Kandidaten im Vergleich

Die Kolpingsfamilien im Bezirksverband Ostallgäu luden unter dem Motto „Wir wollen’s wissen” fünf Bundestagskandidaten im Stimmkreis 257 zu einer Podiumsdiskussion in den Kolpingsaal ein. Neben kurzen Kandidaten-Porträts lernten die interessierten Zuhörer die Standpunkte der fünf männlichen Bewerber zu den Themen Familie, Arbeit und soziale Gerechtigkeit kennen.

In alphabetischer Reihenfolge stellten sich die potentiellen Bundestagsabgeordneten vor: Paul Meichelböck möchte für „Die Linke” einen Sitz im Bundestag erobern. Der 49-jährige Fernmeldetechniker aus Kaufbeuren stellt „die sozialen Interessen der Menschen in den Mittelpunkt”. Die „Stärkung der Demokratie und der Grundrechte” sind weitere Ziele des Familienvaters mit vier Kindern. Die „Aufklärung über das deutsche Gesundheitswesen” liegt Dr. Bernd Rösel von der FDP am Herzen. Der Allgemeinarzt aus Füssen möchte erreichen, dass der „Mensch im Gesundheitswesen auch als Mensch” wahrgenommen wird. Im Fall seiner Wahl verspricht der 45-jährige Vater von zwei Kindern und Stadtrat „ehrliche Politik für aufgeklärte Wähler”. Für das Bündnis90/Die Grünen tritt Tobias Specht mit den „Ideen einer grünen Gesellschaft” an. 31 Jahre, ledig, römisch-katholisch aus Augsburg lauten für ihn die wichtigsten Daten. Der wissenschaftliche Universitätsmitarbeiter wünscht sich, dass „die Menschen ihr Leben in einer gerechten Gesellschaft selber verwirklichen können”. Deshalb kämpft Specht „gegen Diskriminierung und für Bildungsgerechtigkeit”. Als Vertriebsrepräsentant ist Rolf Spitz beruflich tätig, der für die SPD ein Mandat erobern möchte. Der Vater von drei Kindern sucht den „Dialog zum Bürger” und engagiert sich in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich. Dem Stadtrat aus Memmingen ist das „Recht auf Freiheit” wichtig. Im Hinblick auf „soziale Gerechtigkeit” spricht sich der 49-jährige für einen gesetzlichen Mindestlohn aus. Die CSU schickt den ledigen Juristen Stephan Stracke ins Rennen. „Offenheit und das Miteinander im Gespräch, um gemeinsam zu gestalten”, verspricht der katholische Regierungsrat den Zuhörern. Der 35-jährige Kaufbeurer Stadtrat möchte sich für die Verbesserung der Infrastruktur, die Stärkung des Quali- tätstourismus und die Landwirte einsetzen. Zur Förderung der Familien sind sich die Bewerber einig, dass ein kostenfreier Kindergarten ein sinnvoller Schritt wäre. „Familien verstehen wir als das soziale Herzstück, auch bei der Werte- vermittlung”, meint CSU-Kandidat Stracke. Einen „Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr, wenn die Eltern arbeiten gehen wollen, sowie eine frühkindliche Förderung in Eltern-Kind-Zentren”, kann sich Rolf Spitz von der SPD vorstellen. Paul Meichelböck von den Linken will die „Betreuung der kleinen Kinder qualitativ verbessern”. Grüne-Bewerber Tobias Specht fordert, dass auch „Patchwork-Modelle, Alleinerziehende und homosexuelle Paare mit Kindern als Familie angesehen werden”. Eine Umgestaltung des Bildungssystems, damit Schulabgänger nach ihrem Abschluss fit sind, ihren Platz in der Erwerbsgesellschaft zu finden”, spricht Dr. Bernd Rösel von der FDP an. Specht regt an, den „Solidaritätszuschlag” in einen „Bildungszuschlag” umzuwandeln. „Unternehmen fördern, die Arbeitsplätze sichern und schaffen”, möchte SPD-Kandidat Spitz. Der Memminger will einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro “„lächendeckend über alle Branchen” einführen, denn „ein Mensch muss von seinem Lohn leben können”. Dem schließt sich Tobias Specht an, denn es gebe noch immer Tariflöhne mit einem Stundensatz von unter vier Euro und es sei bedeutend, den Menschen zu vermitteln, dass ihre Arbeit etwas wert ist. Rösel von der FDP findet 7,50 Euro pro Stunde sind zu wenig, da Arbeitnehmer mit diesem Lohn und den dann folgenden Abzügen trotzdem unter dem „Hartz IV-Niveau” liegen. Sein Vorschlag ist, die „Abgabenlast für die Bürger zu senken, damit es sich auch für Geringverdiener lohnt, Arbeiten zu gehen”. Meichelböck von der Linken meint, dass es erst ab einem Stundenlohn von zehn Euro für Vollerwerbstätige möglich ist „am normalen Leben teilzunehmen”. „Wer arbeitet muss mehr haben, als diejenigen, die nicht arbeiten”, hebt CSU-Stadtrat Stracke hervor. Nach seiner Meinung soll das Thema Lohnverhandlungen jedoch bei den Tarifparteien verbleiben und nicht gesetzlich geregelt werden.

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