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Ab 12. September gibt es eine neue Ausstellung in Neugablonz

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Historische Aufnahme: Frau mit Kind auf dem Arm
Starke Bilder – bewegende Schicksale: Die neue Ausstellung in Neugablonz. © Prade

Kaufbeuren/Neugablonz – Was geschah nach der Vertreibung der Deutschen aus dem nordböhmischen Isergebirge? Wie erging es den Menschen, die 1945/46 gehen mussten und denen, die bleiben konnten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Schicksale. Die Deutschen im Isergebirge nach 1945“, die vom 12. September bis zum 8. Januar 2023 im Isergebirgs-Museum zu sehen sein wird.

Sie ist Teil eines auf vier Jahre angelegten Gemeinschaftsprojektes des „Kulturverbandes der Deutschen und Freunden der deutschen Kultur“ unter Leitung von Irene Novák und des „Hauses der deutsch-tschechischen Verständigung“ in Reinowitz, das von Petra Laurin geführt wird. Projektpartner auf deutscher Seite ist das Isergebirgs-Museum Neugablonz. Fachliche Unterstützung leistete Dr. Raimund Paleczek vom Sudetendeutschen Institut.

Petra Laurin und Irene Novák entwickelten und gestalteten die Ausstellung gemeinsam mit der heimatverbliebenen Gablonzerin Christa Petrásková. Sie sichteten Tausende von Karteikarten im Bezirksarchiv Gablonz und stellten daraus exemplarische Biografien von Deutschen zusammen.

Ausstellung in drei Etappen

Die individuellen Schicksalsberichte werden ergänzt durch historische Hintergrundinformationen zur Vorgeschichte der Deutschen in Böhmen, die Ereignisse kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowie das Leben danach, sei es als Heimatvertriebener oder als heimatverbliebener Deutscher in der Tschechoslowakei.

Besonders ausführlich werden die regionalen Sammel-, Vertreibungs-, Arbeits- und Internierungslager von Albrechtsdorf bis Reichenberg beschrieben.

In der Ausstellung werden die letzten zwei Etappen des Projektes präsentiert. Teil drei wird die Schicksale der verbliebenen Deutschen während des sogenannten „realen Sozialismus/ Totalitarismus“ vorstellen. Die Kuratorinnen wollen sich hier vor allem auf das Entstehen des ersten Vereines der Deutschen, des Kulturverbandes, im Jahre 1969 konzentrieren und konkrete Lebensgeschichten der verbliebenen und vertriebenen Deutschen aus einer Region vergleichen. Die letzte Etappe widmet sich der Zeit nach 1989 und der Gründung der weiteren Verbände der Deutschen bis heute.

Die Ausstellung wurde und wird an weiteren Orten in Tschechien, Deutschland und Österreich gezeigt werden, wo Sudetendeutsche aus dem Isergebirge heute leben. Ein Katalog über das Gesamtprojekt ist bereits entstanden. Das Projekt wurde durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und das Bundesministerium des Innern gefördert.

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