Neue Sehenswürdigkeit für Kaufbeuren

Kaufbeuren: Brunneninstallation von Künstler Roman Harasymiw im Buroncenter

Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Die erste der drei 2,90 Meter hohen halbierten Röhren mit insgesamt gut 80 Händen von Mitarbeitern und Kunden aus 21 Nationen ist aus ihrem großen Holzkasten befreit, mit dem das Geheimnis im Foyer des Buroncenters bis zur Fertigstellung gehütet wurde.
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Hände von rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 21 Nationen geben in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen lebenspendendes Wasser nach unten.
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Hände von rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 21 Nationen geben in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen lebenspendendes Wasser nach unten.
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Die glatten Rückseiten aus farbigen Glasbausteinen verraten nichts von der Dynamik im Inneren der halbierten Röhren
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Roman Harasymiw (Mitte) übergibt die von ihm gestaltete Brunneninstallation den Auftraggebern, Vera und Horst Hermann, in 5. Generation Inhaber der V-Märkte.
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Hände von rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 21 Nationen geben in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen lebenspendendes Wasser nach unten.
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Hände von rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 21 Nationen geben in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen lebenspendendes Wasser nach unten.
Brunnen von Harasymiw im Buroncenter Kaufbeuren
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Hände von rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 21 Nationen geben in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen lebenspendendes Wasser nach unten.

Kaufbeuren – Das Geheimnis ist gelüftet: Die monatelange – zunächst mit einer bedruckten Plane und dann mit drei großen Holzkästen – absolut blickdicht verhüllte Baustelle im Foyer des Buroncenters ist fertiggestellt. Die neue Brunneninstallation von Roman Harasymiw wurde am vergangenen Montagnachmittag in Betrieb genommen und den Auftraggebern, Vera und Horst Hermann, in fünfter Generation Inhaber der V-Märkte, übergeben. Wegen Corona verbot sich eine feierliche Zeremonie, die Inhaber hoffen jedoch, dass nächstes Jahr ein großes Brunnenfest mit allen Mitarbeitern stattfinden kann.

Die seit 2002 an dieser Stelle befindliche Harasymiw-Brunneninstallation „Wiesenstück“ mit beweglichen Wasserstrahlern war schließlich dem hier extrem kalkhaltigen Wasser erlegen und wurde eingelagert. 2018 beauftragte Familie Hermann den Künstler mit der Umsetzung einer Idee, mit der Harasymiw bereits seit 2010 „schwanger ging“.

An der Realisierung dieser Brunneninstallation haben buchstäblich „viele Hände“ mitgewirkt: Nahezu 80 Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Kunden aus insgesamt 21 Nationen haben ihre Hände vertrauensvoll zum Abguss zur Verfügung gestellt. In einem einzigartigen Verfahren wurden die Hände in Sand abgeformt und in Aluminium gegossen – jeder Guss ein Unikat. Diese Hände leiten in drei halbierten, fast drei Meter hohen Röhren aus blauen bis grünen Glasbausteinen Wassertropfen nach unten. Die Heimatländer der Handmodelle wurden als abstrakte Schriftbilder in den Bodenplatten rund um die Brunnenplastik verewigt. Setzt man die grünen Buchstaben aus diesen Schriftbildern zusammen, ergibt sich der Name des Werks: VERBUNDENHEIT. „Die Zusammenarbeit mit den vielen Menschen aus der ganzen Welt hat großen Spaß gemacht. Die spürbare Verbundenheit zu ihrer Firma, der großen, bunten V-Markt Familie, hat mich besonders bewegt“, so der Künstler.

Hand angelegt haben auch zahlreiche regionale Handwerksbetriebe und Ingenieure, insbesondere die Metallgießerei von Wolfgang Böttcher, Stahlbau Götz, Steinmetz Alfred Neumann sowie die Lamberts Glashütte in Waldsassen. Dazu kommen viele Helfer, allen voran Roman Harasymiws Assistent und freier Mitarbeiter Richard Strauß sowie Handwerksmeister Ludwig Weber. Die knapp sechs Tonnen schwere Brunneninstallation aus Stein, rostfreiem Stahl, gegossenem Glas und Aluminium war ursprünglich für den Außenbereich konzipiert. Im geschlossenen Raum über einer Tiefgarage waren die Anforderungen an die Statik und an das Spritzverhalten des Wassers nun deutlich komplexer.

Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengung ist ein Werk, das den wichtigsten Anspruch an Kunst erfüllt: Es regt den Betrachter zum Nachdenken an, zum wiederholten intensiven Hinsehen, wobei immer wieder Neues zu entdecken ist, und zur Interpretation von Gedanken zur gesellschaftlichen Solidarität, zu Werten, Ressourcen und Verteilung. Dass Kaufbeuren mit dieser Brunneninstallation seines Kulturpreisträgers von 2001, Roman Harasymiw, eine weitere Sehenswürdigkeit gewonnen hat, dürfte nicht zu viel gesagt sein.

Rubriklistenbild: © Zasche

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