CSU Jubiläum mit Tiefgang

Als Dank für seinen Vortrag überreicht Eduard Gapp einen Blumenstrauß an Theo Waigel, mit der Bitte diesen an seine Ehefrau Irene Epple-Waigel weiter zu reichen. Foto: Bauer

Sehr schwierig sei es in den Jahren nach dem Krieg gewesen, Menschen zur Mitarbeit in den neuen demokratischen Parteien zu bewegen, erklärte Dr. Theo Waigel anlässlich seiner Festansprache zum 50-jährigen bestehen der CSU Marktoberdorf. Hier brauchte es gradlinige und tatkräftige Männer wie zum Beispiel Josef Müller, den Gründer der CSU, der auf der Grundlage seiner leidvollen Erfahrungen aus der Vergangenheit, einen demokratischen Neubeginn wagte.

Ein Indiz für die Turbulenzen der Nachkriegsjahre ist die Tatsache, dass sich das genaue Gründungsdatum des CSU Ortsverbandes Marktoberdorf nicht eindeutig bestimmen lasse. Sicher sei die erstmalige Beteiligung der CSU 1960 an den Stadtratswahlen, führte der Vorsitzende des Ortsverbandes Marktoberdorf Eduard Gapp in seiner Begrüßungsrede aus. Vier Stadträte von insgesamt 16 kamen damals aus den Reihen der CSU. Einer von ihnen war Richard Wengenmeier, der sich laut Theo Waigel mit Tatkraft und Geschick um Marktoberdorf verdient gemacht habe, aber auch nicht immer pflegeleicht gewesen sei. Die stetig wachsende Zustimmung der Wähler, bescherte der CSU Marktoberdorf 1978 erstmals mit 13 Mandaten die absolute Mehrheit. In den Jahren 1978 bis 1990 konnte die CSU auch das Bürgermeisteramt für sich reklamieren. Mit Blick auf den heutigen Wählerzuspruch meinte Waigel: „1950 erhielt die CSU in Bayern 27 Prozent und 1954 dann 52 Prozent der abgegebenen Stimmen, da sieht man was möglich ist.“ Ein zentraler Punkt Waigels Rede betraf den Generationenvertrag. Die Rente mit 67 sei keine Rentenkürzung, sondern eine ganz normale Rechenaufgabe. Bei durchschnittlich um zehn Jahre gestiegener Lebenserwartung müssten Leistungen wie Rentenzahlung und Pflege eben auch zehn Jahre länger bezahlt werden. Bei gleichzeitigem Rückgang der Beitragszahler könne die Mehrbelastung nicht alleine der jungen Generation aufgebürdet werden. Betrachte man die implizite Staatsverschuldung (explizite Staatsverschuldung zuzüglich aller gesetzlich festgelegten sozialen Verpflichtungen) in Höhe von sieben bis acht Billionen Euro, so werde klar, dass nur durch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters künftige Generationen entlastet werden könnten. Es gelte für die Jungen zu akzeptieren, dass die Älteren viel geleistet hätten und für die Älteren zu erkennen, dass die Jugend nicht überfordert werden dürfe. Kernpunkte christlich sozialer Politik seien laut Dr. Waigel Liberalität, Soziales und Konservatives. Das „C“ im Namen der CSU sei dabei der archimedische Punkt, der diese Elemente miteinander verbinde. „Global denken und lokal handeln sei die große Aufgabe unserer Zeit, für die er die CSU gut gerüstet sehe“, erklärte ExBundesfinanzminister.

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