Jugendhilfeausschuss bringt Mittel auf den Weg

JaS-Stelle für Realschule Marktoberdorf

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Die Jugendsozialarbeit an der Realschule Marktoberdorf soll durch eine JaS-Vollzeitkraft vorangebracht werden.

Marktoberdorf – Die Realschule Marktoberdorf bekommt eine Vollzeitkraft für die Jugendsozialarbeit an Schulen (kurz JaS). Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschloss einstimmig in seiner jüngsten Sitzung, eine solche Stelle durch Mittel der Jugendhilfe auf den Weg zu bringen. Ziel sei die dauerhafte Einrichtung der Jugendsozialarbeit an allen Schulen im Landkreis.

An den Grundschulen im Landkreis gibt es bereits Projekte – wie „Erstklassig sozial“ – und Jugendsozialarbeiter, die Lehrer und Schüler außerhalb des Fach­unterrichts bei Problemen des sozialen Miteinanders begleiten oder ihnen vorbeugen. Nun sollen auch die vier Realschulen im Landkreis in Marktoberdorf, Füssen, Buchloe und Obergünzburg Unterstützung erhalten. Der Bedarf sei da und Hilfe dringend geboten, wie Sabine Kunze vom Jugendamt erläuterte. Das befürworteten auch die Kreisrätinnen Gerti Kustermann (Grüne) und Ilona Deckwerth (SPD). „Wir wollen dahin kommen, dass es an jeder Schule eine Anlaufstelle gibt“, sagte die SPD-Kreisrätin aus Füssen.

Nun ist zunächst die Realschule Marktoberdorf am Zug. Mit rund 830 Schülern ist sie die größte Realschule im Ostallgäu und drittgrößte in ganz Schwaben und rückt daher in den Fokus der Jugendsozialarbeit. Zudem wirkt sich auch die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund (4,7 Prozent) und Inklusionsbedarf (0,7 Prozent) auf die Entscheidung für Marktoberdorf aus. Voraussetzung für die beschlossene JaS-Stelle ist zwar laut Beschluss die Aufnahme in die staatliche Förderung durch das Sozialministerium. Sollte die Realschule Marktoberdorf jedoch wider Erwarten in das Programm des bayerisches Kultusministeriums der „Staatlichen Schulsozialpädagogik“ aufgenommen werden, rückt laut Beschluss die Realschule Füssen nach und darf mit der beschlossenen JaS-Stelle rechnen.

Dass es dem Landkreis ernst mit der Sozialarbeit an seinen Schulen ist, machte Landrätin Maria Rita Zinnecker klar. Der Landkreis wird nicht nur die Hälfte der Personalkosten von 28.000 Euro pro Schuljahr zunächst aus dem Etat der Jugendhilfe vorfinanzieren. Gleichzeitig stellt er als Sachaufwandsträger auch die Kofinanzierung der Personal- und Sachkosten sicher und bringt sich damit doppelt ein, wie die Landrätin betonte. Sie forderte erneut in Richtung Freistaat, staatliche Aufgaben wie die soziale Arbeit an Schulen nicht allein auf die Kommunen abzuwälzen. „Wir agieren hier erneut als Vorreiter“, machte sie deutlich. Sie werde das Anliegen auch am 6. Juni vorbringen, wenn der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Markt­oberdorf zu Besuch sei.

von Angelika Hirschberg

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