#wasichwirklichwillchallenge

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Die Kaiserin.

Die Kaiserin fordert eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema Forettle.

Bürgerinnen und Bürger,

Können Sie sich noch daran erinnern, wie sich Oberbürgermeister Stefan Bosse vor den Investor des geplanten Fachmarktzentrums gestellt und die Werbetrommel gerührt hat? Erinnern Sie sich auch noch an die grünen Plakate einer „Initiative JA zum Forettle Center GbR“, die ihre Infostände mit Mitgliedern der CSU veranstaltet hat?

Haben Sie sich schon einmal die Frage „cui bono“ (wer profitiert) gestellt? Warum hat man das Gefühl, man versuche mit aller Macht, dass dieses Center gebaut wird? Noch vor wenigen Tagen konnte man lesen, dass OB Bosse nicht mehr an ein tragbares Gesamtkonzept glaube, würde ein weiterer Ankermieter seine Zusage für das Center zurückziehen. Und wir wissen nun, dass Woolworth ab März 2016 seine neue Heimat im Buron Center finden wird.

Dass einem V-Markt das Forettle-Center ein Dorn im Auge ist, kann sicher jeder nachvollziehen. Und wahrscheinlich würde man sogar lieber auch noch auf einen Teil des eigenen Drogerieumsatzes verzichten, um „dm“ auch in die eigenen Räumlichkeiten zu bekommen. Mir fällt auf: Stadtplanung hat heute nicht mehr viel mit der Wirklichkeit zu tun. Oder standen Sie vor zehn Jahren morgens um acht Uhr von der Spittelmühl-Kreuzung bis nach Oberbeuren im Stau? Hätte man sich je vorstellen können, dass in Memmingen ein IKEA stehen könnte? Die Marketiers beschäftigen sich anders mit der Welt. Ich selbst habe das Gefühl, dass uns beim Thema Fachmarktzentrum doch noch etwas verheimlicht wird.

Für den Außenstehenden wird das Thema langsam, leider, irrelevant. Gut für den Investor, aber schlecht für die Demokratie. Wo bleiben zum Beispiel die Erfahrungswerte eines ehemaligen Stadtbaumeisters Ralf Baur? Wieso habe ich das Gefühl, dass die Argumente von SPD und Grüne nicht wirklich wahrgenommen werden? Ist das geschaffene „Bürgerforum“ nur ein Grünen-Treff? Und was ist eigentlich mit der FDP? Hat Frau Zajicek mit der Aufgabe ihres eigenen Geschäftes das Interesse am Kaufbeurer Einzelhandel verloren? Aus dieser Richtung hört man fast gar nichts. Was braucht es denn wirklich, wenn man seine Einwände vorbringen will?

Liegt es wirklich nur am Desinteresse einer breiten Mehrheit, dass diese Turniere teils öffentlich ausgetragen werden und dennoch wenig Beachtung finden?

Es kann ja auch nicht sein, dass nur die Opposition im Stadtrat gegen das Center argumentiert. Wer klopft denn noch alles an die Rathaustür, von denen wir nichts wissen? Und was sagt man diesen Gegnern? Aber Lobbyismus funktioniert eben nur, wenn der Bürger nichts hinterfragt und keine Antworten fordert. Und vor allem geht es immer um das Gleiche: Geld. Ein Glück, dass es in Kaufbeuren kein Öl gibt.

Ich selbst bin keine Gegnerin des geplanten Forettle-Centers. Aber auch mir wird langsam bewusst, dass hier wohl keine Einzelhandelsoase mehr entsteht. Kaufbeuren leidet unter zwei Stadtkernen – Altstadt und Neugablonz. Mit dem Zentrum in der Mindelheimer Straße, dem Forettle-Center und der Altstadt, teilen wir nun ein Zentrum in drei Teile. Ob das wirklich so gut ist?

Da im Moment „Challenges“ wieder in Mode geraten sind, möchte ich auch eine Solche starten. Sie heißt: #wasichwirklichwillchallenge

Sagen wir doch einfach mal direkt, was wir wollen. Keine Salamitaktik, kein in die Länge ziehen. Offen – und vor allem öffentlich – direkt sagen, was wir meinen. Es ist eine politische Krankheit, wenn man sich nur hinter Phrasen und langen Geschichten „versteckt“. Wir wollen den Kern der Botschaft. Klar und verständlich. Ich will eine öffentliche Podiumsdiskussion zu diesem Thema mit allen Beteiligten, Einzelhändlern und ausreichend Mut. Ich nominiere: Oberbürgermeister Stefan Bosse, SPD Stadtrat Ralf Baur und Grünen-Stadträtin Ulrike Seifert. Bitte die Fakten auf den Tisch! Schreiben Sie mir doch eine E-Mail. Ich bin gespannt.

Mit hoheitlichen Grüßen,

Ihre Kaiserin

Im Übrigen, die Kaiserin freut sich sehr über Zusendungen von Ihren Themen, Veranstaltungsterminen und vielleicht sogar Gerüchten? SMS und WhatsApp an 0178/6820900 oder per E-Mail an: diekaiserin@kreisbote.de.

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