Der letzte Bagger ist abgerollt

Gut Ding will Weile haben

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Pfarrer Bernhard Waltner und Pfarrerin Michaela Kugler weihten das neue Erweiterungsgebäude ein. Verantwortlich für den Umbau war das Architektenteam Stadtmüller. Burkhardt.Graf (auf dem Foto Christian Stadtmüller, li.). Bei der symbolischen Schlüsselübergabe an die Schulleiterin Heike Dunschen (3. v. re.) anwesend waren die Landrätin Maria Rita Zinnecker (Mitte), Claudia Thoma von der Regierung von Schwaben (2. v. re.) und Oberbürgermeister Stefan Bosse.

Kaufbeuren – „Es war manchmal ein Spagat mit Kompromissen zwischen der Schule und den Bauverantwortlichen”, bezeichnete Schulleiterin Heike Dunschen die Bauphase an der Josef-Landes-Schule.

Doch dieser Spagat hat sich gelohnt: Nach den zweijährigen Um- und Erweiterungsarbeiten feierten vergangenen Donnerstag alle Schüler und Lehrer mit einigen Projektverantwortlichen, Vertretern von Stadt und Land sowie Geistlichen die Einweihung des sonderpädagogischen Förderzentrums. Unter dem Motto „Jo-La Let’s Go” standen zwischen den Reden zur Auflockerung einige Showeinlagen der Schüler auf dem abwechslungsreichen Programm. 

Midelina De Oleo Montero und Raphaela Pfanzelt führten als Schülersprecherinnen souverän durch die vormittägliche Veranstaltung. Daran, und auch durch die Einbindung der Schüler an der Feier merkte man: der Schule liegt die Förderung der Kinder und Jugendlichen am Herzen. 

Dies stellte auch Heike Dunschen, Leiterin des sonderpädagogischen Förderzentrums, bei ihrer Begrüßung heraus: „Die Schule ist nicht nur Lernort, sondern vielmehr Lebensraum”. Eltern und Lehrer möchten den Schülern an der Josef-Landes-Schule die bestmögliche individuelle Förderung ermöglichen. Diese sei nun durch die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen auch räumlich gewährleistet, so Dunschen. 

Landrätin Maria Rita Zinnecker und Oberbürgermeister Stefan Bosse waren sich einig, dass man in Stadt und Landkreis in Zeiten der Inklusion bei regulären Schulen zu den sonderpädagogischen Förderzentren stehe. So unterstütze man den „bayerischen Weg” und wolle das in Kaufbeuren mit den Erweiterungsmaßnahmen stärken. Diese haben der Stadt und dem Landkreis etwa 1,5 Millionen Euro gekostet. Schließlich gebe es „nur eine Sache, die teurer ist als Bildung, nämlich keine Bildung”, zitierte die Landrätin John F. Kennedy. 

Insgesamt beliefen sich die Kosten Bürgermeister Gerhard Bucher zufolge auf rund 2,6 Millionen Euro, wobei die Verzögerungen in der Planung durchaus für „Einsparpotenziale von rund 800.000 Euro” gesorgt hätten. Manchmal brauche es eben „Zeit, bis etwas wächst”. Und schließlich wachsen die Schüler auch an der Schule, die ihnen „als Teil unserer Stadt”, als Sprungbrett diene, so Buchers Wunsch. 

Christian Stadtmüller vom projektverantwortlichen Architekturbüro Stadtmüller.Burkhardt.Graf sagte, die Architekten hätten das „denkmalgeschützte Bestandsgebäude aus dem 19. Jahrhundert denkmalgerecht” erweitert. Das neue sei nun nur über ein Treppenhaus und einen Aufzug mit dem Hauptgebäude verbunden. 

Außerdem sei das Höhenniveau des Erweiterungsbaus tiefer und nun „jeweils eine halbe Treppe zu überwinden”. Der massive Anbau habe eine sehr gute Energieeffizienz und die äußere Gestaltung füge sich charakteristisch ins Gesamtbild ein, dennoch besitze die Fassade „eine gewisse Leichtigkeit”. 

Claudia Thoma von der Regierung von Schwaben zeigte sich begeistert vom „sehr gelungenen Schulgebäude”, merkte aber an, dass für Schüler, die an einer Förderschule unterrichtet werden, ein „schönes Schulgebäude zu wenig” sei, und sie „Zuneigung, Verständnis und die Erfahrung, angenommen zu werden” bräuchten. 

In Kaufbeuren sei etwas „Großartiges entstanden”, lobte Oberbürgermeister Bosse das Werk der Architekten und der Verantwortlichen im Baugewerbe. Auch wenn die Planungs- und Bauphase etwas länger gedauert habe, könne man nun behaupten: „Ende gut, alles gut”. Die Schüler hätten nun bessere Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie mit der Unterstützung der Pädagogen „bestmöglich auf das Leben vorbereitet” werden. 

Auch Pfarrerin Michaela Kugler griff den Grundgedanken dieser Einrichtung vor der Segnung mit Pfarrer Bernhard Waltner auf: „Gut, dass wir alle unterschiedlich sind und alle unsere Stärken und Schwächen haben”. 

An diesem Tag jedenfalls stellten alle Schüler des Förderzentrums ausnahmslos ihre Stärken dar: Mit Hip-Hop-, Akrobatik, Sketch- und Rhythmik- sowie Gesangseinlagen gestalteten sie das Programm zwischen den Reden sehr unterhaltsam und beendeten es zusammen mit ihren Lehrern mit der eigens einstudierten „Jo-La-Hymne”.

von Martina Staudinger

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