Schritt in die Öffentlichkeit

"Mit Gerüchten aufräumen"

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„Nach vorne schauen“ will man nun beim TSV Oberbeuren. Auf dem Foto: Inga Horche (2. Vorstand, von links), Rudolf Krause (Kaufbeurer Alt-OB und seit 60 Jahren Mitglied beim TSV Oberbeuren), Peter Müller (60 Jahre), Christine Lingg (40 Jahre), Stefan Pöhlmann (25 Jahre), Dieter Nosswitz (50 Jahre), Susanne Zoller (Geschäftsführerin)​, Uwe Seidel (1. Vorstand) und Norbert Wagner (2. Vorstand).

Kaufbeuren – „Beim TSV Oberbeuren ist finanziell und strukturell alles wieder in Ordnung“, so der Tenor der Vorstandschaft bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am Mittwochabend. Eine wichtige Mitteilung, so Geschäftsführerin Susanne Zoller, habe doch ein Fehlbetrag von circa 19.000 Euro aus den Abrechnungen 2012 bis 2014 in den vergangenen Monaten für Irritationen und „wilde Gerüchte“ im Verein und dem Umfeld gesorgt.

Ein ehemaliger Vorstand des Vereins habe mittlerweile die Verantwortung übernommen. Über die vergangenen drei Jahre habe es laut Zoller unter der Leitung des ehemaligen 1. Vorstands Unregelmäßigkeiten bei der Führung der Vereinskonten gegeben. Im Februar sei dies einigen Vorstandsmitgliedern bekannt geworden. Zudem habe es weitere Versäumnisse in der Vereinsführung gegeben. 

„Wir arbeiten die Vorgänge seitdem auf. Der ehemalige erste Vorstand des TSV Oberbeuren, der im April zurückgetreten ist, hat mittlerweile die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten übernommen“, gab Zoller zusammen mit der neu gewählten Vorstandsriege Uwe Seidel (1. Vorstand), Norbert Wagner und Inga Horche auf der Versammlung den Mitgliedern und der Öffentlichkeit bekannt. 

Durch diesen Schritt wolle man mit „vielen Gerüchten der vergangenen Monate aufräumen“. Den Verein, der mit 45.000 Euro Einnahmen pro Jahr und einem jährlichen Gewinn von etwa 2.500 Euro wirtschaftet, hätten die „über 19.000 Euro zwar empfindlich getroffen“. „Der TSV steht finanziell derzeit aber auf sicheren Füßen, zudem haben wir uns zur Aufarbeitung der finanziellen Situation seit 2012 einen Rechtsbeistand genommen. Auch sonst sind wir mit dem neuen Vorstand nun wieder auf einem guten Weg“, so Zoller. 

Wichtig sei nun, „dass die Mitglieder dem Verein treu bleiben und wissen, dass die Mitgliedsbeiträge ordentlich verwaltet werden. Wir zählen auf das Vertrauen unserer rund 800 Mitglieder“, erklärt Zoller gegenüber unserer Zeitung. Einen Teil des Geldes erhalte man aus einer entsprechenden Versicherung zurück, parallel laufe ein Mahnverfahren gegen den Verantwortlichen. 

Nach Bekanntgabe dieser Fakten auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag hat nun laut Auskunft von Pressesprecher Bernhard Menzel von der Staatsanwaltschaft Kempten die Polizei Ermittlungen bezüglich der finanziellen Unregelmäßigkeiten 2012 bis 2014 aufgenommen. 

Was aber sagt der ehemalige erste Vorstand, der selbst von Kindesbeinen an Mitglied im Verein war, zu den Vorwürfen? Er war im April in Absprache mit dem anderen Vorstandsmitgliedern zurückgetreten. Nach einem längeren Gespräch mit dem Kreisbote am Donnerstag zieht er folgendes Resümee. Er sagt: „Ich übernehme definitiv die Verantwortung für die finanziellen Unregelmäßigkeiten, dem muss ich mich stellen“. 

Aufgrund der schwerwiegenden Vorwürfe wolle er derzeit aber keine weitere Stellungnahme dazu abgeben. „Ich werde jetzt erst einmal schauen, wie sich die Aufarbeitung weiter gestaltet“, so der ehemalige Vorsitzende. Der Rücktritt sei aber die erste Konsequenz für ihn aus der Vergangenheit gewesen.

von Michaela Frisch

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