Jahreskonzert der Musikvereinigung Neugablonz

30 Jahre Freundschaft mit Mlada Dechovká aus Gablonz

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Als lebendiger Beweis für die Freundschaft spielten im 2. Teil des Frühjahrskonzerts zwei Musiker der Mlada Dechovka mit: Chef Vladimir Kousal (rechts) und Bassist Tomas Kadlec, hier mit MVN-Vorstand Günther „Güschi“ Seydel.

Kaufbeuren-Neugablonz – Die Städtepartnerschaft zwischen Kaufbeuren und Gablonz a.N. feiert heuer ihren zehnten Geburtstag. Bereits auf 30 Jahre Freundschaft mit ihrer Schwesterkapelle, der Mlada Dechovká, kann dagegen voll Stolz die Musikvereinigung Neugablonz (MVN) zurückblicken. Daher stand das seit einigen Jahren immer am letzten Sonntag im April stattfindende Jahreskonzert der MVN diesmal natürlich unter dem Motto „30 Jahre Freundschaft mit Mlada Dechovká“.

Der große Saal im Gablonzer Haus war nicht nur restlos ausverkauft, es mussten sogar weitere Tische dazugestellt werden. Unter den Ehrengästen befanden sich neben Oberbürgermeister Stefan Bosse und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl, von denen die Grußworte kamen, unter anderem Bürgermeister Gerhard Bucher mit seiner Frau Afra, der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins (SPV), Bürgermeister Ernst Holy mit Frau Erika, der SPV-Geschäftsführer Laszlo Kasztner mit Gattin Hannelore, der Ehrenvorsitzende des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) Robert Pöschl und die stellvertretende ASM-Vorsitzende Monika Fleschhut. Als Vertreter der Geistlichkeit waren Pfarrer Thomas Hagen und vom Kloster St. Severin Abt Michael Maier und seine Mitbrüder Georg und Maximilian gekommen. Und zur Geburtstagsfeier der Städtepartnerschaft hatte sich auch, angeführt von Petra Handlirová, eine ganze Delegation aus Gablonz eingefunden. Sie waren mit dem „Bunten Bus“ angereist, einem vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds geförderten Projekt, und hatten auch wieder ein Gastgeschenk mitgebracht: die hübsch gerahmte Partitur der Operette „Der Ozeanflieger“ vom Isergebirgslied-Komponisten Oskar Seibt mit Grüßen vom erkrankten Borek Tichý.

Durchs Programm führte Felix Müller mit einer dermaßen launigen Moderation, dass er Monika Fleschhut vom ASM bei den Ehrungen verdienter Mitglieder (wir berichteten) zu dem Kommentar hinriss „Euer Ansager ist einfach eine Schau!“. Dirigent Peter Vogt hatte für den konzertanten ersten Teil unbekanntere Stücke wie „Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler oder die moderne Komposition „Adventure!“ von Markus Götz mit Top-Hits von den Beatles kombiniert oder dem Swing „Chattanooga Choo Choo“, Glenn Millers Jazzklassiker, der die allererste Goldene Schallplatte errungen hatte. Den ersten Teil beschloss das vom Publikum traditionell stehend mitgesungene Isergebirgslied – die heimliche Nationalhymne des Isergebirges – von Oskar Seibt. Vogt dirigierte souverän mit minimaler Gestik und bewies einmal mehr seine Vorliebe für große musikalische Dynamik-Umfänge und Kontraste zwischen Laut und Leise.

Nach der Pause wurde, wie im Vorjahr versprochen, der Erinnerungsmarsch gespielt, dessen Noten Borek Tichý damals als Gastgeschenk mitgebracht hatte. Dirigent Peter Vogt hat sie inzwischen für Blasmusik aufbereitet. Der Erinnerungsmarsch soll auch beim Gegenbesuch zum Herbstfest in Gablonz Bestandteil des Programms sein. Als Beweis für die Freundschaft der beiden Kapellen spielten bei der schwungvollen Unterhaltungsmusik im zweiten Teil des Frühjahrskonzerts zwei Musiker der Mlada Dechovka mit: Chef Vladimir Kousal und Bassist Tomas Kadlec sind nach einem Konzert am Freitagabend dafür extra noch über 650 Kilometer angereist. Bei den zwei weiteren 2019 noch geplanten gemeinsamen Auftritten – beim Tänzelfest und beim Gablonzer Herbstfest – werden die beiden Kapellen dann in voller Stärke zusammen spielen.

Das letzte Stück des Frühjahrs- und Jubiläumskonzerts war gleichzeitig der erste Konzert­auftritt am Schlagzeug für die zehnjährige Amelie Brechter, die erst seit ein paar Monaten aktiv zur MVN gehört. Weitere neue aktive Mitglieder wären der Musikvereinigung übrigens sehr willkommen. Leider hatte sich die Gablonzer Delegation schon gleich nach dem Erinnerungsmarsch wieder auf den Heimweg begeben müssen. Aber dafür machte der verbliebene Rest des Publikums begeistert und hemmungslos Gebrauch von Peter Vogts leichtsinnigem Versprechen „Wir spielen weiter, solange ihr wollt...“

von Ingrid Zasche

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