Mitgefühl und Menschlichkeit

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Zur Jubiläumsfeier aus Anlass zum 20-jährigen Bestehen des Hospizvereins Kaufbeuren-Ostallgäu e.V. kamen unter anderem Landrätin Maria Rita Zinnecker (v. li.), Oberbürgermeister Stefan Bosse, 2. Vorsitzende Gertrud Echter-Burkhard, 1. Vorsitzender Karl-Heinz Wenzel und die Vorstandsmitglieder Anna Baumann, Sr. Christine und Caroline Kranich-Lake.

Kaufbeuren – Zu seinem 20-jährigen Bestehen hatte dieser Tage der Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu e.V. eingeladen und viele Mitglieder, Freunde, Gäste und Förderer kamen. Nach einem ökumenischen Wortgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche wurde im Sparkassenforum bei einem Sektempfang und Snackbuffet weiter gefeiert. 1. Vorsitzender Karl-Heinz Wenzel konnte dabei unter den Gästen Oberbürgermeister Stefan Bosse und Landrätin Maria Rita Zinnecker sowie das Gründungsmitglied Prof. Dr. Heinrich Stiegler und weitere Vertreter der Stadt und der Kirchen begrüßen. 

Im Jahre 1996 wurde der Hospizverein Kaufbeuren-Ostallgäu gegründet. Wie Karl-Heinz Wenzel in seiner Begrüßungsrede betonte, musste damals von den Gründungsmitgliedern, mit Prof. Dr. Heinrich Stiegler an der Spitze, eine ganze Menge Mut und Idealismus aufgebracht werden, diesen Verein zu gründen. Schließlich hätten Sterbende keine allzu große Lobby. „Alles, was früher mit dem Tod zu tun hatte, wurde lange Zeit separiert“, sagte Oberbürgermeister Stefan Bosse, „und so wurden auch die Friedhöfe in der Regel zumeist an den äußersten Rand der Städte verband“. 

Da habe sich heute sehr viel geändert. „Dank Ihrer bewundernswerten Arbeit – die sehr oft im Verborgenen geschieht – leisten Sie außerordentliches, wenn Sie Menschen unter Achtung ihrer Würde auf ihren letzten Weg begleiten“, lobte Maria Rita Zinnecker die zwischenzeitlich 76 ehrenamtlichen Hospizbegleiter. „Sie tun viel Gutes in unserer Stadt und Region und machen diese dadurch reich an Menschlichkeit und Mitgefühl“, betonte Kaufbeurens Stadtoberhaupt zum Abschluss seiner Ausführungen. 

Stolz zeigte sich Prof. Dr. Heinrich Stiegler auf die in all den zurückliegenden Jahren geleistete Arbeit und ging in seiner Rede auch auf die eigentlichen Beweggründe etwas näher ein, die ihn zur Gründung des Vereins vor 20 Jahren bewegt hatten. „Begleitet man das Sterben, so ist dies nicht nur ein Geben, sondern auch ein Bekommen“, betonte der Professor und freute sich zum Abschluss, dass man an diesem Abend sehen und spüren könne, wie rasch und kräftig das vor 20 Jahren gesäte Samenkorn mittlerweile aufgegangen ist. 

Nach wie vor betrachtet der Hospizverein das Sterben und den Tod als natürlichen Teil des Lebens. Und so sei es das oberste Ziel und dafür trete man stets ein, dass ein Leben in Würde bis zuletzt und damit auch in besonderer Intensität möglich ist, so Stiegler. 

Bevor die Zeit für Gespräche und Begegnungen sowie zum Feiern von den Gästen genutzt wurde, kam noch das Theaterstück „Und was kommt nach tausend?“ zur Aufführung. Sarah Finazzo und Kilian Herbschieb von der Kulturwerkstatt Kaufbeuren spielten mit viel Einfühlungsvermögen die bewegende Geschichte aus der Feder von Anette Bley, die eine ganz besondere Freundschaft zwischen einem kleinen Mädchen und Otto, einem alten Mann, schildert. Obwohl am Ende mit dem Tod der Abschied kommt, gelingt es trotzdem die Angst und Ungewissheit vor dem Sterben zu nehmen und tröstet über all den Trennungsschmerz hinweg.

von Klaus-Dieter Körber

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