Die Schauspieler Jannis Niewöhner und Jannik Schümann sprechen über ihre Rollen in Film "High Society"

"Familie und Freundschaft sind wichtiger als Geld"

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Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf die Schauspieler Jannis Niewöhner (li.) und Jannik Schümann und sprach mit ihnen über ihre Rollen im Film "High Society".

Schon als Zehnjähriger sammelte Jannis Niewöhner (*1992) Erfahrungen in Filmen wie „Wilde Hühner“ oder „Gangs“. 2013 übernahm er die Rolle in der Edelstein-Filmreihe, basierend auf den Romanen von Kerstin Gier. In „High Society“ spielt Jannis Niewöhner einen Polizisten. Jannik Schümann (*1992), der als Neunjähriger in dem Musical „Mozart“ eine kleine Rolle spielte, sammelte unter anderem TV-Erfahrungen in „Tatort“ und „Stubbe“. 2010 wurde er mit „Homevideo“ bekannt. Es folgten Rollen wie „Spieltrieb“ und „Jugend ohne Gott“. In Anika Deckers Komödie verkörpert er den gutsituierten Sohn Albrecht. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf beide Darsteller in Berlin.

Jannik, Du spielst meist den egozentrischen und eitlen Sohn aus gutem Hause. Jetzt spielst Du das erste Mal in einer Komödie mit.

Schümann: Ja, das war super. Es ist meine erste Komödie, die ich spielen durfte, und es machte total viel Spaß, sich auszuprobieren. Und mit Anika Decker als Komödienregisseurin an der Seite, die einen an die Hand nehmen kann, war es toll.

Kennst Du Menschen wie Albrecht?

Schümann: Dort wo ich rumlaufe, sehe ich nicht wirklich Albrechts auf der Straße. Deswegen habe ich versucht, nichts zu kopieren, sondern meinem Instinkt zu folgen. Das Kostüm ist immer wichtig, um sich einzufühlen. Im Fall von Albrecht war das Kostüm sehr wichtig. Sobald man einen Anzug trägt, bewegt man sich anders. Wenn dann auch noch ein Morgenmantel hinzukommt, fällt einem das gewandelte Verhalten einfach.

Jannis, wie wichtig war das Kostüm für Dich? Du spielst immerhin einen Polizisten.

Niewöhner: Eine Uniform zu tragen habe ich mir immer schon mal gewünscht und das hat auch viel Spaß gemacht.

Wie viel Jannis steckt denn in Yann?

Niewöhner: Ich würde sagen, dass der Typ aus einer einfacheren Gegend kommt. Ich würde mich auch selbst so beschreiben. Ich mag den Charakter, der sich erst einmal der High Society verschließt, sich dann aber öffnen kann, wenn er dem richtigen Menschen begegnet.

Wie war für Euch die Atmosphäre am Teufelsberg?

Niewöhner: Die Atmosphäre war toll. Ich war das erste Mal dort und fand den Ort sehr besonders, weil man einen guten Blick auf die Stadt hat und weiß, dass das alles mal in Betrieb war.

Schümann: Für mich ist der Teufelsberg ein Ort, zu dem ich Freunde und Bekannte schicke, wenn sie mich nach einem besonderen Ort in Berlin fragen. Als ich das erste Mal dort war, fand ich ihn sehr apokalyptisch.

Wie gesellschaftskritisch seht ihr „High Society“?

Niewöhner: Ich finde den Film nicht besonders gesellschaftskritisch. Natürlich geht auch in unserer Gesellschaft die Schere zwischen arm und reich immer weiter auf. Aber der Film will in erster Linie unterhalten.

Als Schauspieler durchdringt ihr die unterschiedlichsten Welten. Jannis, Du hast gerade für das ZDF den historischen Dreiteiler „Maximillian“ gedreht.

Niewöhner: Der Dreh fand an dem größten Set, an dem ich bisher war, statt. Es war eine sehr große Produktion und wir hatten in einer Szene über 400 Komparsen in Rüstungen und zu Pferd am Set. Je mehr das Umfeld stimmt, desto realer fühlt sich auch alles an. Aber auf die Rüstung hätte ich verzichten können, weil sie mir mit den rund 40 Kilo Gewicht extreme Schulterbeschwerden verursachte und ich deswegen ins Krankenhaus musste. Ich bin da auch auf einem riesigen Friesen geritten, was ich ganz schrecklich fand.

Was ist für Euch Luxus?

Niewöhner: Die Pausen zwischen den Drehs, wenn ich zu meinen Eltern fahren kann, ist für mich Luxus. Aber auch mein Beruf, der mich in viele Welten schauen lässt, ist Luxus.

Schümann: Mein Luxus besteht darin, zwischen den Dreharbeiten Deutschland verlassen zu können und zu reisen. Ich liebe es, in fremde Kulturen reinzuschnuppern. Bisher hat mich Island am meisten von der Natur her fasziniert.

„High Society“ wirft die Frage nach der Wichtigkeit der Herkunft und des Wohlstands auf. Wie wichtig ist Geld für Euch?

Schümann: Ich würde die Aussage „Geld ist nicht wichtig“ nicht unterschreiben. Geld nimmt Sorgen, wenn man sich keine Gedanken darüber machen muss, ob man die Mieten zahlen kann. Ich bin glücklich, dass ich die Möglichkeit habe, zu reisen, auch wenn ich nur mit dem Rucksack unterwegs bin. Ich komme aber aus einer Familie, in der Liebe immer das Wichtigste war. Unser Haus auf dem Dorf gehört uns in der vierten Generation. Meine Eltern und meine Brüder sind noch da und ich weiß, dass ich immer nach Hause kommen kann und aufgefangen werden. Empathie spielt eine große Rolle. Albrecht von Schlacht besitzt zwar viel Geld und hat auch eine Mama, aber empathisch ist sein Leben nicht. Für mich ist das Wichtigste, dass ich mit meiner Herkunft Liebe und Zusammenhalt verbinde und das Geld zweitrangig ist.

Niewöhner: Familie und Freundschaft ist auch für mich das Wichtigste. Ich versuche, dem Geld nicht eine so große Bedeutung zu geben. Ich achte nicht darauf, möglichst viel auszugeben, aber auch nicht möglichst wenig. Ich finde es immer sehr spannend, wenn man auf reiche Leute trifft. Wenn man sie im Restaurant oder auf der Straße beobachtet, machen sie nie einen glücklichen Eindruck.

Vielen Dank für Eure Zeit.

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