"Den Weg wie geplant weiterverfolgen"

Probleme bei Zeitplan und Nutzung?

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Karl-Heinz Kielhorn.

Kaufbeuren – Ein Privatinvestor fürs neue Kaufbeurer Eisstadion – diese Option war mit einem Gesprächsangebot des Schweizer Unternehmens Brightrock an die Stadt (wir berichteten) wieder in greifbare Nähe gerückt. Wie Oberbürgermeister Stefan Bosse noch am Dienstag vergangener Woche betonte, lag bis dato allerdings noch kein Konzept dazu vor, was Brightrock sich in Kaufbeuren vorstellen kann.

Bekannt war nach Aussage von Dieter Hegen, Kaufbeurer Eishockeylegende, und Unternehmer Claus Uwe Lehmann, die den Kontakt vermittelt hatten, nur, dass es sich um eine ganzjährig nutzbare Multifunktionshalle handeln sollte. Doch nun weiß man mehr: Nach einem ersten Gespräch des möglichen Investors mit dem Hauptmieter ESVK am 29. September gab Karl-Heinz Kielhorn, Geschäftsführer der ESVK Spielbetriebsgesellschaft (ESBG), erste Eckpunkte dessen bekannt, was Brightrock sich in Kaufbeuren vorstellen könnte. 

In privaten Räumen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit umrissen Vertreter des Investors ihr mögliches Konzept. „Die Initiative für ein solches Vorhaben kam von Dieter Hegen und Claus Uwe Lehmann. Der ESVK bedankt sich ausdrücklich für dieses Engagement“, so Kielhorn. 

Schnell sei bei dem Gespräch klar geworden, dass der Investor sich in Kaufbeuren eine Investition vorstelle, die weit über die derzeit verfolgte Planung durch das Kommunalunternehmen Eisstadion hinaus- gehen würde. Ziel wäre demnach eine Mantelnutzung des Stadions mit Flächen für Gastronomie und Einzelhandel. 

„Verschiedene Mieter und diverse Veranstaltungen sollen eine Nutzung an 365 Tagen im Jahr gewährleisten. Der ESVK würde die Anlage zu einem Bruchteil nutzen. Insgesamt soll das Projekt als Renditeobjekt ausgestaltet werden“, fasst Kielhorn zusammen. Eine detaillierte Marktanalyse sei nach Aussage des Investors allerdings noch nicht erfolgt, so der ESBG-Geschäftsführer. 

Zudem hätten sich weitere „ungeklärte Fragen“ ergeben. Kritisch zu sehen sei vor allem das Zeitfenster, das Brightrock einer Realisierung zu Grunde legen würde. Fünf Jahre könnte es demnach dauern, bis die Multifunktionsarena steht – „Es stellt sich die dringende Frage, wo in Kaufbeuren Eissport stattfinden soll, bis die Multifunktionsarena fertig wäre“, so Kielhorn. 

Es gebe momentan keinen Statiker, der für das Stadion am Berliner Platz eine verlängerte Nutzung über Herbst 2017 hinaus gewährleisten würde. Zudem sei die Frage nach dem Standort „völlig offen“. Der Investor habe klar gemacht, dass die Suche nicht auf das Stadtgebiet begrenzt sei. 

Auch hinsichtlich der Nutzung sieht der ESVK, nach Absprache mit der Stadtverwaltung Probleme. „Die Ansiedlung von Einzelhandel, Dienstleistern und möglicherweise einem Outlet-Center bei der geplanten Multifunktionsarena begegnet laut Oberbürgermeister Stefan Bosse in der Umsetzung zahlreichen Schwierigkeiten. Der OB hat in diesem Zusammenhang auf die erfahrungsgemäß sehr langfristigen Genehmigungsverfahren hingewiesen“, erklärte Kielhorn. 

Zudem verfolge Kaufbeuren bereits anderweitig ausreichend Projekte zur Ausweitung des Einzelhandels. Auch von tatsächlichen Einnahmen aus der Nutzung als Veranstaltungshalle sei man nicht überzeugt. Zudem hätte der ESVK, so Kielhorn, laut den Gesprächen nur rund 15 Prozent der Hallennutzung zur Verfügung – ein Anteil, der zwar den Profisport ermögliche. Wie es mit Training, Nachwuchsförderung und Hobbyeissport aussehe, sei dann aber unklar, man brauche eventuell eine zweite Halle, so Kielhorn. 

„Nach Rücksprache mit der Stadt Kaufbeuren und aufgrund der vorgenannten Fakten besteht Einigkeit in der Beurteilung der oben genannten Punkte und darin, den Weg zum neuen Eisstadion wie geplant erfolgreich weiter zu verfolgen“, so Kielhorns Resümee mit Hinblick auf das Kommunalunternehmen Eisstadion. Ob sich aus den Gesprächen zwischen der Stadtspitze und Brightrock, die zeitnah stattfinden sollen, andere Ergebnisse ziehen lassen, dazu mehr in einer der kommenden Ausgaben des Kreisbote.

von Michaela Frisch

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