Abenteuer für die Ohren am 14. Februar

„Karneval der Tiere“: Kinderklassik im Kaufbeurer Stadttheater

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Stehend die Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung (von links): Johann Marschall, Winfried Nusser, Margit Bär, Günther Marz und Susanne Jehl. Davor die Kooperationspartner Daniel Herrmann vom Kulturring, Thomas Garmatsch von der Kulturwerkstatt und Martin Klein, Leiter der Musikschule Kaufbeuren.

Kaufbeuren – Bereits zum siebten Mal findet am 14. Februar das Projekt „Kinderklassik im Stadttheater“ statt. Rund 360 Grundschüler der dritten Klassen werden diesmal in den beiden Schulvorstellungen am Vormittag den „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns erleben. Ältere und jüngere Geschwister haben mit Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten in den beiden öffentlichen Vorstellungen am Nachmittag ebenfalls die Gelegenheit dazu.

Aufgeführt wird die große Zoofantasie mit musikalischer Tierstimmenimitation von der Gruppe „taschenphilharmonie“ aus München, dem „kleinsten Sinfonieorchester der Welt“. Und das, obwohl die Gruppe wegen der schweren Erkrankung ihres Gründers, Dirigenten und Erzählers Peter Stangel eigentlich alle Auftritte für 2020 abgesagt hat. Stangel wird in Kaufbeuren am Dirigentenpult von Miriam Haupt vertreten.

Die Realisierung dieser bereits seit 2016 ins Auge gefassten, jedoch etwas teureren Veranstaltung war möglich, weil die Kaufbeurer Bürgerstiftung, die sich 2013 mit der Kulturwerkstatt und der Ludwig Hahn Sing- und Musikschule zu dem Projekt „Kinderklassik im Stadttheater“ zusammengeschlossen hatte, dieses Jahr auch den Kulturring Kaufbeuren ins Boot holen konnte.

Das Projekt will Kinder behutsam an Klassische Musik heranführen und sie ihnen auf kindgerechte Weise schmackhaft machen. „Jedes Kind in Kaufbeuren soll bis zu seinem zehnten Lebensjahr wenigstens einmal – möglichst zusammen mit den Eltern – in unserem Schatzkästchen von einem Stadttheater gewesen sein und davon die Erinnerung an ‚ein tolles Erlebnis‘ mitgenommen haben“, fordert Johann Marschall, der Vorsitzende der Kaufbeurer Bürgerstiftung. Zu diesem Zweck wird einmal pro Jahr in Zusammenarbeit mit allen Schulen ein Stück ins Stadttheater gebracht, das den Kindern Freude an symphonischer Musik vermitteln soll. Geldmangel darf dabei kein Hinderungsgrund für Kulturerlebnisse sein: Erwachsene zahlen 13 Euro, Kinder sechs Euro.

Das Projekt ist bei den Kaufbeu­rer Schulen nicht nur auf offene Ohren, sondern geradezu auf Begeisterung gestoßen. Alle Schulen machen uneingeschränkt mit, nicht nur durch den Besuch der Schulvorstellungen im Klassenverband, sondern auch durch Vor- und Nachbereitung in den Schulstunden. Dafür erhielten dieses Jahr sämtliche Klassen der Zielgruppe das Buch „Was macht das Horn im Wald?“ von Peter Stangel, worin alle Instrumente anschaulich beschrieben und erklärt sind. Mit dem etwa eine Dreiviertelstunde dauernden Stück „Der Karneval der Tiere“ werden unter dem Motto „Abenteuer für die Ohren“ in erster Linie die Ohren angesprochen. Aber da die Musiker diesmal oben auf der Bühne sitzen und nicht im Orchestergraben versteckt sind, gibt es dennoch etwas zu sehen: Die Instrumente können der vom Erzähler jeweils genannten Tierstimme oder Situation genau zugeordnet und beobachtet werden.

Der französische Komponist Camille Saint-Saëns hatte den ‚Karneval‘ im Fasching 1886 eigentlich geschrieben, um sich damit über seine Kollegen lustig zu machen. Zum Beispiel tanzen die Schildkröten den berühmten „Cancan“ von Jacques Offenbach, nur eben nach Schildkrötenart sehr, sehr, sehr laangsam. Saint-Saëns schrieb lediglich die Musik, ohne eine Geschichte. Weil die Stücke aber so lustig waren und dem Publikum gut gefielen, erfanden später verschiedene Leute Geschichten dazu, darunter auch Peter Stangel. Seine Sprechtexte zwischen den Liedern sind kurz, leicht verständlich und lustig. Jedes Lied steht für ein bestimmtes Tier. Und gerade die kurzen Wechsel zwischen Musik und Erzählung sind bei der geringen Aufmerksamkeitsspanne von Kindern gut geeignet, um auch sehr junge Hörer an die Klassik heranzuführen.

Öffentliche Vorstellungen:

Freitag 14. Februar, 15 und 16.30 Uhr im Stadttheater

Karten erhältlich beim Kreisbote Kaufbeuren, Rosental 4, Tel. 08341/80980.

von Ingrid Zasche

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