Ulf, die Ameise

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Die Kaiserin.

Die Kaiserin beschäftigt sich in der heutigen Glosse mit einer Internetseite, die über ihre eigene Existenz informiert und mit einer Ameise...

Bürgerinnen und Bürger,

zunächst einmal darf ich mich bei Ihnen für die zahlreichen Zusendungen zu meiner letzten Glosse bedanken. Es ist wahrlich interessant, wie gespalten die Meinungen zum Thema Flüchtlinge sind. Da aber auch meine Meinung nur eine von vielen ist, lasse ich dieses Thema für heute unkommentiert.

Ich widme mich lieber wieder unserer Stadtpolitik und der Arbeit aus dem Rathaus. Viel hört man ja gerade nicht. Die wichtigsten Themen sind bereits entschieden. Eisstadion, hier bekommt Kaufbeuren nun einen leuchtenden Eisklotz, die Spielvereinigung Kaufbeuren ihren neuen Platz und zum Glück jetzt auch wunderschöne Umkleideräume mit Duschen, und die Altstadtsanierung kommt auch so langsam in die Gänge. Aber Wahlkampf ist ja noch nicht.

Während sich in den sozialen Netzwerken darüber unterhalten wird, ob es einen dritten Buchladen am Wolkenhaus wirklich braucht und ob es einen Disput zwischen Sparkasse und Bücher Edele gab, hat die Stadt ihre Haus- und Hofagentur Medienblick, sicher für viel Geld, beauftragt eine neue Internetseite zu erstellen, um eine noch höhere Streuung über die Bauvorhaben in Kaufbeuren zu erreichen als bisher. Dass man ein neues Portal erst einmal bekannt machen muss – und dies geschieht meist über die üblichen, bestehenden Kanäle – daran wurde mit Sicherheit gedacht. Ein solches Portal stampft man ja nicht mal eben so aus dem Boden. Mit Sicherheit ist dies bereits im CSU Wahlkampfprogramm der vorletzten Wahl enthalten gewesen.

Ich erinnere mich: Als vor vielen Jahren das neue Stadtportal kaufbeuren.de an den Start ging, wollte man eine Vielzahl an Informationen für die Bürger bündeln. Alles an einem Ort. Keine Umwege. Und das ist auch sinnvoll, vorausgesetzt die Struktur setzt eine einfache und logische Bedienung voraus. Aber anscheinend reichte der Webspace der Seite nicht mehr aus, weshalb man weitere Internetseiten erstellen lies. Für Vieles gibt es Webseiten. Kaufbeuren aktiv, Kaufbeuren Tourismus und jetzt ganz neu und brandheiß: kaufbeuren-baut.de Auf dieser Internetseite möchte die Stadt über aktuelle und geplante Bauprojekte informieren. Status abgeben und damit mal wieder ganz nah‘ am Bürger sein.

Normalerweise thront dann immer ein Bild des Oberbürgermeisters auf der Startseite als Initiator und Stadtverbesserer. Kaum sind die Pressemeldungen über das neue Internetportal verschickt, habe auch ich sofort einen Blick darauf geworfen.

Die aktuellste Meldung auf diesem Portal liest sich gleich sehr brisant. Auf kaufbeuren-baut.de wird berichtet, dass es nun eine neue Internetseite zu den Bauvorhaben der Stadt gibt. Nämlich kaufbeuren-baut.de. Die Seite informiert über ihre eigene Existenz.

Das ist klasse! Wäre ich zufällig auf diese Seite gestoßen (ich gebe oft wilde Kombinationen ein, wie kaufbeuren-zukunft.de, was-wird-aus-kaufbeuren.de oder kaufbeuren-wolkenhaus.de), dann wüsste ich ja erst jetzt, dass es dieses Portal überhaupt gibt. Da hat man sich mal wieder wirklich Gedanken gemacht. Und nicht nur das, man hat alle bekannten Inhalte hier noch einmal veröffentlicht. Ich werde jetzt gleich bei Medienblick anrufen und sie bitten, dass sie eine weitere Internetseite erstellen. Kaufbeuren-Uhrzeit.de – hier kann man – von überall auf der Welt sehen, wie spät es gerade in Kaufbeuren ist. Und als Titelbild thront der Wächter über Raum und Zeit.

Begleitet werden alle Bauinformationen von Ameisenkarikaturen aus dem Hause Oliver Kromm. Das erinnert mich doch sehr an „Max“ den Baustellen-Maulwurf der Deutschen Bahn. Die Ameise für Kaufbeuren hat noch keinen Namen, was sie daher nicht gerade sympathisch macht. Ich schlage vor, wir nennen sie Ulf. Das ist genau so kurz wie Max und ist auch leicht zu merken. Ulf ist der neue Wegweiser – er weiß wo und warum dort gebaut wird. Schließlich baut er, wie Max, auch fleißig mit.

Mit hoheitlichen Grüßen,

Ihre Kaiserin

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