Soll man den technischen Fortschritt zulassen?

W-LAN an Schulen im Ostallgäu?

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An den kreiseigenen Schulen, wie an der Realschule Marktoberdorf, könnte es bald kabelloses Internet geben.

Ostallgäu – Derzeit gibt es an den kreiseigenen Schulen des Landkreises Ostallgäu ausschließlich kabelgebundene Internetlösungen. Das könnte sich nach einem Entschluss des Kreistages nun bald ändern.

E-Learning, Gruppenarbeiten, Recherche via Internet: Immer häufiger sehen schulische Unterrichtskonzepte das Arbeiten mit dem Internet vor. Auch die Schulen des Landkreises sind mit dem World Wide Web vernetzt – bislang allerdings ausschließlich per Kabel.

Wollen sich Gruppen oder Klassen in das Internet einloggen, müssen sie hierfür derzeit noch die schulischen Computerräume nutzen. Soll man den technischen Fortschritt an den Schulen des Landkreises also zulassen oder sich diesem verschließen? Dieser Frage stellten sich kürzlich die Mitglieder des Ausschuss des Kreistages in einer kontroversen Diskussion. 

Die kreiseigenen Schulen befänden sich nach Aussage der Verwaltung zwar auf einem „sehr hohen, noch modernen Stand“; vor allem von Seiten der Schulen würden den Landkreis jedoch immer häufiger Anfragen nach W-LAN Lösungen erreichen, so Landrätin Maria Rita Zinnecker. 

Kritisch betrachtet wurden im Gremium dabei vor allem die „Strahlungsbelastung“ und die Sicherheit der Schüler im Netz. Aber: „Wir sind auch Realisten. Wenn die Schulen das wollen, gehen wir diesen Weg mit“, so Hubert Endhardt (Bündnis 90/Die Grünen). Mit der Einrichtung von W-LAN sei nach Aussage der Verwaltung allerdings nicht zuletzt eine erhebliche Kostenfrage verbunden, da an den meisten Schulen die baulichen Voraussetzungen für W-LAN noch nicht gegeben seien. Eine Umrüstung sei daher mit größeren baulichen Maßnahmen verbunden. 

Welche Kosten tatsächlich auf den Landkreis zukommen werden, sei derzeit aber noch nicht absehbar. Dies sei davon abhängig, wie viele Schulen das Angebot beanspruchen würden. 

Die Einrichtung sei laut Landrätin Zinnecker zwar eine aus wirtschaftlicher Sicht teure Lösung, allerdings könne man nicht mehr warten, bis neue und unter Umständen kostengünstigere Technologien Marktreife erlangen: „Die Anfragen sind jetzt gerade da“. 

Dennoch sprach sich der Ausschuss des Kreistages nicht uneingeschränkt für das kabellose Internet aus. Er kam zu dem Schluss, dass kabelloses Internet an Schulen „weder grundsätzlich abgelehnt noch unbeschränkt eingeführt werden sollte“. Abgestimmt wurde letztendlich über einen ergänzenden Beschlussvorschlag von Hubert Endhardt und Roland Brunhuber (ödp), der über die ursprüngliche Fassung des Landkreises hinausgeht und unter anderem regelmäßige Messungen der Strahlenbelastung fordert. 

Entsprechende pädagogisch-didaktische Konzepte, die die flexible Internetnutzung vorsieht sowie Weiterbildungen für Lehrer in Sachen Internetnutzung und -sicherheit, sollen vorgelegt werden. Dieser Beschluss wurde mit einer Gegenstimme angenommen. 

Die endgültige Entscheidung darüber, ob das kabellose Internet an Schulen tatsächlich eingeführt werden wird oder weiter Zukunftsmusik bleibt, liegt nun bei den Schulen. Spricht sich die Schulleitung gegen eine Einführung aus, wird es auch zukünftig kein W-LAN an den betroffenen Schule geben.

von Sabrina Hartmann

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