Zu Ehren der Muttergottes

Katholiken in Kaufbeuren und im Ostallgäu feiern Mariä Himmelfahrt

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Mariä Himmelfahrt ist das höchste Fest der katholischen Kirche zu Ehren der Muttergottes.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Es könnte viele überraschend treffen, dass am Samstag, 15. August die Geschäfte in Kaufbeuren und im Ostallgäu geschlossen bleiben. Grund ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt, der 2020 auf einen Samstag fällt und zwei Bundesländern eine verkürzte Arbeitswoche beschert.

In Bayern ist Mariä Himmelfahrt in 1704 von insgesamt 2056 Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag.

Die Katholiken begehen den Feiertag, der offiziell „Mariä Aufnahme in den Himmel“ heißt, mit Gottesdiensten und Kräutersegnungen. Zudem gibt es vielerorts festliche Prozessionen. Mariä Himmelfahrt ist in der katholischen und in den orthodoxen Kirchen das höchste Fest zu Ehren der Muttergottes.

Feiertag in der Region

Im gesamten Saarland gilt der Feiertag, in Bayern auch, jedoch nur für die Kommunen, in denen mehr katholische als evangelische Einwohner ihren Hauptwohnsitz hatten. Was wiederum das Bayerische Landesamt für Statistik anhand der Volkszählung im Jahr 2011 ermittelt. Während zum Beispiel in den bayerischen Großstädten München, Augsburg und Würzburg Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag ist, wird in den mittelfränkischen Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen gearbeitet. Eine Übersicht in welchen bayerischen Kommunen die Katholiken überwiegen, gibt es auf der Seite des Bayerischen Landesamts für Statistik unter www.statistik.bayern.de/statistik/gebiet_bevoelkerung/zensus/himmelfahrt. 

Das gesamte Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren zählen zu den 1704 bayerischen Gemeinden, die den 15. August als Feiertag begehen. Selbst die Tourist Information in Kaufbeu­ren wird an diesem Samstag geschlossen bleiben.

Bereits im vierten Jahrhundert begann die Kirche Marias Aufstieg zum Himmel zu feiern. Der Überlieferung nach wurde die Mutter Jesu nach ihrem Tod zur ewigen Ruhe gebettet. Als die Jünger später das Grab öffneten, fanden sie darin nur noch ihre Kleidung, Blüten und Kräuter vor. Andere Geschichten erzählen von einer bildlichen Himmelsfahrt Mariens, die von Engeln unterstützt und von Licht umhüllt in den Himmel aufstieg.

Als Zeichen der Liebe Gottes

Angaben des Erzbistums München zufolge geht der Brauch der Kräuterweihe auf eine Erzählung des Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Dieser Überlieferung nach erfüllte „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Marias. Auch aus dem 14. Jahrhundert sei eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher, in die ihr Leichnam gewickelt wurde, „gleich Balsam und der Blume der Lilien“ dufteten. Heilpflanzen wie Johanniskraut, Salbei, Schafgarbe oder auch Kamille und Gewürzpflanzen wie Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Minze und Liebstöckel kommen in den Strauß. Daneben die Getreidearten Hafer, Gerste, Weizen und Roggen. Auch Blumen sind häufig mit in den Sträuße gebunden und diese werden kopfüber getrocknet und zum Gottesdienst mitgebracht und an ein Kreuz gesteckt. Sowohl die Schönheit der Schöpfung als auch das von Gott zugesprochene Heil, das in besonderer Weise an Maria vollendet ist, werden dadurch versinnbildlicht, erklärt das Bistum Augsburg.

Auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren unterwww.kaufbeuren-katholisch.de gibt es eine Übersicht der Festgottesdienste und Kräutersegnungen in der Stadt. Um 19 Uhr soll die Heilige Messe in der Kirche St. Martin stattfinden.

Selma Höfer

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