Ein Jubiläumsfestival begeistert

Die Vielfalt geistlicher Musik zu zeigen und Raum für Begegnung zu schaffen, ist das Ziel des Festivals Musica Sacra International im Allgäu. Bereits zum 10. Mal haben sich über die Pfingsttage hier Musiker aus den fünf großen Weltreligionen versammelt: Christen der unterschiedlichsten Konfessionen, Buddhisten, Hindus, Moslems und Juden. Von Pfingstsamstag bis Dienstag gewährten sie in 13 Konzerten Einblicke in die musikal-ischen Traditionen ihres Glaubens und ihrer Kulturen. Vorträge und Workshops erklärten Hintergründe und luden zum Kennenlernen ein.

Sehr interessant waren neben den musikalisch orientierten Vorträge die Referate von Dr. Gebhardt von der Stiftung Weltethos in Nebengebäude der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren und die Erklärung der Begriffe des religiösem Fundamentalismus und Fanatismus von Prof. Bernhardt von der Universität Basel am Pfingstsonntag in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. Konzerte begeistern Konzerte herauszustellen ist schwierig und wäre nicht richtig. An drei Abenden sangen und tanzten jeweils drei Ensembles zusammen, jedes einzelne Konzert begeisterte für sich und hatte seine eigenen Höhepunkte. Das „Gloria patri“ des schwedischen S:t Jakobs Vocal Ensemble kombiniert mit Weltraumprojektionen wird wohl kein Besucher vergessen. Ebenso wenig wie den mitreißenden Tibeter Loten Namling mit seinen traditionellen Liedern und Sprech-gesängen oder die indischen Klänge des Duos Subtle Voices. Der Abend in der neu gebauten Marktoberdorfer Moschee mit VocaMe aus Deutschland und dem Erguvan Ensemble Istanbul und mit dem zweiten Teil im MODEON gestaltet von dem indonesischen Jugendchor Cordana, das Konzert zur Bayerischen Landesausstellung „Stile musical San Marco“ mit dem Vokalensemble München und dem Südtiroler Bläserensemble in St. Mang in Füssen oder der Pfingstgottesdienst in Waal, musikalisch gestaltet von Oreya aus der Ukraine, die von den begeisterten Kirchenbesuchern noch zu einem Zugabekonzert verpflichtet wurden oder die Gala der Religionen in der Synagoge in Augsburg mit den Collegiums Singers aus Tel Aviv, bereichert mit tibetischen Gesängen, indischer Dhrupat-Musik und russich-orthodoxen Liedern des Chors Oreya. Wenn man bei der Fülle an Veranstaltungen überhaupt von einem Höhepunkt sprechen kann, war es wohl das zweiteilige Abschlusskonzert in der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren am Dienstag. Es wurde ein Ausschnitt aus der ung-laublichen Vielfältigkeit sakraler Musik gezeigt, der tief beeindruckte und berührte. kb

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