2“ lautete die neue Adresse. Vor rund 150 geladenen Gästen begrüßte der damalige Oberbürgermeister Dr. Karl Wiebel unter anderem die Landesoberin des „Agnes-Karll-Verbands“ Anni Vandieken sowie Regierungspräsident Dr. Michael Fellner und den zuletzt leitenden Architekten, Dipl.-Ing. Otto Dörzbach. Die Bürger dagegen konnten das neue Krankenhaus erst am darauffolgenden Wochenende offiziell besichtigen. 13 Millionen Deutsche Mark hatte der Bau zu diesem Zeitpunkt bereits gekostet.

Der weltliche Teil der Klinik-Einweihung spielte sich damals im Festsaal des Schwesternhauses ab, die kirchliche Weihe wurde von den beiden Stadtpfarrern Martin Lederle und August Eckert im Vorraum des Hauptgebäudes abgehalten. Ein riesiges Interesse bestand an dem neuen, modernen Behandlungzentrum natürlich bei der Bevölkerung: zwischen 12.000 und 15.000 Neugierige besichtigten das Gebäude zwischen dem 6. und 7. Januar. Tatsächlich in Betrieb wurde das Klinikum Kaufbeuren jedoch erst Mitte Februar genommen, weil die elektronischen Installationen noch nicht fertig gestellt waren. Am 14. Februar vollbrachten die beteiligten Schwestern und das Verwaltungspersonal eine wahre Meisterleistung: an nur einem Tag wurde der Umzug von der Bismarckstraße in der Innenstadt zum außerhalb liegenden Neubau bewältigt. Das alte Gebäude wurde übrigens kurz darauf von der Post aufgekauft und später abgerissen, um dem neuen Postdienstgebäude Platz zu machen. Mit dem Umzug in die Dr.-Gutermann-Straße hatte eine neue Ära in der Geschichte des Städtischen Krankenhauses begonnen. So wurde eine strenge Besuchs- zeitenregelung eingeführt sowie erstmals Versicherungen beispielsweise gegen Glasschäden oder für die vielen technischen Geräte abgeschlossen. Anfängliche Probleme Aber auch das neue Krankenhaus leidet an „Kinderkrankheiten“: unangenehme Winddruckverhältnisse am Haupt- eingang und eine nicht ausreichende Anzahl Parkplätze beschäftigen die Gremien noch einige Jahre, bis Abhilfe geschaffen wird. Zudem wird von der Mindelheimer Straße ein Fußweg zum Klinikgebäude angelegt. Probleme bereiteten außerdem die Kosten: 6,4 Millionen Mark waren ursprünglich für das Projekt veranschlagt, 13 Millionen waren aber am Ende ausgegeben worden (Hauptbau: 10,53 Millionen, Schwesternhaus 1,51 Millionen, Personalgebäude 0,93 Millionen). Dies hatte seine Gründe unter anderem in einem Anstieg der allgemeinen Baukosten zwischen 1956 und 1958 um cirka 30 Prozent sowie in einer nachträglichen Hinzufügung des siebenstöckigen Schwesternhauses und anderer zusätzlicher Baukörper wie einer eigener Transformatoren-Station oder die Errichtung der unterirdischen Verbindungsgänge. Trotzdem wirkt die Finanzierung aus heutiger Sicht solide, denn 53 Prozent der Baukosten wurden aus den laufenden Haushaltsmitteln gestemmt. Schließlich konnten sich Skeptiker und Optimisten zusammen über den gelungenen Krankenhaus-Neubau mit für damalige Zeiten sehr moderner Ausstattung und 294 Betten freuen. In der Bettenanzahl mit enthalten war auch die Kinder- und Säuglingsstation, es bestand eine Erweiterungsmöglichkeit um 100 Betten. Den nächsten großen Schritt vollführten die Beteiligten, als im Jahre 2002 unter dem Vorstand Friedhelm Gallinat das Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren gegründet wurde. Ob Stadt und Landkreis damals ahnten, welch kontroverse Diskussion 2011 um den Fortbestand des Klinikverbunds entstehen würde? Die Geschichte des Kaufbeurer Krankenhauses jedenfalls bleibt spannend. Buch zum Thema Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums hat der Freundeskreis Klinikum Kaufbeuren-Ostallgäu e. V. ein Buch herausgegeben: „Vom mittelalterlichen Hospital zum komplexen Klinikum – Die Geschichte des Kaufbeurer Krankenhauswesens unter besonderer Betrachtung der 50 Jahre an der Dr.-Gutermann-Straße vom Städtischen Krankenhaus zum Kommunalunternehmen Klinikum Kaufbeu- ren“. Ein Restbestand des Buches kann beim Vorsitzenden des Freundeskreises, Gerhard Bucher, oder beim Autor Hermann Brust gegen einen Spendenbeitrag bezogen werden. Weitere Infos dazu auch Internet unter www.kliniken-oal-kf.de/foerder/verein.htm.

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