Musiker-Nachwuchs gesucht

11. und 18. Juli: Infotag der Tänzelfest-Knabenkapelle und der Musikschule Kaufbeuren

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Wolfgang Wagner dirigiert die TKK seit rund 20 Jahren.

Kaufbeuren – Jedes Jahr gibt es in der traditionsreichen Kaufbeurer Sing- und Musikschule Ludwig Hahn vor den Anmeldungen zum neuen Schuljahr einen Infotag. Dort können sich Kinder und Eltern über musikalische Ausbildungswege informieren und zur Wahl eines geeigneten Instruments beraten lassen.

Gleichzeitig sucht auch der Tänzelfestverein wieder Buben und Mädchen ab acht Jahren, die Freude am Musizieren in der Tänzelfest-Knabenkapelle (TKK) haben. Der Infotag wurde mit einem gewissenhaften Corona-Hygienekonzept für Blasinstrumente und die TKK auf Samstag, 11. Juli, von 14 bis 17 Uhr festgelegt, während alle anderen Instrumente eine Woche später am 18. Juli dran sind. Anmeldeschluss für das nächste Schuljahr ist am 25. Juli.

Am 11. Juli werden die Blechblasinstrumente Tuba, Baritonhorn, Posaune, Tenorhorn, Waldhorn und Trompete sowie die Holzblasinstrumente Blockflöte, Flöte, Oboe, Klarinette und Saxophon vorgestellt. Im repräsentativen Georg-Albrecht Saal im zweiten Obergeschoss unterm Dach der Schule, wo auch die Orchesterproben stattfinden, wird Wolfgang Wagner – neben seiner Tätigkeit als Lehrer der Musikschule seit rund 20 Jahren Dirigent der TKK – zu allen Fragen rund um eine Mitgliedschaft in der Tänzelfest-Knabenkapelle Rede und Antwort stehen.

Mädels dürfen mitmachen

150 Jahre lang war die TKK nur für Buben zugänglich. Seit 2017 sind auch Mädchen zugelassen. Die derzeit 74 aktiven Orchestermitglieder und die 25 Trommler des von Peter Wittmer geleiteten „Percussion Ensembles“ sind zwischen elf und 18 Jahre alt. Wer mit 18 nicht berufs- oder studienhalber von Kaufbeu­ren fortgeht, darf bis maximal zum 25. Lebensjahr in der TKK bleiben. Neue Mitglieder werden in der Ludwig-Hahn-Musikschule ausgebildet und verbringen eine Art Probezeit in der ebenfalls von Wolfgang Wagner geleiteten Vorkapelle. Wer dort das Musikerleistungsabzeichen D1-Bronze erwirbt, kann dann in die Tänzelfestknabenkapelle übertreten. Deren niveauvolles Repertoire umfasst sowohl traditionelle und konzertante als auch moderne Blasmusik bis hin zu Filmmusik.

In der Kapelle werden neben der gemeinsamen Freude an der Musik auch der Zusammenhalt und die Kameradschaft sowie die Ausbildung allgemeiner sozialer Kompetenzen gefördert. Oberstes Ziel ist es, die Kapellenmitglieder nicht nur musikalisch zu „Teamplayern“ zu erziehen. Daher dürfen zu Tourneen oder zu einem „erlebnispädagogischen Wochenende“ immer alle mitfahren. „Wir haben Mitglieder aus sämtlichen Stadtteilen und quer durch alle sozialen Schichten“, sagt Wolfgang Wagner. Der Verein sorgt dafür, dass die Teilnahme an gemeinsamen Unternehmungen nicht aus finanziellen Gründen scheitern muss. Auch bei der Beschaffung eines Instruments ist der Verein erforderlichenfalls behilflich. Und die TKK-Kleiderkammer des Tänzelfestvereins stattet die Jungmusiker mit passenden Uniformen der Kaufbeu­rer Bürgerwehr von 1850 aus. Kaputte oder zu klein gewordene Uniformteile werden in der Kleiderkammer repariert oder ausgetauscht.

Holz und Blech getrennt

Die regelmäßigen Proben und der Musikunterricht verlaufen seit ihrer Wiederaufnahme nach dem Corona-Lockdown etwas anders als vorher: Zwar finden sie nach wie vor jeden Montag und Mittwochabend von 18.30 bis 20 Uhr statt, jetzt jedoch als Registerproben: Holz und Blech getrennt, je maximal 30 Leute mit zwei Metern Abstand, wie für Sänger und Bläser vorgeschrieben. Einzelunterricht erfolgt mit einer Trennscheibe, alle halbe Stunde wird fünf Minuten gelüftet. Alles in allem gebe es jedoch erstaunlicherweise in der Kapelle keinen Leistungsabfall durch die Corona-Zwangspause. Die TKK-Musiker haben zu 90 Prozent Online-Unterricht erhalten und zu Hause geübt. 

„Dia freuet sich etz oifach, dasse wieder spieln und sich sehn dürfet, und dia sen alle fit, i bin stolz wie Oskar“, so Dirigent Wagner. Nicht nur beim häuslichen Üben, auch bei den Proben sei die Disziplin hervorragend, alle Corona-Vorschriften würden vom Kleinsten bis zum Größten klaglos und vernünftig und ohne besondere Aufforderung eingehalten: Masken und Abstände auf den Fluren, regelmäßiges Händewaschen sowie das Mitbringen von eigenen Notenständern, die nicht wie die schuleigenen vom Dirigenten jedes Mal hinterher desinfiziert werden müssen.

Wolfgang Wagner hofft, dass der kommende Infotag der TKK wieder hoffnungsvollen Nachwuchs beschert als Ersatz für die alters- oder ausbildungshalber Ausscheidenden.

Weitere Info über die Kapelle des beliebten Fests auf www.taenzelfest.de.

Ingrid Zasche

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