KAT Akademie Allgäu: Campus im Zeitplan – Unterkünfte fertig

Auf der Zielgeraden

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Die Unterkünfte auf dem Campus der KAT sind fertiggestellt. Im Hintergrund ist die Akademie zu sehen.

Kaufbeuren – Maschinengeräusche und emsig arbeitende Handwerker sind die ersten Wahrnehmungen beim Betreten des neuen Ausbildungsgebäudes für die künftige Ausbildung des Flugsicherungspersonals der Kaufbeuren ATM Training GmbH (KAT).

Während die Unterkünfte bereits fertiggestellt sind, wird im Inneren des zentralen Ausbildungsgebäudes der „KAT Akademie Allgäu“ – so der Name des zukünftigen Ausbildungscampus – noch fleißig gewerkelt. Bei einem von der Unternehmenskommunikation organisierten Presserundgang informierte Architektin Anja Blobel als Projektleiterin der Deutschen Flugsicherung (DFS) über den aktuellen Stand der Arbeiten und gab einen Ausblick auf die weiteren Bauphasen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, so Blobel.

2016 begann die Projektplanung, im April 2017 rollten die Bagger an und im Juni 2017 erfolgte der Spatenstich. Seither hat sich auf dem Baustellengelände der KAT Akademie Allgäu viel getan. Die Unterkunftsgebäude sind so gut wie bezugsfertig. Inmitten des Campus ragt der stattliche Neubau für die zukünftige Ausbildung in der militärischen Flugverkehrskontrolle, Flugberatung und im Flugbetriebsdienst empor. Das Schulungszentrum vereinigt dann alle bisher im Fliegerhorst zum Teil noch dislozierten Funktionen. „Das bedeutet“, so Monika Lattner von der Unternehmenskommunikation, „dass der Lehrbetrieb in Theoriehörsälen und die Praxis am Towersimulator sowie die Büros der Lehrkräfte und die Verwaltung zentralisiert werden.“ Darüber hinaus stellt das Gebäude eine „Scharnierfunktion“ zwischen Dienst und Freizeitgestaltung dar: In der im Erdgeschoss etablierten Mensa mit Kantine werden die maximal rund 80 Lehrgangsteilnehmer nicht nur von der Bundeswehr verpflegt, sie soll – so Projektleiterin Blobel – auch quasi als „Wohnzimmer“ mit angegliedertem Außenbereich zum kommunikativen Austausch dienen.

Der Campus

Die DFS hat das 13.400 Quadratmeter große Grundstück von der Bundeswehr erworben und wird die Räumlichkeiten nach Fertigstellung an die KAT – eine 100-prozentige Tochter vermieten. Ursprünglich befanden sich dort vier Unterkunftsgebäude. Zwei wurden abgerissen, an deren Stelle entstand das neue Schulungszentrum mit drei Etagen und einer Fläche von rund 2.400 Quadratmetern. Die Fassadenvollverkleidung aus gelochtem Aluminiumblech mit seiner technischen Prägung wirkt ästhetisch und dient auch als Sonnenschutz. Unter dem Dach befindet sich das gesamte Heizungs-, Klima- und Lüftungssystem des Gebäudes, wo die Abwärme innerhalb des Gebäudes und die Außenluft nach neuesten Energiestandards verwertet werden. Im zweiten Stock wird der bereits vor zwei Jahren für gut eine Million Euro erneuerte Towersimulator einziehen. Er besteht aus einem hochmodernen Rückprojektionssystem mit 16 Laser-Beamern, die eine Auflösung von mehr als 36 Millionen Pixel liefern.

Zwei Unterkunftsgebäude bieten nach der umfangreichen Modernisierung zusammen nun 80 Einzelzimmer in hotelähnlichem Standard mit Nasszelle, Bildschirm und Minikühlschrank. Die Verkleidung der Gebäude besteht aus vorverwittertem Lärchenholz. Sie können ab Ende Juli bezogen werden und sind nur mit Codekarten zugänglich. „Uns war es wichtig, mit der Akademie und den Unterkünften eine schöne Campusatmosphäre zu schaffen“, sagte die Projektleiterin, „denn die Lehrgangsteilnehmer müssen hier hoch konzentriert ihre Leistungen erbringen.“ Sie freue sich, dass die DFS-Tochter KAT die traditionelle Ausbildung im Sinne der Bundeswehr an der Akademie weiter fortführt, denn „viele nun zivile Fluglotsen haben hier in Kaufbeuren ihre ersten Schritte gemacht“. Die KAT beschäftigt 80 Mitarbeiter, darunter sind 25 von der Bundeswehr dauerhaft beigestellte Lehrer und Simulationsassistenten.

Zeitplan und Kosten

Laut Blobel werden im Mai die Außenanlagen und Parkplätze angelegt. Im Juli erfolgt die Übergabe von der DFS als Bauherr an die KAT. Anschließend erfolgt durch die KAT selbst die Einrüstung der komplexen Technik, bis etwa Ende Oktober. Nach derzeitiger Planung könnte dann Anfang November die offizielle Inbetriebnahme erfolgen. Für das zentrale Gebäude fallen 11,5 Millionen Euro und für die Sanierung der beiden Unterkunftsgebäude 3,5 Millionen Euro Baukosten an. Zusätzlich entfielen rund eine Million Euro auf die Trennung vom Versorgungsnetz der Bundeswehr und der Anschluss an das öffentliche Netz in Oberbeuren, um unabhängig vom Fliegerhorst eine autarke Versorgung sicherzustellen.

Von Wolfgang Becker

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