Lange Wartezeiten bringen Eltern auf die Palme

Kaufbeuren: Ärger am Testzentrum

Eingang zum Testzentrum im Gablonzer Haus
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Der Eingang zum Testzentrum im Gablonzer Haus. Doch die Ruhe auf dem Foto täuscht, denn am Montag drängten sich dort hunderte Menschen bei Regen und Kälte.

Kaufbeuren – Das öffentliche Leben steht ab kommendem Montag wieder still. Die Politik hat weitreichende Maßnahmen beschlossen, um der Corona-Pandemie Herr werden zu können. Das Marktoberdorfer Gymnasium hatte bis Freitag seine Schultore geschlossen. Über 260 Schüler und Lehrer mussten in Quarantäne. Ein Präsenzunterricht war nicht mehr möglich. Von daher wurden die Schüler über die Lernplattform Mebis unterrichtet. Gerade aber die Testungen von ganzen Schulklassen stellen das Gesundheitsamt aktuell offenbar vor Probleme. Für großen Unmut bei Eltern und Schülern sorgten nämlich am vergangenen Montag lange Wartezeiten am Kaufbeurer Corona-Testzentrum im Gablonzer Haus.

Was war passiert? Zum Coronatest waren durch das Gesundheitsamt mehrere Schulklassen und eine Kindergartengruppe bestellt worden. Man habe ausreichend Zeit für die Testung vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Kauf­beuren. Doch das ganze lief dann doch gewaltig aus dem Ruder, weil mehr Personen als erlaubt in der bereits langen Schlange standen. Und das bei Regen und Kälte. Auch wenn nur ein Familienmitglied vom Gesundheitsamt aufgefordert wurde sich testen zu lassen, standen plötzlich ganze Familienverbände vor der Einrichtung, um sich ebenfalls einem Test zu unterziehen. Dies führte unweigerlich zu dem beschriebenen Szenario.

Noch Tage später reißen die Kommentare auf den sozialen Netzwerken nicht ab. Viele sind noch immer empört: „Wer so was verantwortet, der sollte wegen Inkompetenz seinen Job verlieren. Kinder sind weder Sündenböcke noch Prügelknaben. Wer wird zur Rechenschaft gezogen? Es macht mich zornig.“

Eine Mutter wurde mit ihrem dreijährigen Sohn zu einem Coronatest bestellt. Doch als sie die lange Schlange und die vielen Menschen gesehen habe, sei sie wieder gegangen und habe sich am nächsten Tag einen Termin bei ihrem Kinderarzt besorgt, berichtet sie im Internet.

Aber es gab auch Verständnis für die Arbeit der Mitarbeiter. Eine Userin meinte: „Die Damen in der Teststation haben ihr Bestes gegeben. Ihnen kann man keinen Vorwurf machen“.

System wird überdacht

Die kritischen Kommentare und Vorwürfe in Richtung des Gesundheitsamts werden auch vom Landratsamt Ostallgäu ernst genommen. „Alle Verantwortlichen sind sehr bemüht, die Testkapazitäten auf die wachsende Anzahl von Testungen anzupassen und lange Wartezeiten im Testzentrum zu vermeiden. Um gerade der auch kurzfristig sprunghaft angestiegenen Anzahl von Testungen größerer Personengruppen, wie Schulen, gerecht werden zu können und gleichzeitig längere Wartezeiten zu vermeiden, wird das System der Buchungen großer Gruppen gegenwärtig nochmals modifiziert, indem noch konkretere Zeitfenster für die Testungen vorgesehen werden“, sagte Pressesprecher Thomas Brandl auf Anfrage unserer Zeitung. Dennoch, so Brandl, können Wartezeiten künftig in Spitzenzeiten nicht immer völlig ausgeschlossen werden. Brandl warb hier nochmals um Verständnis. Primär dienen die Testungen dem Ziel, Schulen und Kitas insgesamt weiterhin offen zu halten. Auch die Stadt Kaufbeuren bedauerte die Vorkommnisse am Gablonzer Haus.

von Stefan Günter

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