"freiflug" zieht um

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Regisseur Sebastian Schwab (re.) und Musiker Murat Parlak testen den Bürgerplatz, wo freiflug in diesem Jahr stattfindet, schon mal mit einer Schneeballschlacht.

Kaufbeuren – „freiflug“ zieht von der Kaiser-Max-Straße auf den Bürgerplatz in Neugablonz. Regisseur Sebastian Schwab ist „begeistert vom urbanen Gepräge des jungen, aktiven und experimentierfreudigen Stadtteils.“ Der Platz biete architektonisch mehr Möglichkeiten, als die schlauchförmige Straße in der Altstadt, wo das Jugendkultur-Programm freiflug bisher stattfand. Bei einem Ortstermin stellte das künstlerische Team rund um Schwab und den musikalischen Leiter Murat Parlak das Konzept für die Finalshow des Crossover-Kunstwerks freiflug boarding am 2. Juli vor.

„Es erwarten uns viele neue Möglichkeiten und Herausforderungen auf dem Bürgerplatz, der von uns entdeckt und bespielt werden will. Vor allem wollen wir aber gesellschaftliche und kulturpolitische Synergieeffekte schaffen, auf die Kaufbeuren auch in Zukunft bauen kann“, so Schwab. Die Show wird ein Mix aus Konzert, Schauspiel und „Sport-Happening“ werden, erklärt Schwab. „Das haben die Leute so noch nicht gesehen.“

Ohne Drehbuch

Die Organisatoren möchten eine Geschichte spinnen. Schwab will ein kleines Freilichtspiel entwickeln, das politisch aktuell sein soll. „Wir wollen das auf eine Ebene heben, die abstrakt und allgemeingültig ist.“ Beispielsweise soll das Wort „Flüchtlingskrise“ nicht direkt vorkommen. Dabei gibt der Regisseur kein Drehbuch vor, sondern lediglich eine Idee, aus der in den Workshops mit den Jugendlichen ein Theaterstück entsteht – fernab von der Realpolitik. „Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Fakt, dass etwas passiert“, so Schwab. Der Regisseur entwickelt zusammen mit Martina Quante und Nadja Ostertag aus der Kaufbeurer Kulturwerkstatt seine Ideen mit jungen Schauspieltalenten und daran Interessierten. Der Pianist Murat Parlak wird als musikalischer Leiter mit dem Neugablonzer Jugend-Gospelchor „teen spirit“ unter der Leitung von Monika Stapf neue Arrangements zu altbekannten Pop- und Rocksongs erarbeiten. „Bereiche werden zusammengeführt, die sonst nicht zusammenkommen. Das könnte zukunftsweisend sein“, spekuliert Quante.

Wie schon im vergangenen Jahr wird der Arbeitskreis Fotografie der VHS Kaufbeuren das Programm freiflug dokumentarisch begleiten. Weitere Kooperationspartner und Solo-Künstler sind in Planung.

Noch wollen Schwab und Parlak nicht zu viel davon preisgeben, was ihnen vorschwebt. In diesem Jahr wird die Cross­over-Show ein offenes Ende haben. Denn freiflug boarding im Jahr 2017 ist nur der Auftakt zum großen freiflug im Sommer 2018 auf dem Neugablonzer Bürgerplatz.

von Martina Staudinger

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