Sanierungsmaßnahmen für den Jordanpark beschlossen

Park soll wieder erstrahlen

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Der Monopteros im Jordanpark soll wie auch die Fontäne oder der Wunderkreis bei den beschlossenen Sanierungsmaßnahmen auf Vordermann gebracht werden.

Kaufbeuren – Ob spielende Kinder mit ihren Eltern, Eishockey-Besucher oder Spaziergänger – im Jordanpark trifft sich ganz Kaufbeuren. 125 Jahre alt wird die Anlage heuer, und die Stadt hat umfassende Sanierungsmaßnahmen beschlossen.

Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte Gudrun Dietz-Hofmann vom Irseer Büro hofmann & dietz ein Gutachten vor, das die Basis für zukünftige Instandsetzungen und Verschönerungen bildet. Nachdem der Park 1987 zum letzten Mal saniert wurde, gibt es in der denkmalgeschützten Anlage einiges zu tun. „Der Jordanpark ist es wert“, so Dietz-Hofmann, denn mit diesem habe Kaufbeuren einen englischen Landschaftspark, der hinsichtlich der Qualität in der Region höchstens in Schwangau seinesgleichen finde. 

Ein „Schmuckstück“, das man wieder auf Hochglanz bringen müsse, ist der Jordanpark auch nach Ansicht der Mitglieder des Bauausschusses. Denn auf dem rund 2,7 Hektar großen Gelände gibt es so manches, das einer Nachbesserung bedarf. 

Schon 2008 hatte die Stadt das Irseer Planungsbüro hofmann & dietz deshalb mit der Erstellung eines sogenannten „Parkpflegewerks“ beauftragt. Dieses bildet den Ist-Zustand sowie die historische Entwicklung der Anlage ab und zeigt, welche Sanierungen nötig und wünschenswert sind. Es gehe darum, „die räumlichen Qualitäten im Jordanpark zu erkennen und heraus zu heben“, so Dietz-Hofmann. Dazu gehören laut der Landschaftsplanerin die „sehr schönen Blickachsen“, sowie besondere Plätze wie Monopteros, Fontäne oder Wunderkreis. 

Als verbesserungswürdig erachten Planerin und Ausschussmitglieder dagegen ausgefranste Uferbefestigungen, Schmierereien an den Wänden, teilweisen Wildwuchs und eine veraltete Möblierung. Zudem müsste das verwilderte Alpinum auf Vordermann gebracht werden und der Monopteros soll laut Baureferent Helge Carl „in neuem Licht erstrahlen“. 

Mehr Platz: Eisstadion-Fläche wird frei 

Aufgaben, die die Stadt nun auf Basis des Parkpflegewerks angehen will. Mit dem Jubiläum biete sich nun die Möglichkeit, „das im Parkpflegewerk niedergelegte Sanierungskonzept der Öffentlichkeit zu präsentieren und mit der Bür- gerschaft über die künftigen Zielvorstellungen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Carl. Eine Herausforderung wird hier wohl vor allem der nördliche Bereich, wenn in absehbarer Zeit die Sparkassen-Arena abgerissen wird. Was auf dem leerwerdenden Gelände entstehen soll, weiß man noch nicht – eine Chance, den Jordanpark „als Park für die Bürger ganz neu zu denken“, so Carl. 

So manchen Wunsch für den Jordanpark äußerten die Gremiumsmitglieder aber schon in der Sitzung. „Es fehlen Toiletten und Wickelmöglichkeiten“, erklärte Johannes Böckler (CSU). Ottmar Maier (FW) erinnerte daran, dass sich früher im Süden ein Veranstaltungsplatz befunden habe, Gerhard Bucher (CSU) und Hans Häußer (KI) legen den Schwerpunkt weniger auf Veranstaltungen als auf Ruhe und Erholung. 

Ulrike Seifert (Grüne) möchte den Park von so einigem „Gruscht, der sich über die Jahre angesammelt hat“ befreit sehen. Ralf Baur (SPD) erkennt eine große Chance in der freiwerdenden Stadion-Fläche: „Hier könnte eine Art dritter Bauabschnitt entstehen, mit Nutzungsmöglichkeiten, die im südlichen, historischen Teil des Parks keinen Sinn machen würden“, so Bauer. Johannes Espermüller (FDP) kann sich Patenschaften von Vereinen für Teile des Parks vorstellen. 

„Wir wollen ein Gesamtpaket schnüren und schauen, welche Fördermittel möglich sind“, so Carl. Wichtig ist ihm und Stadtplaner Manfred Pfefferle, die Bürger mit ins Boot zu holen. Insgesamt sei die Sanierung des Parks ein Prozess, der sicher nicht bis zur Jubiläumsfeier im September abgeschlossen sein werde. von Michaela Frisch

Zur Historie des Jordanparks

Der Jordanpark ist eine etwa 2,7 Hektar große, englische Parkanlage mitten in Kaufbeuren. Der erste Bauabschnitt wurde vor 125 Jahren eröffnet. Der Name bezieht sich auf den Jordanbach, der dort seine Quelle hat. Diese war schon im 17. Jahrhundert als „heilkräftig“ bekannt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier zudem das Trinkwasser für die Stadt gewonnen und ein Eisplatz gebaut, der ab 1893 elektrisch beleuchtet wurde. 1895 wurde das Parkareal um einen Hektar erweitert und der Springbrunnen eröffnet. 1910 war der Monopteros fertiggestellt. Ein Eisstadion entstand am Rand des Parks erstmals 1956, im Jahr 1987 wurde der Park zuletzt für rund 650.000 Euro saniert. 2002 wurde der Wunderkreis angelegt – nach dem Vorbild eines bis 1937 bestehenden Wunderkreises im „Tänzelhölzle“. Quelle: Wikipedia

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