Dem Kalk keine Chance

„Unsere Produkte belassen das Kalk im Wasser, bringen es aber so in Form, dass es nicht mehr schädlich ist”, erklärt Geschäftsführer Berthold Böhm dem Europaabgeordneten Markus Ferber das Prinzip. Der schwäbische Europaparlamentarier ist bei seinem Besuch des innovativen Betriebs im Ostallgäu von den Ideen begeistert.

Fast einem Klassentreffen gleicht der Betriebsbesuch am vergangenen Freitag im Technologiezentrum der Böhm & Egger GmbH in Untrasried, das die beiden Inhaber Berthold Böhm und Markus Egger erst vor wenigen Monaten eröffnet haben. Während Berthold Böhm in Bobingen, wo sich mit dem Schulungszentrum auch der zweite Standort der Firma befindet, mit Markus Ferber die gleiche Klasse besuchte, waren sein Geschäftspartner Markus Egger und der Untrasrieder Bürgermeister Alfred Wölfle ebenfalls Schulkameraden. In sehr gelöster Atmosphäre wurden daher die für das aufstrebende Unternehmen wichtigen Themen besprochen. Die Böhm & Egger GmbH beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Wassererforschung und -aufbereitung. Das entwickelte Kalkschutzgerät ist auch per Europapatent geschützt, erfährt der Abgeordnete Markus Ferber bei seinem Ortstermin. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Installateure; bayernweit hat das Unternehmen schon 720 Sanitär- und Heizungsbauer als Vertriebspartner gewonnen. Mehr als 12000 Anlagen wurden laut Böhm bisher installiert, sowohl in Einfamilienhäusern als auch in landwirtschaftlichen Betrieben, öffentlichen Einrichtungen bis hin zu Thermalbädern. Da die Verkalkung der Leitungen gestoppt wird, kann deutlich Energie eingespart werden, berichten die beiden Geschäftsführer. Um die Wirkung auch mittels eines unabhängigen Gutachtens belegen zu können, wollen Böhm und Egger bei dem Bayerischen Institut für angewandete Umweltforschung (bifa) in Augsburg eine Studie in Auftrag geben. Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden. Diplom-Physiker Peter Wiese von der IHK Schwaben bietet für diese Projektarbeit die Unterstützung der IHK an. Auch die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer zeigt sich von der Wirkungsweise der Kalkumformer begeistert. Sie könnte sich vorstellen, dass diese moderne Technik im Gymnasium Marktoberdorf zum Einsatz kommen könnte, wo derzeit ein umfangreiches Sanierungsvorhaben läuft. Insgesamt 15,5 Millionen Euro wurden laut Schorer dafür bereits bewilligt. Als bundesweites Forschungsprojekt im Hinblick auf Umweltmaßnahmen sollen Langzeituntersuchungen über 15 Jahre durchgeführt werden, um zu ermitteln, welche Energieeinsparmaßnahmen an einer Schule möglich sind. Schorer könnte sich für dieses Vorhaben am Gymnasium Marktoberdorf auch eine Kooperation mit Böhm und Egger vorstellen.

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